Kreis Borken

Leichter Anstieg bei Straftaten mit Messern im Kreis Borken

Im Kreis Borken gibt es einen leichten Anstieg von Straftaten, bei denen Messer eine Rolle spielen. Die Kreispolizeibehörde Borken hat eine Bilanz zu diesem Jahr veröffentlicht und teilt auf Nachfrage der Borkener Zeitung mit, dass im Zeitraum von Januar bis Oktober 51 Taten mit Messerbeteiligung registriert wurden.

28.11.2025

Bei Veranstaltungen wie der Bocholter Kirmes kontrolliert die Polizei, ob Besucher Waffen mit sich führen.

Bei Veranstaltungen wie der Bocholter Kirmes kontrolliert die Polizei, ob Besucher Waffen mit sich führen.

© Sven Betz

KREIS BORKEN. In 22 dieser Fälle wurde das Messer dann auch tatsächliche als Tatmittel eingesetzt. Das bedeutet, dass in diesen Fällen damit gedroht wurde oder es wirklich zum Einsatz kam. Sieben Menschen wurden dabei durch ein Messer leicht verletzt. In den übrigen Fällen blieb es beim Versuch oder die Tat konnte ohne Verletzung beendet werden, heißt es weiter.

Die Statistik führt aktuell die Stadt Gronau mit 14 Strafanzeigen an, Borken folgt auf Platz zwei mit neun Taten. In den Orten Heiden Raesfeld, Rhede, Südlohn und Velen gab es keine einzige Tat mit Messerbeteiligung. Bei der Auswertung der Kreispolizeibehörde wird deutlich, dass Straftaten mit Messern eine männlich dominierte Szene ist. So sind 97,6 Prozent der Täter männlich und lediglich 2,4 Prozent weiblich.

Im Vergleich zu ähnlich strukturierten Kreisen steht der Kreis Borken gut da. So wird ausgewertet, wie viele Straftaten es mit Messern im öffentlichen Raum pro 100.000 Einwohner gibt. Die aktuelle Statistik fasst dabei die Jahre von 2019 bis 2024 zusammen. Demnach führt der Kreis Wesel mit 66,76 Taten die Liste an. Es folgen: Kreis Warendorf 59,16 Taten, Kreis Steinfurt 51,26 Taten, Kreis Kleve 47,92 Taten, Kreis Borken 47,22 Taten und der Kreis Coesfeld mit 38,27 Taten.

Präventionsarbeit und Aufklärung sind ein Ansatz der Polizeibehörde, um diese Straftaten zu verhindern. Polizisten suchen den Kontakt zu Schulen, Jugendhäusern und Unterbringungseinrichtungen. In persönlichen Gesprächen wird offen über mögliche Risiken, rechtliche Folgen und Gefahren gesprochen, erläutert die Pressestelle weiter. Dabei knüpft die Behörde an die landesweite Kampagne #besserohnemesser an, die darauf abzielt, Messergewalt vorzubeugen und ein Bewusstsein für verantwortungsvolles Handeln zu schaffen dazu zählen Informationsmaterialien, Plakataktionen und Dialogangebote.

Neben der Präventionsarbeit setzt die Polizei auf konsequente Kontrollen bei Großveranstaltungen. Als Beispiel wird die Bocholter Kirmes aufgeführt. Auf der Veranstaltung im Oktober wurden rund 300 Personen auf das Mitführen von Messern kontrolliert. Auf Antrag der Polizei wurde in 13 Fällen durch die zuständige Behörde ein Waffentrageverbot ausgesprochen.

Bei Veranstaltungen wie der Bocholter Kirmes kontrolliert die Polizei, ob Besucher Waffen mit sich führen.

Bei Veranstaltungen wie der Bocholter Kirmes kontrolliert die Polizei, ob Besucher Waffen mit sich führen.

© Sven Betz