Raesfeld

Wolf: Verbände streiten weiter

Die Ende März von der Landesregierung beschlossene neue Wolfs-Verordnung für NRW hat bei ihrer Vorstellung für Kritik gesorgt (die BZ berichtete). Diese kam von Befürwortern der Wolfsansiedlung und Tierhaltern.

05.04.2022

Der Wolf sorgt für Streit.

Der Wolf sorgt für Streit.

© colourbox.com

Neue Verordnung sorgt für Unzufriedenheit

ERLE/SCHERMBECK Die Verordnung soll „den Umgang mit dem Wolf erleichtern und Konflikte entschärfen“. Die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe bezweifelt in einer Mitteilung, dass die Regelung dem Anspruch genügen kann, denn in wichtigen Punkten sei auf klare Formulierungen verzichtet worden. Ob diese dem Europarecht entspricht, sei zweifelhaft.

Nicole Kronauer, vom Vorstand der Gesellschaft, sagt: „Es ist bedauerlich, dass die konstruktive Zusammenarbeit der Verbände mit dem Umweltministerium, die bisher meist gut funktioniert hat, diesmal leider nicht erfolgt ist.“ Die in der Verbändeanhörung und im Gespräch mit Ministerin Ursula Heinen-Essen angesprochenen Punkte seien unberücksichtigt geblieben.

Tierhalter sind enttäuscht

Auch die Tierhalter äußern sich enttäuscht. Die erwarteten Vereinfachungen beim Umgang mit Problem-Wölfen dürften sich mit der Verordnung nicht erfüllen, so der Rheinischen Landwirtschafts-Verband (RLV). Wie berichtet, sollte sich die hiesige Regelung an Vorschriften aus Niedersachsen anlehnen. Wie ein Vergleich zeige, fehlten in der NRW-Verordnung für den Konfliktbereich Wolf/Weidetierhaltung konkrete Regeln zur Tötung auffälliger Wölfe, etwa nach zweimaligem Überwinden von Schutzzäunen. Der RLV moniert, dass auch seine Vorschläge nicht aufgegriffen worden seien. Hierzulande müsse weiter im Einzelfall über eine Entnahme von Problem-Wölfen entschieden werden.

Zusätzliche Hürden eingebaut

Mehr noch: Anders als im Entwurf sei die Verordnung um bürokratische Hürden erweitert worden. „Um es klar zu sagen: Wir hätten uns deutlich mutigere Schritte gewünscht“, so RLV-Präsident Bernhard Conzen.

Peter Lautz, Pferdehalter und Vorsitzender des RLV-Fachausschusses Pferdehaltung, ergänzt: „Nach den schlimmen Vorfällen im Wolfsgebiet Schermbeck und mehreren toten Ponys, die Opfer von Wolfsangriffen wurden, frage ich mich, unter welchen Bedingungen in NRW eine Entnahme auffälliger Wölfe überhaupt möglich sein soll.“

Wolf: Verbände streiten weiter

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