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Achtung Radarfalle: Mehr Tempo-Kontrollen zur Ferienzeit

Zur Ferienzeit setzt die Polizei in NRW und Europa verstärkt auf Tempo-Kontrollen. Vor allem an Unfallschwerpunkten soll geblitzt werden. Was Autofahrer beachten sollten - und warum es Kritik gibt.

02.08.2026

Eine Polizistin wartet mit einer Kelle während einer Kontrolle.Jan Woitas/dpa

Eine Polizistin wartet mit einer Kelle während einer Kontrolle.Jan Woitas/dpa

© Jan Woitas/dpa

Diese Aktion betrifft nicht nur die Autofahrer und Transporteure im Berufsverkehr. Auch Reisende mit dem Auto oder Caravan müssen im Urlaub an vielen Stellen im In- und Ausland mit Kontrollen rechnen. 

Worum geht es?

Die NRW-Polizei nimmt in der ersten Augustwoche Raser verstärkt ins Visier. Gleichzeitig sind auch in vielen anderen Bundesländern sowie in europäischen Staaten Kontrollen geplant. Dabei kann es auch um Alkohol am Steuer gehen.

Die verstärkten Geschwindigkeitskontrollen in Nordrhein-Westfalen sind insbesondere an Unfallschwerpunkten geplant, wie das Innenministerium mitgeteilt hat. Ziel der Aktion sei, die Zahl schwerer Verkehrsunfälle zu reduzieren. 

Ein Rettungshubschrauber startet neben einem Rettungswagen. (Symbolbild)Julian Stratenschulte/dpa

Ein Rettungshubschrauber startet neben einem Rettungswagen. (Symbolbild)Julian Stratenschulte/dpa

© Julian Stratenschulte/dpa

Sind schon Kontrollpunkte bekannt?

„Nach wie vor ist in Nordrhein-Westfalen überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit eine der Hauptunfallursachen“, sagte ein Sprecher. Wann und wo genau kontrolliert werde, entschieden die einzelnen Kreispolizeibehörden. 

Bei Verstößen drohten Verwarngelder oder Bußgelder. Grundsätzlich suchten die Beamten bei Kontrollen das Gespräch mit den Verkehrsteilnehmern, um auf die Gefahren durch Geschwindigkeitsüberschreitungen hinzuweisen, heißt es. 

Ein mobiler Blitzer der Polizei. (Symbolbild)Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Ein mobiler Blitzer der Polizei. (Symbolbild)Sebastian Christoph Gollnow/dpa

© Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Welche Reaktionen gibt es? 

Aus Sicht des ADAC Nordrhein leisten die Blitzeraktionswochen einen Beitrag zur Verkehrssicherheit: „Sie machen Verkehrsteilnehmern die Gefahren für zu schnelles Fahren bewusst und können entsprechend sensibilisieren.“ 

Allerdings könnten mit solchen Aktionen nicht alle Risiken im Straßenverkehr dauerhaft aus der Welt geschaffen werden. „Jeder sollte sein Verhalten immer wieder kritisch hinterfragen und falls nötig verändern“, sagte ein Sprecher.

Es brauche aber auch dauerhaft mehr gezielte Kontrollen - gerade an Gefahrenschwerpunkten. Denn nur wenn angemessene Strafen und eine hohe Wahrscheinlichkeit, auf frischer Tat ertappt zu werden, zusammenwirkten, hielten sich regelmäßig zu schnell Fahrende besser an die Regeln.

Fühlen sich Fahrer abgezockt?

„Wünschenswert sind mehr Kontrollen an Gefahrenschwerpunkten auch, damit die Menschen den Zweck der Kontrolle auch verstehen, stückweit auch ein schlechtes Gewissen bekommen und motiviert sind, sich künftig an das Tempo zu halten“, erklärte der Sprecher des ADAC Nordrhein weiter. „Ansonsten ärgern sich die Leute nur kurzfristig, sie haben eher das Gefühl, die Behörden wollen ihre Kassen füllen, und der Sinn und Zweck einer Blitzeraktion verpufft.“

Gibt es Kritik am Zeitpunkt der Aktion?

Der Automobilclub von Deutschland (AvD) erklärte, er bewerte die Aktion zwiegespalten. Man begrüße grundsätzlich Geschwindigkeitskontrollen dort, wo sie einen echten Sicherheitsgewinn bewirkten und Verkehrsteilnehmer auf mögliche Gefahrensituationen aufmerksam machten. Der Zeitpunkt der „Speedweek“ sei jedoch bewusst in der Ferien- und Hauptreisezeit gewählt. 

„Kontrollen sollten nicht den Eindruck erwecken, in erster Linie der Einnahmeerzielung zu dienen“, fügte der AvD in seiner Stellungnahme hinzu. Verkehrssicherheit entstehe durch nachvollziehbare Regeln, deren konsequente Durchsetzung und die Eigenverantwortung aller Verkehrsteilnehmer. 

Ist ein Schwerpunkttag absehbar?

Vom 3. bis 9. August organisiere der europäische Verkehrspolizeiverband „Roadpol“ bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr die „Speedweek“. Anders als bei der Aktionswoche im April gebe es keinen Schwerpunkttag. Autofahrer müssten während der gesamten Woche mit deutlich mehr stationären und mobilen Geschwindigkeitskontrollen rechnen, erklärte auch der AvD. 

Ein Lasermessgerät im Einsatz. (Symbolbild)Michael Bahlo/dpa

Ein Lasermessgerät im Einsatz. (Symbolbild)Michael Bahlo/dpa

© Michael Bahlo/dpa

Welche Bundesländer sind nicht dabei?

Kontrolliert werde insbesondere auf Autobahnen, Landstraßen sowie Unfallschwerpunkten, in Baustellenbereichen und im Umfeld von Schulen und Kindergärten, zählt der AvD auf. In Deutschland beteiligen sich nach Übersicht des AvD Bayern, das Saarland und Sachsen nicht an der Kontrollwoche. 

Wie sehen die Strafen im Ausland aus?

Der ADAC hatte erst vor wenigen Wochen darauf hingewiesen, dass 
Geschwindigkeitsüberschreitungen, Handyverstöße oder falsches Parken in vielen europäischen Ländern deutlich strenger geahndet würden. Zudem würden Bußgelder in der EU zunehmend grenzüberschreitend vollstreckt. 

Wer etwa in Norwegen 20 km/h zu schnell fahre, dem drohe ein Bußgeld von 750 Euro. In den Niederlanden seien es mindestens 230 Euro, in Schweden mindestens 215 Euro. Die Handynutzung am Steuer werde in Norwegen mit 935 Euro geahndet, in den Niederlanden mit 440 Euro. Niederländische Behörden setzten auch „Handy-Blitzer“ ein, um Handysünder am Steuer zu entlarven.

Der ADAC Nordrhein rät, sich vor dem Start über die wichtigsten Verkehrsregeln im Urlaubsland zu informieren. Auch Vorschriften zu Warnwesten, Alkoholgrenzen oder Tempolimits unterscheiden sich teilweise erheblich.

Ein Polizist ist bei einer Geschwindigkeitskontrolle vor einer Grundschule zu sehen. (Archivbild)Volker Danisch/dpa

Ein Polizist ist bei einer Geschwindigkeitskontrolle vor einer Grundschule zu sehen. (Archivbild)Volker Danisch/dpa

© Volker Danisch/dpa

Wann folgen weitere Aktionen?
 

Zu Beginn des Schuljahres kontrolliert die Polizei üblicherweise verstärkt im Umfeld von Schulen. Die Landesverkehrswacht NRW appelliert seit Jahrzehnten zu Schulbeginn an Autofahrer, Rücksicht auf die Schulanfänger zu nehmen.

Einsatzkräfte bei einem schweren Unfall. (Archivbild)Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Einsatzkräfte bei einem schweren Unfall. (Archivbild)Karl-Josef Hildenbrand/dpa

© Karl-Josef Hildenbrand/dpa