Vier Millionen Euro für Gewerbeflächen
Mit 12,9 Millionen Euro möchte die Gemeinde Raesfeld im kommenden Jahr soviel Geld investieren wie noch nie. Wie berichtet, sollen vor allem die Schulen, neue Bau- und Gewerbegebiete sowie Vorhaben aus dem Dorfentwicklungsprojekt (DEK) die Schwerpunkte sein.
Rund 12,9 Millionen Euro will die Gemeinde im kommenden Jahr ausgeben, davon vier Millionen Euro für neue Gewerbeflächen.
Gemeinde Raesfeld plant Rekord-Investitionen
RAESFELD. Bürgermeister Martin Tesing hat die geplanten Investitionen bei der Einbringung des Haushaltsentwurfs für das Jahr 2022 vorgestellt.
Bei den Schulen verwies er darauf, dass die Aula im Dachgeschoss der Julia-Koppers-Gesamtschule zu Klassenräumen umgestaltet werden soll. Bis zum Sommer 2023 rechnet Tesing mit einem weiteren Anbau, für den rund 1,2 Millionen Euro veranschlagt sind. Hinsichtlich der IT-Ausstattung der Schulen sprach er sich gegen ein „Rundum-Sorglos-Paket“ aus, das von der Gemeinde finanziert wird. Es gehe darum, mit der Stadt Borken als Träger der Gesamtschule eine „abgestimmte Lösung zu finden und nicht in einen Überbietungswettbewerb zu treten“.
Große Nachfrage nach Baugrundstücken
„Die Nachfrage nach Baugrundstücken ist in der Gemeinde Raesfeld ungebrochen hoch“, stellte Tesing fest. Zur Herstellung von Baustraßen und Kanalisation seien im Bereich Wehler Straße in Erle und dem Baugebiet Stockbreede II in Raesfeld 450.000 Euro vorgesehen. Für die Entwicklung der Gewerbegebiete Raesfeld-Süd und Erle-Ost seien noch „erheblich höhere Investitionen eingeplant“. So sind etwa für Erle-Ost 600.000 Euro für die Kanalisation, eine Million Euro für ein Regenrückhalte- und weitere 580.000 Euro für ein Regenklärbecken vorgesehen. „Im Ergebnis wollen wir damit knapp vier Million Euro in die Entwicklung der beiden Gewerbegebiete investieren“, so Tesing. Damit möchte die Gemeinde in Raesfeld weitere sechs Hektar und in Erle-Ost 7,8 Hektar für Unternehmen anbieten.
Der Bürgermeister hält diese Investitionen auch hinsichtlich des Klimaschutzes für sinnvoll, denn Raesfeld biete den Einwohnern zu wenige Arbeitsplätze. So zeige die Pendlerstatistik, dass täglich 2068 Personen mehr aus Raesfeld zu einer auswärtigen Arbeitsstelle hinfahren als in den Ort hineinkommen. Und: Für das Jahr 2022 rechnet die Gemeinde mit Einnahmen aus der Gewerbesteuer in Höhe von 5,36 Millionen Euro.
Planungsprozess soll beginnen
Zum Dorfentwicklungskonzept sagte der Bürgermeister, dass zu Beginn des nächsten Jahres der Planungsprozess für das Epping-Gelände an der Weseler Straße mit Beteiligung der Öffentlichkeit beginnen soll. Noch vor den Sommerferien, so die Planung, soll dieser Prozess abgeschlossen sein.
Geld will die Gemeinde auch für die Feuerwehr ausgeben: 200.000 Euro soll der Umbau des Gerätehauses in Erle kosten, ein Löschfahrzeug weitere 380.000 Euro.
Bei den Ausgaben stellte Tesing fest, dass 42 Prozent des Haushaltsvolumens fremdbestimmt sind. „Das Geld reichen wir nur durch“, ergänzte er. Aber die Gemeinde profitiert von den Einnahmen aus der Einkommenssteuer. Diese haben sich in den vergangenen zehn Jahren mit aktuell rund 6,13 Millionen Euro fast verdoppelt.
Martin Tesing betonte schließlich den Klimaschutz beim Handeln der Gemeinde. Dabei gelte es, gewachsene Strukturen zu berücksichtigen, „die wir nicht über Nacht verändern können“. Tesing sprach sich dafür aus, dass die Nachhaltigkeit das zentrale Thema sein müsse. Die Gemeinde habe Fördergeld für das Klimaschutzkonzept beantragt. Der Bürgermeister betonte: „Der Klimaschutz fängt bei jedem persönlich an. Nur auf die Gemeinde zu zeigen, geht am Thema vorbei.“