Kreis Borken

Schnee, Eis und Glätte: Eingeschränkter Winterdienst im Kreis Borken

Das Winterwetter sorgt im Kreis Borken für eine hohe Streusalz-Nachfrage. So langsam werden die Reserven allerdings knapp. Daher gibt es im Kreis Borken nur noch einen eingeschränkten Winterdienst.

29.01.2026

Der Winterdienst des Kreises Borken hat in diesem Jahr besonders viel zu tun. Er ist selbst nachts im Unterwegs, um für einen sicheren Berufsverkehr zu sorgen. Allerdings wird derzeit das Streusalz knapp im Kreis Borken.

Der Winterdienst des Kreises Borken hat in diesem Jahr besonders viel zu tun. Er ist selbst nachts im Unterwegs, um für einen sicheren Berufsverkehr zu sorgen. Allerdings wird derzeit das Streusalz knapp im Kreis Borken.

© Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

KREIS BORKEN. Am Mittwoch und Donnerstag hat es im Kreis Borken erneut geschneit. Hinzu kommen Minustemperaturen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes besteht auch am heutigen Donnerstag eine amtliche Warnung vor Glätte im Kreisgebiet.

Vor diesem Hintergrund hatte die Kreisverwaltung bereits am Mittwochabend auf einen eingeschränkten Winterdienst auf den Kreisstraßen hingewiesen.

Aufgrund der verschärften Winterlage in den vergangenen Wochen und der dadurch bedingten hohen Salznachfrage seien die Lieferketten aktuell stark belastet, heißt es seitens des Kreises. Bestellte und bereits zur Lieferung angekündigte Mengen seien kurzfristig verschoben worden. Vor diesem Hintergrund könne es in den nächsten Tagen – vor allem auf Nebenstrecken – zu einem eingeschränkten Winterdienst kommen.

Verbrauch doppelt so hoch

Auf BZ-Anfrage teilt der Kreis Borken mit, bereits vor rund zwei Wochen die Menge an Streusalz verbraucht zu haben, die im gesamten vergangenen Winter eingesetzt wurde. Mittlerweile, das bestätigt Peter Sonntag, Leiter des Kreisbetriebs, seien im Laufe dieses Winters bis Donnerstag 1100 Tonnen Salz verbraucht worden. Zum Vergleich: Während des Winters 2024/25 wurden 600 Tonnen Salz eingesetzt. Derzeit würden vermehrt Bundes- und Landesstraßen priorisiert angefahren.

Sonntag erklärt weiter, dass derzeit noch etwa 80 Tonnen Streusalz auf Lager seien. „Das wird noch für die gesamte nächste Woche reichen“, fügt er entwarnend hinzu. Den deutlich gestiegenen Streusalzverbrauch erklärt Sonntag unter anderem damit, dass es verhältnismäßig häufig und viel im Kreis Borken schneie. „Unsere Straßenleute sagen immer: ‚Schnee frisst Salz‘.“

460 Kilometer Straßennetz

Doch satt nach dem Motto „Lieber zu viel, als zu wenig“ zu handeln, richtet sich der Kreis, was die Lagerung von Streusalz betrifft laut Peter Sonntag immer danach, wie die Wetterlagen in den vergangenen Jahren waren. Und der gegenwärtige Winter sei eben besonders herausfordernd. Gelagert wird das Salz größtenteils in Gescher auf dem interkommunalen Bauhof. Sonntag gibt zu verstehen, dass es zudem ein kleines Nebenlager in der Gemeinde Heek gibt – für Kommunen aus dem Nordkreis.

So soll gewährleistet werden, dass der Kreis sein rund 460 Kilometer langes Straßennetz bestmöglich versorgen kann – auch nachts. „Es gibt immer einen Bereitschaftsdiensthabenden, der das Wetter dediziert im Blick hat“, führt Sonntag aus. Deute sich an, dass die Straßen zum Berufsverkehr glatt werden könnten, mache sich dieser bereits gegen 2 Uhr auf den Weg zum Bauhof nach Gescher und sei gegen 3 Uhr auf den Straßen unterwegs, um diese zu streuen.

14 Unfälle im Kreis

Gerade während des Berufsverkehrs kommt es immer wieder zu Unfällen – vor allem bei glatter Fahrbahn und widrigen Wetterverhältnissen. Auch zwischen Mittwochabend und Donnerstag hat es im Kreis Borken mehrfach gekracht. Die Kreispolizeibehörde teilte am Donnerstagmittag mit, dass es insgesamt zwölf Verkehrsunfälle mit Sachschaden sowie zwei Unfälle mit leichten Verletzungen gegeben habe, die auf Glätte zurückzuführen seien.

Der Kreis Borken bittet daher alle Verkehrsteilnehmer, sich auf die Situation einzustellen. Wer dennoch mit dem Auto unterwegs sein müsse, solle langsam und mit ausreichendem Sicherheitsabstand fahren. Außerdem sollten Autofahrten nur unternommen werden, wenn das Fahrzeug mit Winterreifen ausgestattet ist.

Bocholt ist versorgt

Der Bocholter Winterdienst kommt mit seinen Streusalz-Vorräten – anders als der Kreis Borken, der einen Engpass vermeldet hat – ebenfalls gut zurecht. „Streusalz haben wir ausreichend“, bestätigt Stadtsprecher Nikolaus Kellermann im BBV-Gespräch. Etwa 300 Tonnen Streusalz habe die Stadt Bocholt noch vorrätig. Und das reiche an sich auch für den aktuellen Winterdienst. Darüber hinaus erwarte die Stadt in den kommenden Tagen noch zusätzliche 50 Tonnen. Demnach hätte auch der Entsorgungs- und Servicebetrieb Bocholt am Donnerstagvormittag keine Probleme gehabt: „Wir sind aktuell nicht betroffen von der Salzknappheit“, so Kellermann. Der Winterdienst sei an diesen Tagen weiterhin fest eingespannt – das heißt, das bis zu 14 Streufahrzeuge und 7 Kleinfahrzeuge mit rund 25 Mitarbeitern auf den Bocholter Straßen im Einsatz seien.