Panorama

Auf diesen Autobahnen droht der Dauerstau

Die sommerliche Stausaison ist auf dem Höhepunkt. Durch viele Baustellen und Ferienfahrer wird es auf vielen Autobahnen eng. Wo Wartezeiten drohen und wann sich Staus am besten vermeiden lassen.

20.07.2026

Am kommenden Wochenende (24. bis 26. Juli) rechnen die Verkehrsclubs mit dem nächsten Stauhöhepunkt auf den Autobahnen.dpa-Infografik Gmbh/dpa-tmn

Am kommenden Wochenende (24. bis 26. Juli) rechnen die Verkehrsclubs mit dem nächsten Stauhöhepunkt auf den Autobahnen.dpa-Infografik Gmbh/dpa-tmn

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Wer am kommenden Wochenende (24. bis 26. Juli) mit dem Auto in den Urlaub aufbrechen will, braucht noch mehr Geduld und Nerven als in den Vorwochen. Übertrieben? Nein, denn laut ADAC droht auf vielen Autobahnen „jetzt der Dauerstau“. Ganz Europa sei auf Achse.

Die Prognose des Auto Club Europa (ACE) sieht es genauso. Das kommende Wochenende verspricht erneut „eines der staureichsten des Sommers“ zu werden. Es dürften sich vor allem wieder füllen: die Routen in Richtung Süden, die Strecken weiter in die Alpen und ans Mittelmeer sowie die Wege an die Küsten von Nord- und Ostsee.

Doch auch der Verkehr auf den Heimreisespuren nimmt den Clubs zufolge deutlich zu. Denn so enden in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland bald die Ferien. Aus Nordrhein-Westfalen rollt demnach die zweite Reisewelle an. Dazu gesellen sich Urlaubs- und Transitfahrer aus den Niederlanden, wo ebenfalls die zweite Ferienwelle startet.

Schon am Freitag wird es mancherorts richtig voll

Vor allem am Freitagnachmittag bis in den Abend hinein und am Samstagvormittag ist mit langen Staus zu rechnen. Und gerade bei schönem Wetter dürften zudem viele Tagesausflügler oder Kurzentschlossene für Trubel sorgen - auch auf dem untergeordneten Straßennetz in die Naherholungsgebiete. 

Gebremst wird der Verkehr vielerorts durch zahlreiche Dauerbaustellen - der ADAC zählt derzeit rund 990. Dazu könnten noch kurzfristige Baustellen kommen. 

Die Tage in der Übersicht

  • Freitag: Schon ab dem frühen Nachmittag dürften sich die Straßen laut ACE schnell füllen. Reisende gesellen sich dann zum normalen Berufs- und Wochenendpendlern. Das gilt vor allem für die Großräume Rhein und Ruhr, die Nord-Süd-Verbindungen sowie die Routen zu den Küsten. Mit der höchsten Staugefahr rechnet der ACE für den Zeitraum zwischen 13.00 und 20.00 Uhr. Aber auch bis in den späten Abendstunden sei noch mit erheblichen Verzögerungen und langen Staus zu rechnen. 
     
  • Samstag: Vom Morgen bis zum späten Nachmittag wird es lebhaft. Mit der höchsten Staugefahr rechnet der ACE zwischen 9.00 und 13.00 Uhr. Betroffen sind demnach vor allem wieder die Wege in den Süden sowie die Strecken zu den Küsten.

    Für zumindest etwas Entlastung sorgen kann das Sommerreise-Fahrverbot für schwere Lastwagen an allen Samstagen vom 1. Juli bis einschließlich 31. August eines Jahres (von 7.00 Uhr bis 20.00 Uhr). Am Sonntag gilt es ohnehin ganzjährig von 0.00 bis 22.00 Uhr für Lkw über 7,5 Tonnen. 
     
  • Sonntag: Am Vormittag komme man auf den Reiserouten „vergleichsweise zügig“ voran, so der ACE. Bis etwa 13.00 wird nur eine niedrige Staugefahr erwartet. Danach füllen sich vor allem die Rückreiserouten. Bis in den späten Abend ist dort mit zähfließendem Verkehr und Staus zu rechnen. Der Höhepunkt wird für den Zeitraum zwischen 17.00 und 20.00 Uhr erwartet.

    Auch mit dem bereits angesprochenen Ausflugsverkehr auf den Strecken rund um touristische Ziele muss nun noch stärker gerechnet werden. Für den ADAC zählt der Sonntagnachmittag neben Freitagnachmittag und Samstagvormittag zu den Phasen mit den meisten Staus.

An diesen Tagen reist es sich erheblich entspannter

Wer beim Termin für den Reisestart etwas flexibel ist, sollte das nutzen und besser unter der Woche am Montag, Dienstag oder Mittwoch außerhalb des Berufsverkehrs aufbrechen.

Gar kein guter Startzeitpunkt ist der Freitag. Denn hier treffen die Berufspendler auf die Erholungsreisenden, was sich meist bis in den späten Abend hinein mit dichtem Verkehr und hoher Staugefahr bemerkbar macht.

Wer unbedingt am Wochenende starten muss, sollte das laut ACE möglichst früh am Morgen tun oder überlegen, in der Nacht zu fahren. Das allerdings erfordert noch mehr Konzentration, richtige Selbsteinschätzung und regelmäßige Pausen. Vom Wochenende ist der Sonntag noch der beste Reisetag - mit den erst am Mittag zu erwartenden Staugefahren

Der ACE und der ADAC erwarten in den Großräumen Hamburg, Berlin, Rhein-Main, Rhein-Ruhr, Stuttgart und München, dazu auf den Fernstraßen und Nebenstrecken zur Nord- und Ostsee sowie auf folgenden Autobahnen mehr Verkehr und Staus (oft in beiden Richtungen):

A 1Fehmarn – Lübeck – Hamburg – Bremen – Osnabrück – Münster – Dortmund – KölnA 2 Oberhausen – Dortmund – Hannover – BerlinA 3Arnheim – Oberhausen – Köln – Frankfurt/Main – Würzburg und Linz – PassauA 4Heerlen/Aachen – Köln – Olpe und Chemnitz – Dresden – GörlitzA 5Hattenbacher Dreieck – Frankfurt/Main – Karlsruhe – BaselA 6Kaiserslautern - Mannheim - Heilbronn - NürnbergA 7Flensburg – Hamburg – Hannover – Kassel  –  Würzburg –  Ulm – Füssen/ReutteA 8Karlsruhe – Stuttgart – Ulm – München – SalzburgA 9Berlin – Leipzig – Nürnberg – München A 10Berliner RingA 11Berliner Ring – Kreuz UckermarkA 12Berliner Ring – Frankfurt/OderA 20Lübeck – RostockA 21Kiel – BargteheideA 23Hamburg – HeideA 24Hamburg – Schwerin – Pritzwalk – Berliner RingA 27Bremen – BremerhavenA 31Gronau – MeppenA 38Göttingen – HalleA 40Venlo – Essen – DortmundA 43Wuppertal – Recklinghausen – MünsterA 44Dortmund – KasselA 45Dortmund - Gießen - AschaffenburgA 46Düsseldorf – WuppertalA 57Krefeld - KölnA 59 Köln – BonnA 61Mönchengladbach – Koblenz – LudwigshafenA 81Heilbronn – Stuttgart – SingenA 93Kiefersfelden – RosenheimA 95München – Garmisch-PartenkirchenA 96München – LindauA 99Autobahnring München

Die meisten Länder haben laut ADAC nun Sommerferien, unter anderem Österreich, Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark, Polen, Tschechien, Belgien, Frankreich und die Schweiz. So kann der Reiseverkehr im Ausland oft quälend langsam werden oder gar stillstehen - und das lange. Das gilt auch für Österreich, wo vor allem die Transitstrecken stark belastet sind.

Als Hauptverkehrszeiten nennt der ACE den Freitagnachmittag - speziell in den Ballungsräumen - sowie den Samstag. Am Sonntag herrsche Rückreiseverkehr, jedoch sei die Staugefahr „spürbar geringer“.

Zudem machen einige Baustellen den Reisenden das Leben weiterhin schwer. Das gilt etwa für die zur Generalsanierung der Luegbrücke (A 13) kurz vor dem Brennerpass sogar für die kommenden Jahre.

Besonders belastet in Österreich sind laut ACE und ADAC:

  • A 1: West-Autobahn 
  • A2 / E 59/60 Südautobahn - Wien - Graz - Klagenfurt 
  • A 4 / E 60: Ost-Autobahn
  • A 9 / E 57: Pyhrn-Autobahn Graz - Spielfeld
  • A 10 / E 55: Tauern-Autobahn Salzburg - Villach
  • A 11 / E 61: Karawanken-Autobahn Villach - Slowenien
  • A 12 / E 60: Inntal-Autobahn Kufstein - Innsbruck
  • A 13 / E 45: Brenner-Autobahn Innsbruck - Brenner
  • A 14 / E 43: Rheintal-Autobahn Staatsgrenze Deutschland - Feldkirch
  • B 179: Fernpass: Füssen - Reutte - Nassereith
  • B 197: Arlberg-Bundesstraße

Zudem weisen die Clubs auf Restriktionen auf den Ausweichstrecken in Tirol hin. So gelten laut ADAC hier seit 1. Mai generell Abfahrtssperren und Fahrverbote an Samstagen, Sonn- und Feiertagen auf den Ausweichstrecken im Raum Reutte (Fernpassroute), Kufstein (Inntalautobahn) und im Großraum Innsbruck für den Transitverkehr.

Wartezeiten an den Grenzen sind weiter möglich

Wegen der stichprobenhaften Einreisekontrollen an der deutschen Grenze kann es speziell an den Übergängen von Österreich – Suben (A 3), Walserberg (A 8) und Kiefersfelden (A 93) – zu Wartezeiten kommen.

Die aktuellen Reisezeiten in Echtzeit lassen sich für viele wichtige Transitkorridore des österreichischen Autobahnnetzes in nördlicher und südlicher Richtung auf der Webseite der Asfinag ansehen.

Auch die Schweizer Autobahnen füllen sich zunehmend

Auch in der Schweiz sind die Autobahnen belastet, vor allem die Transitrouten. Neben den Hauptachsen wie etwa der A 1 (Bern – Zürich – St. Gallen) oder der A 3 (Basel – Zürich – Chur) ist hier die Gotthardroute (A 2) speziell gefährdet. Dort sind laut ACE lange Staus mit zuweilen „erheblichen Wartezeiten“ vor dem Tunnel möglich - und das bereits ab Freitagnachmittag.

Ab einer Stunde Wartezeit vor dem Gotthardtunnel kommt dem ACE zufolge ein Ausweichen über die San-Bernardino-Route (A 13) infrage. Letztere dürfte allerdings auch stark befahren sein. Reisende sollten entsprechend Wartezeiten einplanen.