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Eigenleistungen am Bau - warum die sich nicht immer lohnen

Wer beim Bau seines Eigenheims mithelfen will, sollte realistisch planen. Denn gerade beim Hausbau stimmt der Satz: Zeit ist Geld. Warum Bauherren mit ihrer Eigenleistung nicht immer sparen.

12.03.2026

Zeit, Kraft, Fachwissen: Wollen Bauherren selbst anpacken, sollten sie selbstkritisch sein, was sie wirklich leisten können.picture alliance/dpa/dpa-tmn

Zeit, Kraft, Fachwissen: Wollen Bauherren selbst anpacken, sollten sie selbstkritisch sein, was sie wirklich leisten können.picture alliance/dpa/dpa-tmn

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Ein Hausbau kostet viel Geld. Wer sparen will, denkt vielleicht über Eigenleistungen nach. Kommen private Bauherren auf die Idee, beim Bau selbst Hand anzulegen, sollten sie einige Aspekte bedenken, damit sie am Ende nicht draufzahlen. Dazu rät der Verband Privater Bauherren (VPB).

Häufig kommen Arbeiten beim Innenausbau infrage, etwa das Verlegen von Böden oder das Streichen der Wände. Allerdings sollten Bauherren bedenken: „Die Abläufe am Bau und sich daraus ergebende Verbindlichkeiten mit anderen Gewerken sind ein wichtiger Faktor, der oft unterschätzt wird“, so Herbert Oberhagemann, der das VPB-Regionalbüro Ahrensburg leitet. 

Realistische Selbsteinschätzung

Bauherren sollten sich kritisch fragen, wie viel Zeit, wie viel Kraft und wie viel Fachwissen sie wirklich haben. Denn in einigen Bereichen braucht man eine spezielle Qualifikation, so Oberhagemann. Dann reicht es nicht, sich Know-how etwa über Online-Tutorials anzueignen. Bauherren sollten sich dazu vorab erkundigen. 

Außerdem sind genaue Absprachen wichtig: Wer übernimmt wann welche Arbeiten? Welche Vorleistungen sind nötig? Eigenleistungen sollten Bauherren immer in enger Abstimmung mit dem Generalunternehmer durchführen. 

Am besten legt man den Umfang der Eigenleistung und die Verantwortlichkeiten frühzeitig in der Baubeschreibung schriftlich fest, rät die Brandenburgische Ingenieurkammer. Dieses zentrale Dokument im Bauvertrag definiert, welche Leistungen der Bauträger erbringen muss. Gibt es dort Missverständnisse oder Ungenauigkeiten kann dies teure Auseinandersetzungen zur Folge haben. Sind die Verantwortlichkeiten nicht geklärt, kann das zu Mängeln führen, die später schwer zu beheben sind.

Vorausschauende Planung 

Wichtig ist laut Oberhagemann auch ausreichend Puffer für die Eigenleistungen einzuplanen. Nur so ist eine termingerechte Umsetzung gewährleistet - also dass man auch rechtzeitig fertig wird, falls unvorhergesehene Schwierigkeiten auftreten. Müssen andere Gewerke warten und können nicht anfangen, kann sich das gesamte Bauvorhaben verzögern, schnell teurer oder kompliziert werden.

Oberhagemann nennt ein konkretes Beispiel: Wer seinen Parkettboden selbst verlegen will, hat dafür zwischen dem Maler und dem Einbau der Innentür Zeit. Dieses Zeitfenster sollte man einhalten, damit die Türzargen ordnungsgemäß auf dem Bodenbelag stehen und dieser nicht unschön ausgeschnitten aussieht.

Haftungsfrage klären

Treten später Mängel auf, stellt sich schnell die Haftungsfrage. Grundsätzlich ist der Bauträger verpflichtet, die von ihm erbrachten Leistungen mangelfrei auszuführen, so die Ingenieurkammer. Übernehmen Bauherren jedoch Arbeiten selbst, sollte ihnen klar sein, dass sie das Risiko tragen, dass diese fachgerecht und korrekt durchgeführt werden. Entstehen aus der Eigenleistung Mängel übernimmt der Bauträger dafür in der Regel keine Haftung.

Der Bauträger ist laut Ingenieurkammer zwar verpflichtet, die Tauglichkeit der Eigenleistungen zu prüfen und Bedenken anzumelden. Gleichzeitig darf er sich darauf verlassen, dass Bauherren die Arbeiten nach den anerkannten Regeln der Technik durchführen. Im Zweifel sollten Bauherren sich Unterstützung holen. Ein fachlich qualifizierter Bausachverständiger kann zu Eigenleistungen beraten, Baubeschreibungen prüfen und Arbeiten gegebenenfalls begleiten.

Übrigens: Wenn Freunde mithelfen, müssen Bauherren diese bei der BG BAU innerhalb einer Woche nach Beginn der Bauarbeiten anmelden. Das gilt unabhängig davon, ob die Bauhelfer gegen Bezahlung oder unentgeltlich arbeiten. Das ist wichtig, damit die Helfer gesetzlich unfallversichert sind.