Angst vor Teileinsturz: Hochhaus in Manhattan evakuiert
Eingeknickte Stützpfeiler, abgesackte Decken: Mitten in einem der am dichtesten bevölkerten Stadtgebiete der Welt muss ein Hochhaus mit Dutzenden Stockwerken geräumt werden. Wie konnte das passieren?
Befürchtet wurde, dass zumindest Teile des Gebäudes einstürzen könnten.Angelina Katsanis/AP/dpa
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Mitten im dicht besiedelten New Yorker Stadtbezirk Manhattan geht die Angst vor dem befürchteten Teileinsturz eines Hochhauses um. „Zwei tragende Stützen sind eingeknickt; zudem wurden mehrere Risse und absackende Decken festgestellt“, sagte Bürgermeister Zohran Mamdani auf einer Pressekonferenz. Messungen hatten ergeben, dass sich das Gebäude bewegt. Am frühen Abend sei das dann nicht mehr der Fall gewesen, erklärte die Stadtverwaltung - deshalb könnten nun temporäre Stützen zur Sicherung des Gebäudes angebracht werden.
Der 37-stöckige Gebäudekomplex an der 42. Straße im Stadtteil Midtown wurde weiträumig abgesperrt, mit Feuerwehrdrohnen untersucht und mittels Geräten kontrolliert, die Verschiebungen im Zentimeterbereich aufzeichnen können, wie die Feuerwehr mitteilte. Weil es sich um einen Stahlrahmenbau handele, sei kein vollständiger, sondern allenfalls ein lokaler Einsturz zu erwarten. „Dennoch bleibt genau das unsere Sorge“, sagte ein Feuerwehrbeamter. Die Lage sei „sehr ernst“.
Verbogene Stützstreben im 21. Stockwerk
Das Problem mit der Statik betrifft maßgeblich das 21. Stockwerk des Hochhauses. Auf Bildern aus dem Inneren des Gebäudes sind ein eingeknickter Stützpfeiler und verbogene Metallstreben zu sehen. Laut der „New York Times“ machten Arbeiter die Aufnahmen, bevor das Gebäude evakuiert wurde.
Nach einer späteren Begehung mit Bauexperten gab die Stadtverwaltung am Abend die Einschätzung ab, dass die Situation „gleichbleibend, stabil und sicher sei“. Auf Nachfrage wollte ein Sprecher jedoch nicht explizit sagen, dass die Gefahr eines Teileinsturzes völlig gebannt sei. Auch zur Ursache des Vorfalls könne er sich vor den ausstehenden Untersuchungen nicht äußern.
Rekordprojekt mit Statikproblemen
Das frühere Hauptquartier des Pharmakonzerns Pfizer befindet sich derzeit im Umbau - aus früheren Büros sollen mehr als 1.600 Wohnungen werden. Laut den Architekten handelt es sich um das größte derartige Umwandlungsprojekt in der Geschichte der Stadt, die Arbeiten sollten 2027 abgeschlossen werden.
Der Projektentwickler wies jede Verantwortung von sich und sprach von einem „typischen Konstruktionsfehler“ des in den 1960er Jahren errichteten Gebäudes. Wahrscheinlich seien die eingeknickten Stahlträger nicht oder nicht ausreichend verstärkt worden, sagte er der „New York Times“. Von Einsturzgefahr könne keine Rede sein, die Zwischendecken seien wohl nur um zehn Zentimeter abgesackt. Das von der Stadtverwaltung genehmigte Projekt sei an sich „perfekt“, die Fertigstellung werde sich bloß um ein paar Wochen verzögern.
Just before at 8 a.m. Tuesday, the FDNY received reports of a structural issue at an active construction site on East 42nd Street between 2nd Avenue and 3rd Avenue in Manhattan. The call came in for reported issues at a 37-story building at 235 East 42nd Street that is currently… pic.twitter.com/NavUpNGAJE
— FDNY (@FDNY) July 7, 2026
Hotels und Schule evakuiert
Die Feuerwehr hatte kurz vor 8 Uhr morgens Ortszeit einen Anruf wegen herabfallender Ziegelsteine erhalten, wie Lillian Bonsignore erzählte, die Leiterin der New Yorker Berufsfeuerwehr. Die Einsatzkräfte erklärten die umliegende Gegend daraufhin zur Sperrzone, mehrere Gebäude wurden evakuiert. Auch zwei Hotels und eine Schule mit Hunderten Schülern mussten laut Medienberichten geräumt werden. Alle New Yorker waren aufgerufen, die Zone zwischen dem berühmten Chrysler Building und dem Hauptquartier der Vereinten Nationen weitestgehend zu meiden.
Die Gegend rund um das betroffene Gebäude ist eine der betriebsamsten der Millionenmetropole: Tausende Menschen wohnen und arbeiten hier, hinzu kommen unzählige Touristen und zig Pendler, die den nahegelegenen Bahnhof Grand Central als Verkehrsknotenpunkt nutzen.
Ein eingeknickter Stützpfeiler ist durch ein Fenster zu sehen.Angelina Katsanis/AP/dpa
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Die Gegend um das Gebäude wurde weiträumig abgesperrt.Angelina Katsanis/AP/dpa
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