Panorama

Erster Gefängnisausbruch seit gut fünf Jahren in NRW

Erstmals seit mehr als fünf Jahren gelingt in NRW wieder ein Gefängnisausbruch. Warum solche Fälle heute selten sind.

31.08.2026

Ausbruch beendet Serie im NRW-Strafvollzug. (Symbolbild)Christoph Reichwein/dpa

Ausbruch beendet Serie im NRW-Strafvollzug. (Symbolbild)Christoph Reichwein/dpa

© Christoph Reichwein/dpa

Mit dem Ausbruch von Duisburg ist erstmals seit rekordverdächtigen über fünf Jahren einem Häftling in Nordrhein-Westfalen ein klassischer Gefängnisausbruch aus dem geschlossenen Vollzug geglückt. Zuletzt war dies nach Angaben des NRW-Justizministeriums einem Gefangenen am 2. Juni 2021 aus dem Gefängnis in Bielefeld-Brackwede gelungen. Die Daten reichen bis 1979 zurück. 

Gefängnisausbrüche sind selten geworden. So brachen 1991 in einem Jahr in NRW 45 Gefangene aus, 1993 waren es 41 und 1994 immerhin 43 Gefangene. Bessere Technik und Organisation, aber auch verbesserte Haftbedingungen sorgten dann dafür, dass schon in den Jahren 2004 und 2006 keinem einzigen Gefangenen ein Ausbruch gelang. 

Ausbruch von Hamborn

Im Gefängnis von Duisburg-Hamborn hatte am Sonntagmorgen ein 35-jähriger mutmaßlicher Einbrecher einen Gitterstab durchgesägt, ein Fenster aufgedrückt und war dann an der Fassade in die Freiheit geklettert. 

Der Serbe saß wegen Diebstahlsvorwürfen seit dem 10. Februar in Untersuchungshaft. Ende Mai war er wegen zweier Wohnungseinbrüchen mit hohem Schaden zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Die Strafe ist aber noch nicht rechtskräftig. 

Häufiger als zu Ausbrüchen kommt es dagegen zu Entweichungen, wenn Häftlinge ohne Sachbeschädigung und Gewalt einen günstigen Moment zur Flucht nutzen, etwa bei Arztbesuchen oder Freigängen.