Panorama

Eingesperrtes Mädchen: Prozess gegen Mutter geht weiter

Im Fall eines mutmaßlich jahrelang in einem Haus im Sauerland versteckten Mädchens wird der Prozess gegen die Mutter fortgesetzt. Die Großeltern sind wegen Beihilfe angeklagt.

15.01.2026

Die zweite Verhandlung wird wegen der Wetterlage verschoben. (Archivbild)Bernd Thissen/dpa

Die zweite Verhandlung wird wegen der Wetterlage verschoben. (Archivbild)Bernd Thissen/dpa

© Bernd Thissen/dpa

Der Strafprozess gegen eine Mutter, die ihre kleine Tochter fast deren ganzes Leben lang in einem Haus im Sauerland versteckt haben soll, geht am Donnerstag (09.30 Uhr) weiter. Vor dem Landgericht Siegen soll beim zweiten Verhandlungstermin nun die Anklageschrift verlesen werden. Der 49-jährigen Mutter werden unter anderem Misshandlung von Schutzbefohlenen und Freiheitsberaubung vorgeworfen.

Die Großeltern sollen sie unterstützt haben, sie sind wegen Beihilfe angeklagt. Ob der Großvater diesmal erscheint, war zunächst offen. Der 83-Jährige war zum Start des Prozesses vor rund einer Woche überraschend nicht gekommen, die Verteidigung hatte gesundheitliche Gründe genannt. Das Verfahren gegen ihn könnte womöglich abgetrennt werden.

Die Mutter soll ihr Kind sieben Jahre lang im Haus der Großeltern in Attendorn in NRW völlig abgeschottet und ihm ein normales Leben verwehrt haben. Als damals Achtjährige war das Mädchen 2022 mit erheblichen Entwicklungsstörungen von der Polizei aus dem Einfamilienhaus befreit worden.