Panorama

16 Tote bei Erdbeben in Tibet - Rettungseinsatz läuft

Chinas Rettungskräfte suchen im Erdbebengebiet in Tibet weiter nach Opfern und Überlebenden. Die Gegend gilt als dünn besiedelt. Für Tibet ist es eine weitere Naturkatastrophe innerhalb kurzer Zeit.

23.10.2026

Durch das Erdbeben wurden auch Hunderte Häuser beschädigt.  Uncredited/XinHua/dpa

Durch das Erdbeben wurden auch Hunderte Häuser beschädigt. Uncredited/XinHua/dpa

© Uncredited/XinHua/dpa

Nach einem schweren Erdbeben in Tibet mit mindestens 16 Toten laufen die Such- und Rettungseinsätze weiter. Die Zahl der Verletzten stieg chinesischen Staatsmedien zufolge auf 76. Am Vortag waren die Behörden noch von 32 Verletzten ausgegangen. 

Im Kreis Baqing in Chinas Autonomer Region Tibet hatte in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) die Erde mit einer Stärke von 7,0 in einer Tiefe von rund 10 Kilometern gebebt, wie die chinesische Erdbebenwarte mitteilte. Seitdem wurden in der Region mehrere Nachbeben registriert. 

Regale wackeln und Deckenlampen zittern

In Chinas sozialen Medien waren Aufnahmen von Überwachungskameras zu sehen, die wackelnde Regale in Supermärkten und zitternde Deckenlampen in Wohnungen zeigten. Das chinesische Staatsfernsehen verbreitete außerdem Videos, auf denen Menschen panisch aus einem Restaurant stürmten, als die Erde zu beben begann. 

Unter Berufung auf die Rettungskräfte berichtete das Staatsfernsehen, dass mehr als 330 beschädigte Häuser und 20 kaputte Ställe gezählt worden seien. Drohnenaufnahmen im Staatsfernsehen zeigten kleine Siedlungen mit eingestürzten Gebäuden.

Die Regierung entsandte demnach 350 Rettungskräfte der Feuerwehr und 83 Fahrzeuge in das Katastrophengebiet. Insgesamt waren nach offiziellen Angaben Tausende Helfer verschiedener Behörden im Einsatz. Es gelte die Such- und Rettungsmaßnahmen mit aller Kraft voranzutreiben, die Verletzten medizinisch zu versorgen und die Zahl der Toten und Verletzen so gering wie möglich zu halten, sagte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping der Nachrichtenagentur Xinhua zufolge. 

Nach dem Erdbeben wurden weitere Rettungskräfte entsandt. Uncredited/XinHua/dpa

Nach dem Erdbeben wurden weitere Rettungskräfte entsandt. Uncredited/XinHua/dpa

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Erdbebengebiet dünn besiedelt

Mit einer Stärke von 7,0 war das Erdbeben in Baqing das bisher stärkste in diesem Jahr in China. Das Erdbebengebiet liegt rund 180 Kilometer von der nächstgrößeren Stadt Nagqu und etwa 400 Kilometer von Tibets Hauptstadt Lhasa entfernt. 

Rettungskräfte richteten provisorische Unterkünfte ein. Uncredited/XinHua/dpa

Rettungskräfte richteten provisorische Unterkünfte ein. Uncredited/XinHua/dpa

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Die betroffene Gegend im Himalaya gilt als dünn besiedelt. Im Schnitt liegt das Gebiet im Bereich des Epizentrums offiziellen Angaben zufolge auf rund 4.800 Metern Höhe. Meteorologen erwarteten heute in Teilen des Gebiets Schneefall. 

Immer wieder Naturkatastrophen in Tibet

Tibet wurde damit erneut von einer schweren Naturkatastrophe erfasst. Mehr als 1.000 Kilometer von Nagqu entfernt hatte Ende August eine Sturzflut im Südwesten der Autonomen Region einen Grenzposten unter sich begraben und sich anschließend talwärts nach Nepal ergossen. Auf beiden Seiten der Grenze kamen bei der Naturkatastrophe insgesamt etwa 1.450 Menschen ums Leben, mehr als 5.500 galten Anfang Oktober immer noch als vermisst. 

Tibet und der Südwesten Chinas sowie Nepal und Nordindien werden häufiger von Erdbeben heimgesucht, die durch die Kollision der indischen und eurasischen tektonischen Platten verursacht werden.

In Tibet hatte sich zuletzt im Januar 2025 im Kreis Tingri ein schweres Erdbeben mit der Stärke 6,8 ereignet. Das Gebiet lag auf der Nordseite des Mount Everests. Mindestens 126 Menschen kamen damals ums Leben.