Panorama

Braut, Bräutigam, Gäste: Das sind die Hochzeitmoden-Trends

Minimalistisch, märchenhaft, modern? Was elegante Paare in diesem Jahr an ihrem großen Tag anziehen, was kommt, was geht - und was eigentlich bei den Gästen angesagt ist.

14.05.2026

Anderer Rock zum Oberteil gewünscht? Wer mag, kann einzelne Teile des Braut-Outfits je nach Wunsch neu zusammenfügen. Das Stichwort: Mix & Match. Hier ein Beispiel von Diamonds by Lilly.Diamonds by Lilly/dpa-tmn

Anderer Rock zum Oberteil gewünscht? Wer mag, kann einzelne Teile des Braut-Outfits je nach Wunsch neu zusammenfügen. Das Stichwort: Mix & Match. Hier ein Beispiel von Diamonds by Lilly.Diamonds by Lilly/dpa-tmn

© Diamonds by Lilly/dpa-tmn

Zwischen Satinroben, Tüllkleidern und Zweiteilern - wer heute ein Brautkleid sucht, hat eine riesige Auswahl. Besonders angesagt derzeit ist allerdings ein minimalistischer Stil. 

„Clean Chic ist in aller Munde“, sagt Doris Nothnagel, die einen Podcast rund ums Brautkleid hat - und eine Brautmoden-Boutique in Stuttgart. Das heißt: Kleider mit klaren Linien und reduzierten Details sind gefragt. Statt üppiger Verzierungen stehen hochwertige Stoffe wie Satin, Mikado oder Seide im Mittelpunkt. 

Spitze und Baskentaille

Parallel dazu kehrt eine andere Silhouette zurück: das große Kleid mit weiten Röcken, teilweise sogar mit Reifrock oder mehreren Lagen Tüll. Häufig hier zu sehen: die sogenannte Baskentaille, mit V-Form, also vorn spitz zulaufend. 

„Solche Schnitte lassen die Taille schmaler erscheinen und heben die Silhouette besonders hervor“, sagt Jaqueline Kämpfe, Hochzeitsplanerin aus Chemnitz. Häufig werden diese Saison auch die Hüften stärker betont, was an historische Ballkleider erinnert.

Bei den Stoffen spielen neben Satin und Mikado auch Chiffon oder feine Spitzen eine große Rolle, etwa die filigrane Chantilly-Spitze mit floralen Motiven. Teilweise experimentieren Designerinnen und Designer auch mit Drapierungen oder besonderen Webarten, sodass Stoffe strukturiert wirken oder dreidimensionale Effekte entstehen. Perlen, Pailletten oder Glitzerelemente tauchen ebenfalls häufiger auf und werden direkt in die Stoffe eingearbeitet, so Kämpfe.

Kleidchen wechsel dich

Bei allen angesagten Details: „Die Branche ist heute weniger trendorientiert als früher, sondern stark von Individualität geprägt“, sagt Susan Lippe-Bernard, Chefredakteurin des „Braut & Bräutigam“-Magazins. Viele Hersteller setzen auf wandelbare Modelle mit abnehmbaren Ärmeln, Überröcken und Co. Und unter so manchem langen Rock ist ein kürzeres Kleid verborgen, das später für die Party zum Vorschein kommt. „Man kann an einem Tag zwei oder drei verschiedene Auftritte haben“, sagt Susan Lippe-Bernard.

Ein weiterer Ansatz sind sogenannte Mix-and-Match-Kollektionen. Verschiedene Oberteile lassen sich hier mit unterschiedlichen Röcken kombinieren, etwa mit einem schlichten Etuirock, einem Tüllrock oder einer voluminösen Prinzessinnen-Variante.

Und auch bei den Accessoires geht es um die Wandlungsfähigkeit: Capes oder Bolero-Jäckchen werden eingesetzt, um für die Zeremonie einen anderen Look zu schaffen, als etwa für die Feier am Abend. Statt klassischer weißer Brautschuhe wird zu festlichen Schuhen in Gold, Silber oder Pastelltönen gegriffen, die sich auch nach dem großen Tag noch tragen lassen.

Auffällig sind laut Doris Nothnagel außerdem lange Schleier, teilweise mehrere Meter lang. Und sogenannte Choker, also eng anliegende Halsbänder für die Braut.

Zurück zum weißen Klassiker

Farblich zeigt sich die Branche vergleichsweise zurückhaltend. Während in vergangenen Jahren häufig zarte Rosé- oder Blushtöne zu sehen waren, dominiert aktuell wieder eine klassische Farbpalette. „Der Hauptanteil der Kleider ist in Ivory oder Creme“, sagt Jacqueline Kämpfe. Auch Susan Lippe-Bernard beobachtet eine Rückkehr zu schmeichelnden Weiß- und Cremetönen. Internationale Laufstege zeigen zwar immer wieder farbige Modelle, etwa hellblaue Brautkleider, doch solche Ideen schaffen es laut Kämpfe nur selten in die Verkaufsräume.

Bei den Herren sind laut Lippe-Bernard derzeit übrigens Beige- und Grüntöne vertreten. Olive etwa, Tanne oder Waldgrün. Auch hellere Blautöne oder sanfte Braun- und Beigetöne werden jetzt häufiger vom Bräutigam gewählt. 

Und es geht weg von sehr traditionellen Hochzeitsanzügen mit Brokatstoff - hin zu modernen Anzügen mit klarer Schnittführung, die sie auch später noch zu anderen Anlässen getragen werden können, beobachtet Jaqueline Kämpfe. Dabei greifen laut Doris Nothnagel viele zur schlichten Krawatte statt zur klassischen Fliege. Auch Zweireiher sind nach ihrer Beobachtung häufiger zu sehen.

Farbwahl für Festgäste

Und bei den Gästen? Während in den vergangenen Jahren häufig Farbkonzepte oder abgestimmte Outfits vorgegeben wurden, etwa bei Brautjungfern, wird die Kleiderwahl inzwischen wieder freier. „Es wird bunter und flexibler“, so Doris Nothnagel. Gäste orientieren sich stärker an ihrem eigenen Stil statt an einem festen Farbschema.

Ganz in Weiß zu erscheinen, das bleibt aber weiterhin tabu, schließlich ist diese Farbe traditionell der Braut vorbehalten. Auch komplett schwarze Outfits gelten nach Einschätzung von Doris Nothnagel und Susan Lippe-Bernard bei vielen Hochzeiten als eher unpassend – besonders bei sommerlichen Feiern im Freien.

Dafür gibt es eine Tendenz zu längeren Kleidern bei der Hochzeitsgesellschaft. Kurze Cocktailkleider werden seltener getragen, beobachtet Susan Lippe-Bernard. Ein beliebtes Element: der Schlitz am Kleid.

Schlicht mit Schlitz: Minimalistische Hochzeitskleider liegen im Trend. Hier ein Exemplar von Lilly.pure white by Lilly/dpa-tmn

Schlicht mit Schlitz: Minimalistische Hochzeitskleider liegen im Trend. Hier ein Exemplar von Lilly.pure white by Lilly/dpa-tmn

© pure white by Lilly/dpa-tmn

Zwei Trends im Zweiteiler bei kisui OUI: Applikationen und ein Hauch von Bauch. Johanna Ruebel/kisui/dpa-tmn

Zwei Trends im Zweiteiler bei kisui OUI: Applikationen und ein Hauch von Bauch. Johanna Ruebel/kisui/dpa-tmn

© Johanna Ruebel/kisui/dpa-tmn

War nie weg, jetzt aber wieder mehr zu sehen: das Brautkleid ganz in Weiß - oder einem klassischen Weißton. Hier mit Drapierungen von Justin Alexander.Justin Alexander/dpa-tmn

War nie weg, jetzt aber wieder mehr zu sehen: das Brautkleid ganz in Weiß - oder einem klassischen Weißton. Hier mit Drapierungen von Justin Alexander.Justin Alexander/dpa-tmn

© Justin Alexander/dpa-tmn

Fest statt flatterhaft: Auch das kann ein Brautkleid sein. Hier zu sehen mit strukturiertem Stoff von Justin Alexander Signature.Justin Alexander Signature/dpa-tmn

Fest statt flatterhaft: Auch das kann ein Brautkleid sein. Hier zu sehen mit strukturiertem Stoff von Justin Alexander Signature.Justin Alexander Signature/dpa-tmn

© Justin Alexander Signature/dpa-tmn

Sollen die Taille optisch verschmälern können: Kleider, die vorn spitz zulaufen. Genannt wird das Ganze Baskentaille. Hier zu sehen am Kleid von Justin Alexander.Justin Alexander/dpa-tmn

Sollen die Taille optisch verschmälern können: Kleider, die vorn spitz zulaufen. Genannt wird das Ganze Baskentaille. Hier zu sehen am Kleid von Justin Alexander.Justin Alexander/dpa-tmn

© Justin Alexander/dpa-tmn

Darf jetzt gern mal länger ausfallen: der Schleier. Hier zu sehen zum Kleid mit Glitzerkorsage von Justin Alexander Signature.Justin Alexander Signature/dpa-tmn

Darf jetzt gern mal länger ausfallen: der Schleier. Hier zu sehen zum Kleid mit Glitzerkorsage von Justin Alexander Signature.Justin Alexander Signature/dpa-tmn

© Justin Alexander Signature/dpa-tmn

Gibt dem Kleid eine neue Note: ein ausgefallenes Jäckchen. Hier ein Beispiel von kisui Berlin.Johanna Ruebel/kisui/dpa-tmn

Gibt dem Kleid eine neue Note: ein ausgefallenes Jäckchen. Hier ein Beispiel von kisui Berlin.Johanna Ruebel/kisui/dpa-tmn

© Johanna Ruebel/kisui/dpa-tmn

Klassisch ist gefragt: Zum weißen Kleid trägt man jetzt gerne mal den langen XXL-Schleier. Hier zu sehen mit Hochzeitskleid von Lilly.Lilly/dpa-tmn

Klassisch ist gefragt: Zum weißen Kleid trägt man jetzt gerne mal den langen XXL-Schleier. Hier zu sehen mit Hochzeitskleid von Lilly.Lilly/dpa-tmn

© Lilly/dpa-tmn

Frischer Auftritt: Der Bräutigam liegt im Trend mit Salbeigrün. Hier ein Beispiel von Digel Ceremony.Digel Ceremony/dpa-tmn

Frischer Auftritt: Der Bräutigam liegt im Trend mit Salbeigrün. Hier ein Beispiel von Digel Ceremony.Digel Ceremony/dpa-tmn

© Digel Ceremony/dpa-tmn

Kann auch ohne Fliege und Co. auskommen: der Hochzeitsanzug. Hier ein lässiges Beispiel in Beige von Digel Ceremony.Digel Ceremony/dpa-tmn

Kann auch ohne Fliege und Co. auskommen: der Hochzeitsanzug. Hier ein lässiges Beispiel in Beige von Digel Ceremony.Digel Ceremony/dpa-tmn

© Digel Ceremony/dpa-tmn

Fliege oder Krawatte? Wer im Trend sein will, wählt derzeit eher letzteres. Hier zu sehen: ein schlichtes Exemplar von Digel Ceremony.Digel Ceremony/dpa-tmn

Fliege oder Krawatte? Wer im Trend sein will, wählt derzeit eher letzteres. Hier zu sehen: ein schlichtes Exemplar von Digel Ceremony.Digel Ceremony/dpa-tmn

© Digel Ceremony/dpa-tmn

Eher Kann als Muss: farblich abgestimmte Kleider von Brautjungfern oder anderen Gästen. Der Trend geht jedenfalls zu längeren Kleidern bei der Hochzeitsgesellschaft. Hier ein Beispiel-Trio von Lillian West.Lillian West/dpa-tmn

Eher Kann als Muss: farblich abgestimmte Kleider von Brautjungfern oder anderen Gästen. Der Trend geht jedenfalls zu längeren Kleidern bei der Hochzeitsgesellschaft. Hier ein Beispiel-Trio von Lillian West.Lillian West/dpa-tmn

© Lillian West/dpa-tmn