Panorama

Giftige Chemikalie freigesetzt - Mitarbeiter im Krankenhaus

Zwischenfall im Chempark: Ein giftiger Stoff tritt aus - bis zu 25 Personen müssen ins Krankenhaus. Bei der Suche nach der Unfallursache hat die Polizei erste Erkenntnisse.

20.06.2026

Im Chempark Dormagen ist es am frühen Morgen zu einem Zwischenfall gekommen, bei dem mehrere Personen verletzt wurden. (Archivbild)Oliver Berg/dpa

Im Chempark Dormagen ist es am frühen Morgen zu einem Zwischenfall gekommen, bei dem mehrere Personen verletzt wurden. (Archivbild)Oliver Berg/dpa

© Oliver Berg/dpa

Im Chempark Dormagen ist am frühen Morgen eine giftige Chemikalie ausgetreten - bis zu 25 Mitarbeiter mussten mit Kontaminationsverdacht ins Krankenhaus. Keiner von ihnen sei in Lebensgefahr, sagte ein Sprecher der Kölner Polizei am Abend. Wie viele Verletzte oder potenziell Verletzte es genau seien, könne er nicht sagen, weil die Betroffenen in mehrere Krankenhäuser gebracht worden seien. Die Zahl liege wohl zwischen 19 und 25. Der Chempark hatte von 25 Patienten gesprochen.

Der Polizeisprecher sagte, nach erster Begutachtung durch die Ärzte seien die Mitarbeiter symptomfrei, müssten aber aufgrund der Gefährlichkeit des Stoffes Phosgen 24 Stunden lang im Krankenhaus medizinisch überwacht werden. Diese Zeitspanne müsse man abwarten. „Nach meinem Erkenntnisstand haben sie keine Symptome, die auf eine Erkrankung oder Verletzung hinweisen. Man muss das halt ausschließen.“ Teilweise seien die Patienten auch schon entlassen worden.

Zum Stand der Ermittlungen sagte der Polizeisprecher, es gebe keine Hinweise auf Fremdverschulden. Die Mitarbeiter seien befragt worden. „Wir gehen - Stand jetzt - von einem technischen Defekt aus beziehungsweise einer Fehlbedienung.“ Das müsse aber noch genau geklärt werden.  

Starker Ammoniak-Geruch im Umkreis 

Nach Angaben des Chemparks ging es bei dem ausgetretenen Stoff um eine phosgenhaltige Flüssigkeit. Die für einen solchen Fall vorinstallierten Sicherheitsmaßnahmen zur Neutralisierung des toxischen Stoffes hätten sofort gegriffen, so der Chempark. Dazu sei eine Dampf-Ammoniak-Wand ausgelöst worden. Die Phosgen-Wolke sei dadurch schnell gestoppt worden. 

Messfahrzeuge der Werksfeuerwehr und der Berufsfeuerwehren Köln und Dormagen hätten in den angrenzenden Wohngebieten kontrolliert und keine Auffälligkeiten festgestellt, so der Chempark. Allerdings hätten Anwohner möglicherweise das Ammoniak riechen können, das einen sehr starken und schlechten Geruch verbreite, aber unschädlich sei, sagte die Chempark-Sprecherin. „Das ist nicht schlimm“, versicherte sie. 

Phosgen werde unter anderem als Ausgangsstoff zur Herstellung von Vorprodukten für Pflanzenschutzmittel und Pharmazeutika genutzt. Im Chempark sind rund 70 Unternehmen aus der Chemiebranche mit Produktionsanlagen angesiedelt.