Raesfeld

Wölfin sorgt zunehmend für Probleme

Die zuletzt verstärkt vorgekommenen Tier-Risse im Wolfsgebiet Schermbeck sorgen für Bewegung: Das Lanuv soll die Fälle schnellstmöglich klären. Die CDU in Schermbeck spricht sich für eine Umsiedlung von Wölfin Gloria aus.

03.09.2020

Die Schermbecker Wölfin sorgt zunehmend für Probleme.

Die Schermbecker Wölfin sorgt zunehmend für Probleme.

© pd

Amt soll Tier-Risse schnell untersuchen

SCHERMBECK/ERLE Eine schnelle Untersuchung der zuletzt auffällig vielen Nutztier-Risse hat die NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser auf Nachfrage des SPD-Landtagsabgeordneten René Schneider versprochen. Elf Mal hat vermutlich der Wolf im Vormonat zugeschlagen und dabei mindestens 13 Schafe getötet. Zudem, so die Betroffenen, habe seine Anwesenheit dazu geführt, dass zuletzt eine Rinderherde sowie ein Pferd von ihren Weiden ausgebrochen waren.

Änderung im Gesetz lässt Abschuss zu

Ob eine Entnahme des Wolfes wegen der Häufung der Schadensfälle gerechtfertigt ist, könne erst nach Abschluss der Untersuchungen durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) entschieden werden, so Heinen-Esser. „Eine Änderung im Bundesnaturschutzgesetz lässt bei ernsten wirtschaftlichen Schäden den Abschuss zu“, so Schneider.

Herdenschutz hat bislang geholfen

Bislang hatten vor allem Herdenschutzmaßnahmen dabei geholfen, die Zahl der Risse niedrig zu halten. Das Land hat dafür bislang 1,6 Millionen Euro Fördermittel ausbezahlt. „Dieser Topf wird nicht leer“, erklärt die Ministerin. Zudem würden die Förderrichtlinien angepasst, um den Bedürfnissen der Schäfer entgegenzukommen. Die Folge: Künftig können kleine Herden ab 40 Tieren gefördert werden. Bislang mussten es mindestens 100 Schafe sein, um den Kauf etwa von Herdenschutzhunden finanziert zu bekommen.

Mike Rexforth, Bürgermeister in Schermbeck (CDU), hat in einem Schreiben an die Ministerin deutlich gemacht, dass ein Zusammenleben mit der Wölfin nach den jüngsten Vorfällen nicht möglich sei. Daher setzen sich die Schermbecker CDU und er für eine schnellstmögliche Umsiedlung des Tieres ein. Die Tötung sei als letzte Lösung zu sehen; über diese müsse das Ministerium entscheiden und nicht die Politik.