Betrug bei Führerschein-Tests: Fünf Angeklagte verurteilt
Eine Masche, die dann doch nach längerer Zeit aufflog: Statt der Prüflinge absolvieren Doubles für sie die Führerschein-Theorie - und kassieren. Fünf Angeklagte sind in Bielefeld verurteilt worden.
Fünf Personen sind wegen Betrügereien rund um Führerschein-Theorieprüfungen verurteilt worden. (Symbolbild)Friso Gentsch/dpa
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Statt der Fahrschüler sitzen Doubles, die ihnen möglichst ähnlich sehen, in den Theorie-Prüfungen für den Führerschein: Für dieses betrügerische Vorgehen sind vier Männer und eine Frau vom Landgericht Bielefeld zu Haftstrafen verurteilt worden. Drei von ihnen wegen Missbrauchs von Ausweispapieren und Fälschung beweiserheblicher Daten - und zwei, beide sind Fahrlehrer, wegen Beihilfe.
Der Hauptangeklagte legte einen Pool von 30 bis 40 Doubles an
Der Hauptangeklagte erhielt eine Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und fünf Monaten. Nach Überzeugung des Gerichts organisierte er das illegale Treiben. Unter anderem habe er einen Pool von 30 bis 40 Personen zusammengestellt, die als Doubles an den Prüfungen teilnahmen. Der Tatzeitraum sei von Februar 2022 bis Juli 2025 gewesen.
Die Masche richtete sich laut Landgericht vor allem an kurdischsprachige Prüflinge, da die Theorie-Tests zwar in vielen Sprachen möglich seien, aber nicht auf Kurdisch. Die Fahrschüler legten dem Hauptangeklagten ihre Ausweispapiere vor, dieser suchte dann eine Person aus dem Pool aus, die am ehesten als Doppelgänger durchgehen würde. Pro Prüfung zahlten ihm die Fahrschüler dafür 1.300 bis 1.500 Euro, die der Hauptangeklagte dem Gericht zufolge unter den Beteiligten aufteilte.
Weitere Strafen
Ein Mann und eine Frau, die zusammen mit dem Hauptangeklagten als Bandenmitglieder eingestuft wurden, waren demnach als feste Doubles im Einsatz. Der Mann erhielt eine Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten und zusätzlich eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Die Frau wurde zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt.
Die zwei Fahrlehrer, die laut Gericht Prüftermine vereinbarten, obwohl sie wussten, dass das Vorgehen unrechtmäßig war, bekamen Bewährungsstrafen: Einer erhielt ein Jahr und drei Monate, der andere ein Jahr und zwei Monate. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Zudem hieß es, dass es auf Amtsgerichtsebene zahlreiche Verfahren gegen einzelne Personen gebe, die als Doubles fungierten - oder solche Prozesse noch zu erwarten seien.
Laut Tüv-Verband wurden im vergangenen Jahr mehr als 4.200 Täuschungsversuche bei theoretischen Prüfungen registriert. Insgesamt sei inzwischen gut jeder zweite Betrugsversuch (52 Prozent) professionell organisiert.