Panorama

Auf dem Zweirad vom Unwetter überrascht: Was Schutz bietet

Folgt Kaltfront auf Hitzewelle, ist das Gewitter vorprogrammiert. Im Auto bleibt man trocken und ist bei Blitzen sicher - anders sieht es auf einem Zweirad aus. Was ist dann zu tun?

01.07.2026

Gefahr bei Gewittern: Motorradfahrer sollten bei einem Gewitter die Fahrt sofort unterbrechen und Schutz in einem Gebäude oder unter einer stabilen Stahlbetonbrücke suchen.Kay Nietfeld/dpa/dpa-tmn

Gefahr bei Gewittern: Motorradfahrer sollten bei einem Gewitter die Fahrt sofort unterbrechen und Schutz in einem Gebäude oder unter einer stabilen Stahlbetonbrücke suchen.Kay Nietfeld/dpa/dpa-tmn

© Kay Nietfeld/dpa/dpa-tmn

Im Auto schützt das geschlossene Metallgehäuse vor Blitz und Regen, auf dem Motorrad oder Fahrrad ist man einem Unwetter dagegen ausgeliefert. Wenn sich ein Gewitter ankündigt, sollten Zweiradfahrer und -fahrerinnen daher die Fahrt unterbrechen und sich in Sicherheit bringen, rät der Auto Club Europa (ACE).

Unter Brücke - und dann Abstand zum Zweirad halten

Wenn möglich, stellen Sie sich am besten in einem Gebäude unter. Eine große Stahlbetonbrücke schützt ebenfalls, aber Achtung: Darunter Abstand halten zu Geländern, Leitplanken und Metallstützen. Auch das Fahrrad oder Motorrad sollten Sie mindestens zehn Meter entfernt abstellen, statt es festzuhalten. Zweiräder ziehen zwar Blitze nicht an, können aber den Strom bei einem Einschlag leiten. Davor schützen auch gummierte Griffe oder Reifen nicht. 

Außerdem sollten elektronische Teile wie Displays von E-Bikes oder elektronische Schaltungen ausgeschaltet und wenn möglich abgenommen werden, rät der Pressedienst-Fahrrad (pd-f) auf seiner Webseite. Am besten verstaut man diese Teile in einer wasserdichten Tasche und legt sie etwas entfernt vom Rad und sich selbst auf den Boden.

Wo man aufpassen sollte

Zumindest Schutz vor Regen bieten Schutzhütten, Bushaltestellen oder Vordächer. Bei Touren durch die Berge warnt der pd-f wegen Steinschlag vor Höhlen oder Felsvorsprüngen, ebenso vor Seen und Flüssen, weil Wasser Blitze anzieht. Auch hohe Punkte ziehen verstärkt Blitze an, einzelne Bäume sind deshalb als Unterstand ebenso wenig geeignet.

Was jedoch tun, wenn man auf freiem Feld im Gewitter keinen sicheren Unterstand findet? Wichtig ist, im Gelände nicht an höchster Stelle zu sein und leitfähige Gegenstände nicht zu berühren. Man sucht sich dann einen möglichst tiefen Punkt, hockt sich dorthin, legt die Arme an und macht sich so klein, wie es geht. Ist man zu mehreren, hält man Abstand voneinander.

Gefährliche Straßenverhältnisse

Bei der Fahrt Richtung Schutzzone sollten Fahrrad- und Motorradfahrende laut dem ACE im Kopf haben, dass durch Starkregen und Hagel die Straßen deutlich rutschiger sind und sich die Bremswege verlängern. Während und auch schon vor einem Gewitter kann es starke Seitenwinde geben, besonders auf Brücken, freier Strecke oder Waldschneisen, nach der Ausfahrt aus einem Tunnel oder wenn große Fahrzeuge einen überholen.

Vorsicht ist auch noch geboten, wenn das Unwetter bereits vorbei ist. Die Fahrbahn kann glatt oder verschmutzt sein, vielleicht liegen Äste auf dem Weg oder fallen noch kurze Zeit später von den Bäumen herunter. Die Experten raten daher, bei oder nach einem Unwetter vorausschauend zu fahren, Abstand zu Bäumen zu halten, bremsbereit zu sein und überflutete Strecken zu meiden.