Panorama

Anwohner klagen gegen Bahnstrecke Münster–Sendenhorst

Gegen die geplante Reaktivierung der 21 Kilometer langen Bahnstrecke zwischen Münster und Sendenhorst liegen sieben Klagen und zwei Eilanträge vor. Im Fokus stehen Lärmschutz und Grundstücksfragen.

10.04.2026

Mehrere Anwohner klagen am NRW-Oberverwaltungsgericht gegen den Ausbau einer Bahnlinie zwischen Münster und Sendenhorst. (Symbolfoto) Guido Kirchner/dpa

Mehrere Anwohner klagen am NRW-Oberverwaltungsgericht gegen den Ausbau einer Bahnlinie zwischen Münster und Sendenhorst. (Symbolfoto) Guido Kirchner/dpa

© Guido Kirchner/dpa

Gegen den Ausbau bzw. die Reaktivierung einer alten Bahnstrecke im Münsterland sind am nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgericht zahlreiche Verfahren eingegangen. Nach Ablauf der Frist liegen sieben Klagen und zwei Eilanträge gegen den Planfeststellungsbeschluss vom 30. Januar 2026 der Bezirksregierung Münster vor, wie Gerichtssprecherin Gudrun Dahme der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage sagte. Die Anwohner klagen gegen das Land Nordrhein-Westfalen und die geplante Reaktivierung der Bahnstrecke vom Hauptbahnhof in Münster bis Sendenhorst im Kreis Warendorf.

Durch die 21 Kilometer lange Strecke soll der Autoverkehr aus dem südöstlichen Münsterland in die Innenstadt von Münster verringert werden. Die 23 Kläger sind Privatpersonen aus Münster und Sendenhorst. Im Wesentlichen geht es den Anwohnern nach Gerichtsangaben um Lärmschutz an der Strecke und im Fall einer Landwirtin in Sendenhorst um die Abgabe eines Grundstücks.

Für eine ausführliche Klagebegründung haben die Betroffenen noch rund zehn Wochen Zeit. Wann das OVG über den Streit entscheidet, ist derzeit offen.

Batteriebetriebene Züge

Betrieben werden soll die Strecke von der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE). Zum Einsatz kommen batteriebetriebene Züge, die im Hauptbahnhof in Münster geladen werden. Der Bau von Oberleitungen ist somit nicht notwendig. Pro Stunde sollen von Münster bis in den Stadtteil Wolbeck drei Züge fahren, zwei davon rollen weiter bis Sendenhorst. Die reaktivierte Strecke ist Teil des Plans „S-Bahn Münsterland“, mit dem mit einem dichteren Takt auf neun Linien die Region auf der Schiene langfristig besser vernetzt werden soll.