Panorama

DRK warnt vor Blut-Engpass im Norden – Vorräte fast leer

Weniger Spender, leere Lager: Das DRK warnt vor Engpässen bei Blutpräparaten. Die Versorgungssicherheit sinkt auf unter einen Tag. Besonders betroffen sind bestimmte Blutgruppen.

13.01.2026

In Norddeutschland sind die Blutvorräte auch witterungsbedingt derzeit knapper. (Symbolbild)Marcus Brandt/dpa

In Norddeutschland sind die Blutvorräte auch witterungsbedingt derzeit knapper. (Symbolbild)Marcus Brandt/dpa

© Marcus Brandt/dpa

Zum Jahresbeginn haben weniger Menschen in Hamburg und Schleswig-Holstein beim DRK Blut gespendet. „Winterwetter, Infektionswelle und ein feiertagsbedingter schwacher Jahresstart beim Spendenaufkommen treffen gleichzeitig auf einen unverändert hohen Bedarf in den Krankenhäusern“, berichtete der Blutspendedienst Nord-Ost. Die aktuelle Versorgungslage mit Blutpräparaten sei angespannt und drohe sich weiter zu verschärfen.

Nach Angaben des DRK mussten in den vergangenen Wochen einige Blutspendetermine aufgrund von Schnee und Eis kurzfristig abgesagt werden. Fanden sie statt, seien viele Termine witterungsbedingt deutlich schlechter besucht gewesen als üblich.

„Bei uns sind aktuell die Bestände mit Blutpräparaten der Blutgruppen Null Rhesus positiv und negativ, sowie A Rhesus negativ besonders niedrig“, sagte eine Sprecherin. „Hier beträgt die Versorgungssicherheit nur unter einem Tag, was viel zu niedrig ist. Wir brauchen rund 3 bis 5 Tage Versorgungssicherheit.“

Spenden ab 18

Aufgrund der kurzen Haltbarkeit von Blutkonserven werden regelmäßig Freiwillige benötigt, um die Blutversorgung aufrechtzuerhalten. Sie beträgt nach DRK-Angaben maximal 42 Tage, bei Präparaten aus Blutplättchen sogar lediglich 4 Tage. 

„Deshalb merken wir auch sofort, wenn nur wenige Tage zu wenig gespendet wird“, sagte die Sprecherin. In Schleswig-Holstein und Hamburg würden täglich rund 500 Blutspenden benötigt, um den Bedarf der KIiniken und Arztpraxen zu decken.

Gesunde Menschen ab 18 Jahren können Blut spenden. Nach DRK-Angaben wird bei einer ärztlichen Voruntersuchung die Eignung zur Blutspende jeweils tagesaktuell auf dem Termin geprüft. Frauen dürfen bis zu viermal, Männer bis zu sechsmal innerhalb eines Jahres Blut spenden. Zwischen zwei Spenden müssen mindestens acht Wochen vergehen.

Der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost sichert nach eigenen Angaben drei Viertel des Bedarfs in Berlin, Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein und Sachsen ab. Die übrigen 25 Prozent werden demnach von privaten oder staatlich-kommunalen Blutspendediensten wie Universitätskliniken übernommen.