Velen

Frauen sind weiter in der Minderheit

Männlich und über 50 Jahre alt. So ist der durchschnittliche Kandidat für die Kommunalwahl in Velen und Ramsdorf zu beschreiben – zumindest bei einem zusammenfassenden Blick auf die Direktkandidaten und die auf der Reserveliste stehenden Personen.

25.08.2020

Im Saal der Burg Ramsdorf kommt der Stadtrat regelmäßig zusammen. Frauen waren dort bislang eher unterrepräsentiert. Auch auf den Wahllisten dieser Kommunalwahl stehen mehrheitlich Männer.

Im Saal der Burg Ramsdorf kommt der Stadtrat regelmäßig zusammen. Frauen waren dort bislang eher unterrepräsentiert. Auch auf den Wahllisten dieser Kommunalwahl stehen mehrheitlich Männer.

© Gillitzer

Die Kandidaten auf den Wahllisten

VELEN/RAMSDORF. Beim genaueren Blick lässt sich feststellen, dass insbesondere die UWG in Velen und Ramsdorf überproportional viele männliche Kandidaten ins Rennen schickt. „Gewollt ist dieses Verhältnis nicht. Es war für uns schwierig, auch Frauen davon zu überzeugen mitzumachen“, sagt Robert Hummels, Vorsitzender des UWG-Ortsvereins. Mit Mona Ehling aus Ramsdorf und Sybille Hüging aus Velen stellt die UWG lediglich zwei Direktkandidatinnen auf. Auf der Reserveliste tauchen bei 27 Personen lediglich drei Frauen auf. Immerhin steht mit Sybille Hüging eine Frau auf Platz zwei der Reserveliste. Da die UWG aktuell fünf Sitze in Rat hat, darf sich Hüging Hoffnung auf einen Platz im neuen Rat machen.

Den höchsten Frauenanteil auf den Listen haben die Grünen. Bei knapp 50 Prozent liegt dieser. „Das hat sich durch Zufall ergeben. Wir haben allerdings bewusst Frauen und Männer abwechselnd auf die Reserveliste gesetzt“, sagt Ursula Gerighausen, Sprecherin der Grünen. Und auch das Durchschnittsalter liegt mit knapp unter 50 Jahren im Vergleich zu den anderen drei Parteien am niedrigsten. Erwähnen muss man dabei allerdings, dass auch Kandidaten auf der Liste stehen, die in ihren Wahlbezirken keinen aktiven Wahlkampf betreiben. Mit Andrea Kormann ist lediglich eine Ramsdorferin auf der grünen Kandidatenliste zu finden. Sie tritt in Wahlbezirk fünf an. „Wir wollen natürlich auch Ramsdorfer ansprechen, da fehlen uns noch die Kontakte“, sagt Ursula Gerighausen.

Das ist bei der CDU anders. Kein Wunder, schließlich hat der Stadtverband beachtliche 34 Kandidaten auf die Reserveliste gebracht. Mit einem Durchschnittsalter von knapp 54 Jahren rangiert die Partei in dieser Kategorie hinter den Grünen und UWG an Position drei. „Wir wollten jünger werden, ohne die Erfahrung zu verlieren“, sagte Karl-Heinz Hellmann, Stadtverbandsvorsitzender der CDU. „Und wir sind stolz, dass wir das Durchschnittsalter unserer Kandidaten um zehn Jahre senken konnten.“ Wie die Unabhängigen starten auch für die Christdemokraten lediglich zwei Direktkandidatinnen. Agnes Wennmar steht in Ramsdorf in Wahlbezirk vier und Anke Becker in Velen in Wahlbezirk acht zur Wahl. Bei der vergangenen Kommunalwahl hatte die CDU alle ihre Direktkandidaten in den Stadtrat bekommen.

Frauen-Quote könnte steigen

Mit Margret Seyer war bis jetzt eine Frau Mitglied der SPD-Ratsfraktion. Sie besetzt in diesem Jahr Platz vier der Reserveliste. Vor ihr auf Position drei steht Birgit Schlautmann. Sollte die SPD erneut fünf Sitze ergattern, wäre die Frauenquote von 20 auf 40 Prozent gestiegen. Das Durchschnittsalter der SPD-Kandidaten ist allerdings das höchste aller vier Parteien. Knapp 58 Jahre alt sind die 16 Kandidaten auf der Reserveliste. „Wir haben einige junge Leute mit dabei“, sagt Hans-Joachim Eckerth, Mitglied der SPD-Fraktion im Rat. „Die haben aber darum gebeten, dass sie noch von erfahrenen Politikern begleitet werden. Darum haben einige der älteren gesagt, dass sie noch eine Wahlperiode dranhängen.“ Nach zwei Männern an der Spitze der Reservliste folgen bei der SPD zwei Frauen.

Insgesamt stehen 44 Kandidaten aus Velen und 36 Kandidaten aus Ramsdorf auf den Listen.

Frauen sind weiter in der Minderheit

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