Velen: Vier „Neulinge“ wollen in den Stadtrat einziehen
Der Velener Stadtrat wird in diesem Jahr neu besetzt. Einige Kandidaten stehen zum ersten Mal auf den Wahllisten der vier Parteien. Wir stellen sie vor.
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VELEN/RAMSDORF. Michael Niehues (CDU) ist Direktkandidat in Wahlbezirk sieben und an Position elf der Reserveliste. Sybille Hüging (UWG) tritt in Wahlbezirk acht an und steht an Position zwei der Reserveliste. Christoph Koppers (SPD) stellt sich ebenfalls in Wahlbezirk acht zur Wahl und wäre fünftes Ratsmitglied der SPD, sollte die Fraktion erneut fünf Sitze erhalten. Auch Lisa Fastring (Grüne) tritt in Wahlbezirk acht. Auf der Reserveliste nimmt sie Platz drei ein.
Die BZ stellt den Kandidaten vier Fragen:
BZ: Was hat für Sie den Impuls gegeben, sich politisch zu engagieren?
Michael Niehues: „Als Landwirt ist mir bewusst geworden, wie direkt ich mit politischen Entscheidungen konfrontiert werde. Zum anderen habe ich in den vergangenen Jahren gemerkt, dass Politik bei jüngeren Menschen überhaupt nicht populär ist.“

Michael Niehues
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Lisa Fastring: „Den Impuls hat der Klimawandel gegeben, der mich beunruhigt. Da hätte man in den vergangenen Jahren viele Sachen anders gestalten können.“

Lisa Fastring
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Christoph Koppers: „Es entwickelte sich vom allgemeinen Interesse für Politik, über die Diskussionen zur GroKo bis hin zu lokalen Themen.“

Christoph Koppers
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Sybille Hüging: „Mein Vater war schon politisch aktiv. Hier in Velen und Ramsdorf habe ich früh Kontakt zur UWG gehabt. Sie hatte das Programm, das mich am besten repräsentierte.“

Sybille Hüging
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BZ: Warum gehen Sie sogar einen Schritt weiter und wollen in den Stadtrat?
Michael Niehues: „Ich bin in den vergangenen Jahren über die Junge Union in Velen und Ramsdorf in die Politik reingewachsen und habe Interesse an der Arbeit im Stadtrat. Außerdem fühle ich mich als Ostendorfer dem Ort verpflichtet.“
Lisa Fastring: „Ich möchte Sachen mitentscheiden. Und wer etwas erreichen möchte, sollte vorne mit dabei sein.“
Christoph Koppers: „Wenn ich politisch etwas bewegen möchte, ist das der nächste logische Schritt. Das Ringen um Mehrheiten macht mir Spaß. Vor allem dann, wenn die Parteienverhältnisse ausgeglichen sind.“
Sybille Hüging: „Weil ich weiblichere und jüngere Akzente setzen möchte. Die waren im Stadtrat bislang unterrepräsentiert. Außerdem möchte ich Probleme angehen.“
BZ: In welchen Fachbereichen können Sie der Stadt helfen?
Michael Niehues: „Wenn es um das Thema Landwirtschaft geht, habe ich natürlich Kenntnisse. Junges Wohnen liegt mir am Herzen. Ich möchte mich überhaupt für die Themen der jungen Menschen in der Stadt einsetzen.“
Lisa Fastring: „Ich denke, ich werde mich gut in den Bereichen Soziales und Familienpolitik einbringen können.“
Christoph Koppers: „Als Softwareentwickler liegt mir die digitale Transformation am Herzen. Ich möchte helfen, unsere Stadt auf digitale Füße zu stellen. E-Government ist das Stichwort. Damit verbunden ist die Veränderung der Wirtschaftsförderung. Mit der Idee zum Online-Marktplatz „VeRa hat’s“ konnte ich einen ersten Anstoß geben.“
Sybille Hüging: „Ich möchte der Landwirtschaft eine Stimme geben. Schule und Bildung sind auch Themen, die mir liegen.“
BZ: Welche Themen müssen in Velen angepackt und welche vielleicht zu den Akten gelegt werden?
Michael Niehues: „Die Sanierung der Ramsdorfer Ortsmitte muss Priorität haben. Eventuell muss eben eine Zwischenlösung her. Das Thema Wohnen ist ebenfalls ein wichtiges. Wir müssen kleine Wohneinheiten etwa für Senioren schaffen.“
Lisa Fastring: „Ich würde gerne an den Kinderbetreuungskosten arbeiten. Anderswo ist es schon so geregelt, dass eine Familie, deren Kinder Kita und OGS besuchen, nur einen Beitrag zahlen müssen. Dafür mache ich mich auch stark. Die Schulsozialarbeit sollte auch in Velen aufgestockt werden. Es muss mehr Präventionsarbeit geleistet werden. Vor allem durch die digitalen Medien prasselt so viel auf die Kinder ein. Ich werbe zudem dafür, dass Velen Gesamtschulstandort wird. An der Sekundarschule wird mit Sicherheit gute Arbeit geleistet, aber ihr haftet dennoch ein Hauptschul-Stigma an.“
Christoph Koppers: „Themen, die forciert werden müssen, sind neuer und bezahlbarer Wohnraum, die digitale Transformation und der Ausbau der Wirtschaftsförderung, der Umwelt- und Klimaschutz mit einer Vorbereitung auf die steigende E-Mobilität. Zu den Akten sollten parteipolitische Streitigkeiten gelegt werden.“
Sybille Hüging: „Das Thema Wirtschaftswege muss angepackt werden. Da gibt es zwar einen Kompromiss. Alle Bürger in der Stadt sollten genau darüber Bescheid wissen, was da Stand der Dinge ist. Die Sanierung des Ortskerns in Ramsdorf ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Durch den Wegfall des Sportschlosses sollte die Stadt sich nicht mehr darum bemühen, Luftkurort zu werden. Der Einzelhandel sollte auf andere Art gefördert werden.“

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