Polizei Borken warnt vor überteuerten handwerklichen Notdiensten
Die schnelle Hilfe aus dem Internet kann teuer werden: Im Kreis Borken wurden Fälle von Wucher bekannt, bei denen handwerkliche Notdienstanbieter unverhältnismäßig hohe Preise verlangten. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und gibt Tipps, wie man sich schützen kann.
Schnelle Hilfe aus dem Internet ist nicht immer eine gute Hilfe: Im Kreis Borken gibt es zwei Strafanzeigen gegen Notdienste wegen Wucher.
© Wolf von Dewitz/dpa
KREIS BORKEN. Wenn Hilfe für besondere Momente gesucht wird, ist das Internet schnell ein Lösungsgeber und vermittelt Kontaktdaten zu Firmen. Sei es für die verschlossene Tür oder wie für ein Bienennest.
Die Kreispolizeibehörde Borken nimmt nun zwei Strafanzeige zum Anlass, um vor Betrug zu warnen. In beiden Fällen suchten die Geschädigten kurzfristig Hilfe über eine Internetsuche. Einmal ging es um die Beseitigung eines Bienennestes, im anderen Fall um eine Rohrverstopfung. Die jeweils angeforderten Mitarbeiter erschienen zeitnah vor Ort und führten die Arbeiten innerhalb kurzer Zeit aus.
Anschließend beziehungsweise teilweise bereits vor Beginn der Arbeiten wurden jedoch sehr hohe Beträge verlangt, die unmittelbar mittels Kartenlesegerät bezahlt werden sollten, erläutert die Polizei weiter. Nach Angaben der Geschädigten standen die in Rechnung gestellten Summen in keinem angemessenen Verhältnis zum Umfang der erbrachten Leistungen. Zudem ergaben sich im Nachhinein weitere Auffälligkeiten, etwa schwer erreichbare Ansprechpartner oder Zweifel an den angegebenen Firmenanschriften. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.
So kann man Firmen überprüfen
Gerade in Notsituationen handeln Betroffene häufig unter Zeitdruck. Es gibt einfach Möglichkeiten, um zu überprüfen, ob ein Dienstleister seriös ist:
• Bevor der Auftrag erteilt wird, einfach Informationen zum Unternehmen sammeln und beispielsweise die Bewertungen kritisch lesen.
• Gibt es ein vollständiges Impressum mit nachvollziehbarer Firmenanschrift und Festnetznummer?
• Eine Arbeitszeit und ein verbindlicher Preis oder ein Kostenrahmen kann im Vorfeld vereinbart werden.
• Einzelne Leistungen und Kosten sollten die Ansprechpartner verständlich erläutern können.
• Eine sofortige oder vollständige Zahlung vor Beginn der Arbeiten sollte Zweifel wecken.
• Nicht unter Druck setzen lassen und weder unterschreiben noch bezahlen, wenn Forderungen unangemessen hoch erscheinen.
Wenn Sie betroffen sind
Wer den Verdacht hat, Opfer eines unseriösen Notdienstes geworden zu sein, sollte den Vorfall möglichst zeitnah bei der Polizei anzeigen. Vorhandene Unterlagen wie Rechnungen, Zahlungsbelege, E-Mails, Fotos oder Chatverläufe sollten gesichert werden. Die Bank sollte informiert werden, wenn per Karte gezahlt wurde.
Die Polizei weist darauf hin, dass ein hoher Preis allein nicht automatisch eine Straftat darstellt. Ob der Straftatbestand des Wuchers oder andere Delikte erfüllt sind, ist stets anhand der Umstände des jeweiligen Einzelfalls zu prüfen. Umso wichtiger ist es, verdächtige Sachverhalte frühzeitig zur Anzeige zu bringen.