Panorama

Bombe in Köln-Lindenthal: Evakuierung Tausender vollendet

Mehr als 4.400 Menschen sind evakuiert worden, auch ein Krankenhaus, Schulen und Kitas sind betroffen. Im Kölner Stadtbezirk Lindenthal herrscht Ausnahmezustand. Nun kann die Bombe entschärft werden.

11.05.2026

Es handelt sich um eine amerikanische Zehn-Zentner-Bombe mit Heckaufschlagzünder.Thomas Banneyer/dpa

Es handelt sich um eine amerikanische Zehn-Zentner-Bombe mit Heckaufschlagzünder.Thomas Banneyer/dpa

© Thomas Banneyer/dpa

Die Evakuierung tausender Menschen im Kölner Stadtbezirk Lindenthal wegen der Entschärfung einer Weltkriegsbombe am Nachmittag ist abgeschlossen. Laut der Stadt wurde die Freigabe zur Entschärfung der Bombe erteilt, sie erfolge in Kürze.

Auch ein Krankenhaus musste evakuiert werden, Schulen und Kitas im Evakuierungsbereich bleiben nach Angaben der Stadtverwaltung geschlossen. 4.446 Anwohner mussten ihre Wohnungen verlassen.

Der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg war am Freitag bei Bauarbeiten gefunden worden. Es handelt sich um eine amerikanische Zehn-Zentner-Bombe - und damit um einen besonders großen Blindgänger.

Krankenhaus mit Intensivstation wird geräumt

Die Stadt Köln hatte am Freitag einen Bereich festgelegt, der für die Entschärfung evakuiert werden muss. In dem Bereich mit einem Radius von 500 Metern liegt unter anderem das St. Elisabeth-Krankenhaus. Rund 100 Krankenfahrten seien nötig, um Patienten in umliegende Kliniken zu bringen, sagte ein Sprecher der Stadt.

Wegen der Entschärfung einer Weltkriegsbombe muss im Kölner Stadtteil Lindenthal ein Krankenhaus evakuiert werden.Thomas Banneyer/dpa

Wegen der Entschärfung einer Weltkriegsbombe muss im Kölner Stadtteil Lindenthal ein Krankenhaus evakuiert werden.Thomas Banneyer/dpa

© Thomas Banneyer/dpa

Besonders aufwendig sei der Transport von elf Patienten, die auf der Intensivstation liegen und beatmet werden müssen. Auch Untersuchungstermine und OP-Termine müssten abgesagt werden, schrieb das Krankenhaus auf seiner Homepage.

Für die Menschen aus dem Stadtteil Lindenthal wurde eine Anlaufstelle in einer nahegelegenen Realschule eingerichtet, auch dort fiel der Unterricht daher aus. Wann die Menschen zurück in ihre Wohnungen und an ihre Arbeitsplätze können, ist nach Angaben eines Stadtsprechers unklar.

Noch viele Blindgänger in Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen werden jedes Jahr Hunderte Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden, vergangenes Jahr waren es sogar 2.140 Bomben. Die meisten werden durch die Auswertung von Luftbildern oder bei Bauarbeiten entdeckt. In Nordrhein-Westfalen gibt es noch sehr viele Blindgänger, weil die Städte an Rhein und Ruhr wichtige Industriestandorte und somit im Zweiten Weltkrieg häufige Ziele von Luftangriffen waren.