Panorama

NRW schwitzt - starke Gewitter im Anflug

Die nächsten Tage bleiben schwül-heiß, der Wetterdienst warnt stellenweise vor unwetterartigen Gewittern. Ein überhitztes Auto kann laut ADAC zur Todesfalle werden. Ein Säugling wurde gerettet.

19.06.2026

Viel Trinken ist unverzichtbar bei Hitze. (Archivbild) Benjamin Westhoff/dpa

Viel Trinken ist unverzichtbar bei Hitze. (Archivbild) Benjamin Westhoff/dpa

© Benjamin Westhoff/dpa

Extreme Hitze in Nordrhein-Westfalen und mancherorts heranziehende unterwetterartige Gewitter: In den kommenden Tagen bleibt es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) schwül-heiß. Schon für den späteren Freitag schloss der DWD in manchen Teilen des Landes zudem heftigen Starkregen, stürmische Böen und Hagel nicht aus. Angesichts gesundheitlicher Risiken gab es Mahnungen und Forderungen nach mehr Schutz bei Extremtemperaturen. 

Baby aus überhitztem Auto gerettet

In Hamminkeln im Kreis Wesel rettetet die Feuerwehr einen Säugling aus einem überhitzten Auto. Auf einem Parkplatz schlug der Helfer dafür eine Scheibe ein. Das Baby und die unter Schock stehende Mutter habe man nach dem Vorfall vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht, schilderte ein Feuerwehrsprecher. Mehrere Medien hatten berichtet. 

Laut Feuerwehr hatte die Frau ihren Säugling nach einem Einkauf wieder ins Auto gebracht, festgeschnallt und dann noch schnell den Einkaufwagen weggebracht. Dann stellte sie fest, dass der Autoschlüssel weg war. Zusammen mit einem Passanten habe sie vergeblich versucht, in das Wageninnere zu gelangen, am Ende riefen sie die Feuerwehr.

ADAC mahnt: Auto kann Todesfalle werden

Je nach Sonneneinstrahlung kann sich das Innere eines Fahrzeugs bis auf 60 Grad aufheizen, betonte der ADAC Nordrhein. „Binnen weniger Minuten kann ein verschlossenes Auto zur Todesfalle werden“, warnte Technikexperte Jürgen Schell. Menschen oder Tiere sollten bei den aktuell hohen Temperaturen auch nicht nur für einen kurzen Moment im Auto zurückgelassen werden. 

In NRW sollte es am Freitag bis zu 37 Grad heiß werden. Die extreme Wärmebelastung soll laut DWD weiter anhalten. 

GEW: Oberstufen und ihre Lehrkräfte von Hitzefrei ausgeschlossen

In vielen Grundschulen gab es am Freitag Hitzefrei. Das sollte auch für Montag gelten. An weiterführenden Schulen war mancherorts für die Jahrgänge fünf bis zehn - Sekundarstufe I - schon nach der vierten Stunde Schuss. Gleiches war für Montag geplant. Die Entscheidung liegt bei den Schulleitungen. Allerdings ist Hitzefrei für die Sekundarstufe II nicht vorgesehen.

Die derzeitige Erlasslage schließe Oberstufenschüler und damit faktisch auch ihre Lehrkräfte von Hitzefrei aus, kritisierte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Hitzeschutz falle unter die Fürsorgepflicht des Dienstherrn sowie des Gesundheits- und Arbeitsschutzes an Schulen.

DRK fordert Hilfen für obdachlose Menschen 

Hitze kann vor allem alte und kranke Menschen und auch Kinder in riskanter Weise belasten. Experten raten, viel zu trinken und sich möglichst in kühlen Räumen aufzuhalten. Das Deutsche Rote Kreuz forderte besseren Schutz für obdachlose Menschen, die sich nicht in eine kühle Wohnung zurückziehen könnten. Städte und Kommunen müssten kühle Räume und öffentliche Trinkbrunnen bereitstellen, forderte das DRK in der „Rheinischen Post“. 

Bis Montag können Unwetter an manchen Orten anhalten

Bis Montag kann es laut DWD-Prognose nicht nur heiß, sondern an manchen Orten auch sehr nass und ungemütlich werden: Für den späteren Freitag wurden Unwetter mit Starkregen - bis zu 35 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit - und sogar extrem heftiger Starkregen mit mehr als 40 Litern vereinzelt nicht ausgeschlossen.

Für die Nacht zum Samstag warnte der DWD für den nördlichen Niederrhein und das westliche Münsterland vor erneut stärkerer Gewitteraktivität mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Und auch für Sonntag und Montag sind laut DWD gebietsweise bei Gewitter und Starkregen „bis ins Unwetter“ möglich.

Die Stadt Bonn traf nach den DWD-Unwetterwarnungen und wegen wiederholter Überschwemmungen in zurückliegenden Jahren bereits Vorkehrungen. An Bächen habe das Tiefbauamt Gitter kontrolliert und von Ästen und Müll befreit, um Verstopfungen von Durchlässen vorzubeugen. Man setze zudem auf Hochwasser-Alarmsysteme, die in den vergangenen Jahren an Bachläufen installiert worden seien und die fortlaufend die Pegel ermittelten.

Es könnte schwül-heiß bleiben. (Archivbild)Benjamin Westhoff/dpa

Es könnte schwül-heiß bleiben. (Archivbild)Benjamin Westhoff/dpa

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Hitzefrei sollte laut GEW auch für Oberstufenschüler und Lehrkräfte gelten. (Archivbild)Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Hitzefrei sollte laut GEW auch für Oberstufenschüler und Lehrkräfte gelten. (Archivbild)Karl-Josef Hildenbrand/dpa

© Karl-Josef Hildenbrand/dpa