Bis zu 72 Stunden Deo-Schutz? „Öko-Test“ fehlen gute Belege
24, 48 oder sogar 72 Stunden lang spürbar frischere Achselhöhlen: Deo-Hersteller übertrumpfen sich gegenseitig mit Versprechen. Die Zeitschrift „Öko-Test“ wollte wissen: Was ist da dran?
Wie viel Frische-Schutz bieten Deos? „Öko-Test“ hat dafür 30 Deodorants unter die Lupe genommen und Herstellerangaben überprüft.picture alliance/dpa
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Bloß keinen Müffelalarm riskieren! Im Sommer haben viele Menschen stets das Deo griffbereit - und rollern und sprühen mitunter mehrmals am Tag.
Dabei müsste das theoretisch gar nicht sein, schaut man auf die vollmundigen Versprechen der Hersteller: Von 24, 48 oder sogar bis zu 72 Stunden Wirkdauer ist auf den Etiketten zu lesen. Was hat es mit diesen Angaben auf sich - und können Hersteller so eine Wirkdauer überhaupt belegen?
Deo vs. Antitranspirant: Das ist der Unterschied
Das wollte die Zeitschrift „Öko-Test“ wissen und hat 30 Deodorants unter die Lupe genommen, die sich an Frauen richten bzw. eine Unisex-Aufmachung haben (Ausgabe 7/2026)
Antitranspirants klammerte das Test-Team dabei aus. Bei diesen Produkten verengen Aluminiumsalze die Schweißdrüsen, was zu weniger Schweiß führt. Deos hingegen hemmen das Schwitzen an sich nicht. Sie setzen auf Duftstoffe und Inhaltsstoffe, die geruchsbildende Bakterien ausbremsen.
Achsel muss nach 24 Stunden nicht nach Blumenwiese riechen
Wie lange hält die Frische an? „Öko-Test“ fragte bei den Herstellern Studien zur Wirkdauer an.
Um die zu ermitteln, sind in der Kosmetikindustrie sogenannte „Sniffer“ im Einsatz, also Menschen mit einem geschulten Geruchssinn. Sie vergleichen den Geruch von Achselhöhlen mit und ohne Deo nach Ablauf einer bestimmten Zeitspanne.
Entscheidend ist, dass die „Sniffer“ dann einen signifikanten Unterschied zwischen beiden Achseln erschnuppern können. „Heißt dann zwar nicht, dass man dank Deo nach 24 Stunden neutral riecht, aber zumindest durchschnittlich weniger als ohne Deo – auch wenn sich das von Mensch zu Mensch natürlich unterscheiden kann“, schreiben die Öko-Tester.
Was den ihnen allerdings stinkt: Gute Belege für die Wirkdauer fehlen bei rund der Hälfte der Produkte - unter anderem bei dem einzigen Deo im Test, das 72 Stunden Schutz verspricht.
So verzichten sechs Hersteller der Zeitschrift zufolge darauf, Studien zu senden. In einigen Studien fiel die Anzahl an Testpersonen mit unter 20 recht klein aus, in anderen fehlte „Öko-Test“ der Bezug zum konkreten Produkt - alles Gründe für Punktabzug.
Das sind die Preissieger
Stichwort: Punktabzug. Manch ein Duftstoff kommt bei den Testerinnen und Testern nicht gut an. So steckt in einem Produkt ein synthetischer Moschusduft, der in Verdacht steht, das Hormonsystem zu beeinträchtigen. Ein anderes Deo enthält den kritischen Duftstoff Cinnamylalkohol, der Allergien auslösen kann. Zweimal bemängelte das Test-Team PEG-Verbindungen, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können.
Insgesamt schneiden 16 Deos mit der Note „sehr gut“ ab. Preissieger sind dabei das „Aveo Deospray Camellia Glow“ (Müller), das „Bevola Deospray Silk“ (Kaufland) und das „Cien Deospray Fresh Pink“ (Lidl). 200 Milliliter kosten jeweils 75 Cent.
Deo-Dose besser nicht im heißen Auto vergessen
Auch das beste Deo kann einem Probleme bereiten, etwa wenn ...
- ... man es auf frisch rasierter Haut nutzt: Bei der Rasur kann es zu winzig kleinen Verletzungen auf der Haut kommen, außerdem wird sie gereizt. Wer direkt danach Deo aufsprüht oder -rollert, muss mit einem fiesen Brennen rechnen, vor allem dann, wenn Alkohol drinsteckt. Besser: etwas abwarten.
- ... man die Deo-Dose im heißen Auto vergisst: Deo-Dosen mit Flüssiggasen wie Propan und Butan können laut „Öko-Test“ bei Temperaturen ab 50 Grad explodieren. Die sind im Auto im Sommer schnell erreicht.
- ... man das Deo auf die verschwitzte Achsel aufträgt: Das bringt wenig, der Schweißgeruch kommt schnell wieder durch. Am besten wirken Deos, wenn die Achselhöhle sauber und trocken ist.