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Betäubt und missbraucht: Diese Tipps gibt das BKA Opfern

Internationale Ermittler haben zahlreiche Männer festgenommen, die Frauen betäubt und sexuell missbraucht haben sollen. Wie Opfer den Tätern auf die Spur kommen - und was sie dann tun sollten.

02.07.2026

Internationale Behörden haben erstmals erfolgreich Netzwerke aufgedeckt, in denen Betäubung und Missbrauch von Frauen organisiert und geteilt wurden.Henrik Josef Boerger/dpa-tmn

Internationale Behörden haben erstmals erfolgreich Netzwerke aufgedeckt, in denen Betäubung und Missbrauch von Frauen organisiert und geteilt wurden.Henrik Josef Boerger/dpa-tmn

© Henrik Josef Boerger/dpa-tmn

Vom eigenen Partner betäubt und dann sexuell missbraucht werden - was nach Alptraum klingt, ist tatsächlich einigen Frauen widerfahren. Internationale Ermittler sind erstmals gezielt und erfolgreich gegen Online-Netzwerke vorgegangen, in denen solche Taten geteilt wurden. Das Problem: Opfer erinnern sich aufgrund der ihnen zugeführten Betäubungs- und Schmerzmittel anschließend meist nicht daran, was ihnen angetan wurde. Woran lässt sich ein solcher Missbrauch also erkennen?

Auch wenn die Taten vorwiegend im eigenen sozialen Umfeld stattfinden, betont das Bundeskriminalamt (BKA), „dass es keinen Grund für ein generelles Misstrauen gegenüber dem eigenen Partner oder anderen nahestehenden Personen gibt“. Wer aber bei sich Verhaltensänderungen oder Auffälligkeiten feststellt, sollte diese ernst nehmen und einen Arzt aufsuchen. Wer bei einer nahestehenden Person verdächtige Anzeichen beobachtet, sollte ihr ebenfalls dazu raten. Dabei ist dem BKA zufolge Schnelligkeit gefragt, weil viele der eingesetzten Substanzen nur kurzzeitig in Blut oder Urin nachweisbar sind. Das können Hinweise sein:

  • eine ungewöhnlich lange Schlafdauer oder ein ungewöhnlicher Schlafrhythmus
  • eine nicht nachvollziehbare Benommenheit oder Abgeschlagenheit am Morgen
  • Erinnerungslücken
  • Erwachen an Orten, ohne zu wissen, wie man dorthin gelangt ist
  • körperliche Symptome wie Übelkeit, Geschlechtskrankheiten oder blaue Flecken, für die es keine Erklärung gibt

Außerdem sei es wichtig, dass sich mögliche Opfer mit Hinweisen an die Polizei wenden - auch, wenn die Hürde aufgrund der fehlenden Erinnerung und der oft persönlichen Nähe zum potenziellen Täter groß ist. In akuten Bedrohungslagen ist die Polizei jederzeit unter dem Notruf 110 erreichbar. Ansonsten können Anzeigen bei jeder Polizeidienststelle sowie im Netz auf der Onlinewache aufgegeben werden.

Scheuen sich Betroffene davor, die notwendigen Schritte alleine zu gehen, sollten sie eine Vertrauensperson hinzuziehen, rät das BKA. Helfen können zum Beispiel das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“, das unter 116 016 rund um die Uhr kostenfrei erreichbar ist. Auch das Opfer-Telefon der Hilfsorganisation Weisser Ring ist sieben Tage die Woche von 7 bis 22 Uhr kostenfrei unter der 116 006 erreichbar.