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Erntezeit: Was Auto- und Motorradfahrer beachten müssen

Sobald die Erntezeit beginnt, sind wieder mehr Traktoren sowie große Landmaschinen unterwegs. Auto- und Motorradfahrer sollten also auf Landstraßen einiges beachten, damit sie sicher unterwegs sind.

22.07.2026

Geduld statt Risiko: Überholen von Erntefahrzeugen ist oft gefährlich, besonders bei unübersichtlichen Strecken.David Hammersen/dpa/dpa-tmn

Geduld statt Risiko: Überholen von Erntefahrzeugen ist oft gefährlich, besonders bei unübersichtlichen Strecken.David Hammersen/dpa/dpa-tmn

© David Hammersen/dpa/dpa-tmn

Wenn hinter einer scharfen Kurve oder einer Kuppe plötzlich ein überbreiter Traktor auftaucht, kann es für entgegenkommende Auto- und Motorrad gefährlich werden. Marcellus Kaup vom Tüv Süd rät daher: Während der Erntezeit auf der ländlichen Straßen stets wachsam und bremsbereit sein.

Insbesondere an Kreuzungen, wo Erntemaschinen meist sehr langsam abbiegen, schätzen andere Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeit der Kolosse häufig falsch ein, so Kaup. Dann könne es zu folgenschweren Kollisionen kommen.

Ausmaß und Geschwindigkeit richtig einschätzen

Viele Erntefahrzeuge, etwa überbreite Mähdrescher sowie bis zu 18 Meter lange Traktoren mit mehreren Anhängern, haben auch einen vergrößerten Kurvenradius. Wenn sie nach rechts abbiegen, holen sie oft weit über die Straßenmitte nach links aus, erklärt Kaup. Breite Arbeitsgeräte wie etwa Pflüge oder Eggen schwenken dann entgegen der Abbiegerichtung aus.

Vorsicht ist auch bei Mähdreschern und Häckslern geboten - sie werden über die Hinterachse gelenkt, weshalb das Heck beim Abbiegen stark ausschert. Dadurch kann sich die Fahrbahn erheblich verengen. Daher rät Kaup an solchen Stellen sowie auf engen Straßen nicht zu überholen und gegebenenfalls rechts am Straßenrand anzuhalten.

Rutschpartie im Sommer

Auch bei Ein- und Ausfahrten von Feldern sollten Auto- und Motoradfahrer vorsichtig fahren und mit stark verschmutzten Fahrbahnen rechnen. Diese könnten sich bei Regen laut Kaup in gefährliche Rutschbahnen verwandeln. Wichtig ist daher, die Geschwindigkeit an die Straßenverhältnisse sowie die Verkehrs- und Wetterlage anzupassen. Also runter vom Gas und stets bremsbereit sein, rät Kaup. 

Unerwartete Hindernisse

Wer hinter einem Erntefahrzeug fährt, sollte bedenken, dass Blinker, Bremslicht oder Schlusslicht der Erntefahrzeuge durch die Feldarbeit verschmutzt werden können - dann sind die Lichthinweise nicht mehr gut sichtbar. 

Hinzu kommt: Schlecht gesicherte Fracht, etwa Heuballen, kann Kaup zufolge ganz oder teilweise herunterfallen. Daher sollte man sich einem Erntefahrzeug stets langsam nähern, Abstand halten und bremsbereit sein.

Aber auch auf vermeintlich freier Strecke ist erhöhte Vorsicht angesagt - denn während der Ernte, aber auch entlang abgeernteter Felder muss man mit einer starken Staubentwicklung rechnen. Das gilt auch, wenn Landmaschinen etwa auf Feldwegen neben der Straße fahren.