Panorama

Apotheker wegen illegaler Medikamentenverkäufe vor Gericht

Ein Apotheker soll mehr als 31.000 Packungen verschreibungspflichtiger Medikamente illegal verkauft haben. Nun steht er in Mönchengladbach vor Gericht.

22.09.2026

Medikamente illegal abgegeben? (Symbolbild)Daniel Reinhardt/dpa

Medikamente illegal abgegeben? (Symbolbild)Daniel Reinhardt/dpa

© Daniel Reinhardt/dpa

Mehr als 31.000 Packungen verschreibungspflichtiger Medikamente soll ein Apotheker aus Mönchengladbach innerhalb von 13 Monaten illegal verkauft haben. Seit Dienstag muss sich der 45-Jährige vor dem Landgericht Mönchengladbach verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Verstöße gegen das Arznei- und das Medizinal-Cannabisgesetz vor.

Der Verteidiger des Pharmazeuten erklärte, sein Mandant bestreite sämtliche Vorwürfe. Zudem beantragte er, das Verfahren wegen fehlerhafter Ermittlungen auszusetzen.

Nach Angaben der Anklage soll der Apotheker zwischen November 2023 und Dezember 2024 mehr als 31.000 Packungen verschreibungspflichtiger Betäubungs-, Beruhigungs-, Schmerz- und Schlafmittel rechtswidrig verkauft haben. Der Einkaufspreis habe bei rund 230.000 Euro gelegen, der mögliche Verkaufserlös bei mehr als 700.000 Euro. Die Medikamente seien über Großhändler bezogen und überwiegend telefonisch bestellt worden.

Anonymer Hinweis löste Ermittlungen aus

Bei einer Durchsuchung im Dezember 2024 stellten Ermittler zudem knapp 26 Kilogramm Cannabis sicher. Davon sei nur knapp ein Zehntel im Warenwirtschaftssystem der Apotheke erfasst gewesen. Der Verteidiger bestritt diese Darstellung. Aus den Einkaufslisten habe sich ergeben, dass die vollständige Cannabismenge vorhanden gewesen sei. Der Staatsanwalt räumte mögliche kleinere Fehler bei der Auswertung ein, nicht jedoch bei den Medikamenten.

Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch einen anonymen Hinweis. Bei einer Durchsuchung der Apotheke wurden demnach unter anderem rund 14.000 Packungen eines starken Beruhigungsmittels gefunden. Im Warenwirtschaftssystem seien für das gesamte Jahr 2024 lediglich 45 Packungen dieses Mittels erfasst gewesen.

Der Prozess soll am Freitag fortgesetzt werden. Bis dahin will die Strafkammer über den Aussetzungsantrag des Verteidigers entscheiden. Der Angeklagte ist auf freiem Fuß, die Apotheke ist geschlossen.

Prrozess um illegale Medikamentenabgabe gestartet. (Archivbild)Marius Becker/dpa

Prrozess um illegale Medikamentenabgabe gestartet. (Archivbild)Marius Becker/dpa

© Marius Becker/dpa