Panorama

Brand in Haftkrankenhaus: Zigarette im Bett als Auslöser?

Eine Zigarette im Bett könnte den Brand im Gefängnis-Krankenhaus Fröndenberg ausgelöst haben. Überraschenderweise ist Rauchen in der Psychiatrie aus medizinischen Gründen erlaubt.

30.09.2026

Im Haftkrankenhaus Fröndenberg kam es zu einem Brand. (Archivbild)Jonas Güttler/dpa

Im Haftkrankenhaus Fröndenberg kam es zu einem Brand. (Archivbild)Jonas Güttler/dpa

© Jonas Güttler/dpa

Der Brand im Gefängnis-Krankenhaus Fröndenberg könnte durch eine Zigarette im Krankenbett eines Häftlings ausgelöst worden sein. Die Staatsanwaltschaft prüft diese Möglichkeit, wie ein Sprecher der dpa sagte. Der Häftling (38) war durch eine Rauchvergiftung schwer verletzt worden und konnte noch nicht vernommen werden.

Wie das Justizministerium auf Anfrage bestätigte, ist in den Hafträumen der psychiatrischen Station des Justizvollzugskrankenhauses (JVK) - im Gegensatz zu anderen Bereichen des Hauses - Rauchen erlaubt. Das habe vor allem medizinische Gründe, so eine Sprecherin des Ministeriums: Bei regelmäßigen Rauchern könnten bei einem plötzlichen Stopp Psychopharmaka länger im Körper bleiben und „sich dort zu einer gefährlichen Überdosierung anreichern“.

Matratze schwer entzündlich - Bettwäsche nicht

Auch wenn die Brandursache im aktuellen Fall noch unklar sei, könne man allgemein nicht komplett verhindern, dass Gefangene einen Brand legten, so die Ministeriumssprecherin. Die Justizvollzugsanstalten - auch das Haftkrankenhaus - seien zwar mit flammhemmenden Matratzen ausgestattet, aber durch Kleidung, Bettwäsche oder die persönliche Habe seien zwangsläufig brennbare Gegenstände in einer Zelle.

Bei dem Brand in Fröndenberg hatte laut Staatsanwaltschaft das Bett in Flammen gestanden. Die ersten Einsatzkräfte vor Ort waren davon ausgegangen, dass der Häftling die Matratze angezündet hatte. Ob es sich um fahrlässige oder absichtliche Brandstiftung handelte, ist laut Staatsanwaltschaft noch unklar. Die Ermittlungen gehen weiter.