Panorama

Der neue DS N°7 will mit französischer Finesse verführen

Die Technik ist Standard aus dem Baukasten, doch im Gegensatz zu anderen Stellantis-Schwestern leistet sich DS beim neuen N°7 beim Design viel Extravaganz und sticht aus der Masse heraus.

13.10.2026

Forsch voran? Vor allem der elektrische DS N°7 fühlt sich auch auf einer flotten Landpartie wohl.DS Automobiles/dpa-tmn

Forsch voran? Vor allem der elektrische DS N°7 fühlt sich auch auf einer flotten Landpartie wohl.DS Automobiles/dpa-tmn

© DS Automobiles/dpa-tmn

Sie kommen aus Paris, und das lassen sie jeden wissen: Keine andere Marke wurzelt so tief in der Hauptstadt wie DS, und keine andere Marke trägt deshalb so dick auf. Erst recht keine aus der Stellantis-Familie. Opel sucht noch die Balance aus Budget und Bürgerlichkeit, Citroën gibt den pfiffigen Knauser und Peugeot bringt ein wenig Sportsgeist in die Familie.

Dagegen wirkt DS wie die Tochter, die schon zum Frühstück dickes Make-up aufträgt und das Haus nur in vollem Ornat verlässt. Wer daran zweifelt, der muss nur den neuen N°7 anschauen, der zum Jahreswechsel zu Preisen ab 47.700 Euro in den Handel geht. Denn aus dem gleichen Baukasten, aus dem Opel den Grandland zaubert und Peugeot den 3008, hat DS ein 4,66 Meter langes Familien-SUV gezeichnet. Das wirkt so exaltiert und extrovertiert wie Haute-Couture-Mode neben Klamotten vom Grabbeltisch.

Extravagante Verpackung... 

Außen trägt der N°7 deshalb den wohl extravagantesten Dress, den die Stellantis-Stylisten bislang zusammengedengelt haben: Tagfahrlichter wie Säbelzähne, LED-Lametta am Grill, messerscharf gezogene Kanten und Anbauteile in Kontrastfarben machen den DS zum Blickfang im Einerlei der Mittelklasse-SUV. Innen gibt es dazu aufwendig gestaltete Sitzpolster und kurios geformte Konsolen in Türen.

Am Armaturenbrett sind transparente Bedienelemente und ein Beleuchtungskonzept zu finden, mit dem die Franzosen das Funkeln von Edelsteinen imitieren. Zwar verliert der N°7 beim ersten Fingerkontakt viel von seiner Finesse, denn längst nicht alles, was gut aussieht, fasst sich auch gut an. Aber wo der Rest der Familie je nach Perspektive nüchtern, sachlich oder im Auge des Betrachters gähnend langweilig wirkt, gibt’s hier immerhin überall was zu sehen und oft etwas Neues zu entdecken.

...für gewöhnliche Technik

Die Technik kennt man dagegen aus dem Konzernbaukasten: Es gibt einen wenig exklusiven Dreizylinder mit mageren 1,2 Litern Hubraum, Mild Hybrid und 107 kW/145 PS. Und für alle, die der Zukunft zugewandt sind, drei elektrische Konfigurationen: Sie haben 191 kW/260 PS bis 276 kW/375 PS, treiben die Vorder- oder alle vier Räder an und kommen mit Batterien von 74 oder 97 kWh, mit denen Reichweiten zwischen 543 und 740 Kilometern möglich sein sollen.

Einzigartiges Fahrgefühl 

All das sind Familienstandards. Aber DS hat aus den bekannten Zutaten ein ganz neues Gericht gezaubert. Denn der N°7 versteht sich als Sänfte unter den SUV. So erleben wir zum gespenstisch ruhigen Elektroantrieb mit dem wie immer bei E-Maschinen so spontanen Antritt auf unserer Ausfahrt auch eine butterweiche Federung. Auf Wunsch scannt sie mit einer Kamera die Fahrbahn und stellt die aktiven Dämpfer schon auf Bodenwellen ein, bevor die Räder darüber rumpeln.

Das Ergebnis ist ein Komfortniveau wie in der Oberklasse, und die Insassen wähnen sich wie auf Wolken gebettet und in Watte gepackt. Man ist der Welt dabei so weit entrückt, dass selbst die in dieser Klasse alles andere als selbstverständliche Sitzmassage stört, weil die Luft so laut durch die Knetkissen strömt. Wenn das mal keine Luxusprobleme sind...

Lust auf eine Landpartie 

Von der sanften Abstimmung darf man sich allerdings nicht täuschen lassen. Der Siebener aus Paris ist deshalb nicht nur ein Auto für den Boulevard und die langen Geraden, sondern er kann auch anders. Ja, die Lenkung gehört sicherlich nicht zu den mitteilsamsten und auch nicht zu den direktesten. Aber vor allem mit scharf eingestellter Rekuperation, dem flotten Antritt der E-Maschine und einer verbindlicheren Fahrwerkseinstellung lockt das Elektroauto durchaus auch zu einer flotten Landpartie.

Plakativ, nicht innovativ

Bei Auftritt, Ambiente und beim Fahrverhalten unterscheidet sich der DS damit deutlich von allen Konzernschwestern und der Konkurrenz. Doch darf man sich nicht täuschen lassen: Auch mit der ungewöhnlichen Art bleibt der N°7 ein gewöhnliches Auto. Die Platzverhältnisse jedenfalls sind bei 4,66 Metern Länge und 2,79 Metern Radstand durchschnittlich, der Kofferraum ist dieser Klasse mit bis zu 560 Litern allenfalls angemessen, und für einen Frunk unter der vorderen Haube hat es mal wieder nicht gereicht.

Fortschritt beim Laden 

Beim Einladen ist er durchschnittlich, beim Aufladen aber legt er zu: Gegen Aufpreis gibt es für den Wechselstrom einen 22-kW-Lader, und am Gleichstrom liegen nun bis zu 160 Kilowatt an. Damit ist beim großen Akku der Hub von 20 auf 80 Prozent in 27 Minuten drin.

Fazit: Französische Finesse fürs biedere Blech 

Technisch sticht der N°7 nicht heraus. Denn mit der europäischen Konkurrenz kann der Elektrobaukasten der Stellantis-Familie kaum mithalten und mit den Koreanern oder gar den Chinesen erst recht nicht. Doch dafür haben die Franzosen einmal mehr viel Finesse bewiesen und das biedere Blech mächtig herausgeputzt.

Außen ein Hingucker und innen schmuck ausgeschlagen wird der N°7 zur auffälligen Alternative in der Flut der stromlinienförmigen SUV für die Mittelklasse. So stiehlt er so manch einem sehr viel teuren Modell die Aufmerksamkeit. Für schüchterne Autofahrer ist das nichts, doch wer gerne im Mittelpunkt steht, der trifft mit dem extrovertierten Franzosen eine gute Wahl. 

Datenblatt: DS N°7 FWD
 

Motor und Antrieb:ElektromotorMax. Leistung:190 kW/258 PS Max. Drehmoment:343 Nm  Antrieb:FrontantriebGetriebe:Eingang-Automatik

 

Maße und Gewichte Länge:4.660 mmBreite:2.099 mmHöhe:1.624 mmRadstand:2.790 mmLeergewicht:2.091 kgZuladung:539 kgKofferraumvolumen:560 – 1.570 Liter

 

Fahrdaten: Höchstgeschwindigkeit:190 km/hBeschleunigung 0-100 km/h:7,7 sDurchschnittsverbrauch:16,1 kWh/100 kmBatteriekapazität: 73,7 kWhReichweite:539 kmCO2-Emission:0 g/kmLadeleistung AC/DC:22/160 kW

 

Kosten: Basispreis des DS N°7 (Hybrid): 47.700 Euro  Grundpreis des DS N°7 FWD:56.300 EuroTypklassen:k.A.Kfz-Steuer:0 Euro/Jahr

 

Wichtige Serienausstattung: Sicherheit:Acht Airbags, Notbrems- und Spurhalte-Assistent, Automatische AbstandsregelungKomfort:Klimaanlage, Touchscreen-Infotainment, Rückfahrkamera

Klar, Optik ist immer Geschmacksache: Aber selbst auf neutrale Beobachter dürfte der DS N°7 nicht langweilig wirken.DS Automobiles/dpa-tmn

Klar, Optik ist immer Geschmacksache: Aber selbst auf neutrale Beobachter dürfte der DS N°7 nicht langweilig wirken.DS Automobiles/dpa-tmn

© DS Automobiles/dpa-tmn

Exaltiertes Interieur: Im Innenraum hatten die Designer offensichtlich viel Spielraum.DS Automobiles/dpa-tmn

Exaltiertes Interieur: Im Innenraum hatten die Designer offensichtlich viel Spielraum.DS Automobiles/dpa-tmn

© DS Automobiles/dpa-tmn

Design und Funktion auf der Mittelkonsole: Um den Wählhebel herum zeigen sich andere, zum Teil transparente Bedienelemente.DS Automobiles/dpa-tmn

Design und Funktion auf der Mittelkonsole: Um den Wählhebel herum zeigen sich andere, zum Teil transparente Bedienelemente.DS Automobiles/dpa-tmn

© DS Automobiles/dpa-tmn

The sky is the limit: Beim Panoramaglasdach hebt DS auch die getönte Beschichtung für gute Wärmeregulierung im Winter und im Sommer hervor.DS Automobiles/dpa-tmn

The sky is the limit: Beim Panoramaglasdach hebt DS auch die getönte Beschichtung für gute Wärmeregulierung im Winter und im Sommer hervor.DS Automobiles/dpa-tmn

© DS Automobiles/dpa-tmn

Für HiFi- und Designfans: Soundsystem mit zahlreichen Lautsprechern, auch in der Türverkleidung - der Sound umhüllt die Passagiere laut DS „wie in einem Konzertsaal“.DS Automobiles/dpa-tmn

Für HiFi- und Designfans: Soundsystem mit zahlreichen Lautsprechern, auch in der Türverkleidung - der Sound umhüllt die Passagiere laut DS „wie in einem Konzertsaal“.DS Automobiles/dpa-tmn

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