Raesfelder Münzfreunde erklären Prägungen
Die Raesfelder Münzfreunde weisen auf ein 500-jähriges Jubiläum aufmerksam. Ohne die Prägung des Talers sähe das Geldsystem heute anders aus, versichern die Fachleute.
Der Klappmützentaler zeigt drei Fürsten mit spezieller Kopfbedeckung.
© pd
Ein vergessenes Jubiläum
RAESFELD. Auf ein vergessenes Jubiläum machen die Raesfelder Münzfreunde aufmerksam. Ohne diese Prägung wäre das Geldsystem heute ein anders, versichert Günter Kirol. Das Wort Taler, das bis heute im Dollar erhalten ist, lässt sich auf ein Edikt des Landtages vom 9. Januar 1520 zurück führen.
Große Silbervorkommen wurden im 15. Jahrhundert in Tirol gefunden. Herzog Sigismund konnte den Schatz aus Geldmangel nicht verwerten. Das Handelshaus Fugger aus Augsburg sprang als Geldgeber ein, so dass der Abbau beginnen konnte. Dafür erhielt Fugger einen Löwenanteil des Gewinns. Der Herzog leistete sich von seinem Teil immerhin einen prächtigen Hof.
Keine Gewichtseinheit, sondern Zahl
Es folgte in Hall die Gründung einer Münzstätte. So begann um 1482 die Prägung einer großen Silbermünze, des Pfundners. Mit einem Pfund war damals keine Gewichtseinheit gemeint, sondern eine Zahl. Das Pfund entsprach 240 Pfennigen.
Der Rheinische Goldgulden war die wichtigste Münze des Handels. Fünf Pfundner entsprachen diesen Goldgulden. Auch in Sachsen wurde Silber gefunden. Im Jahr 1477 kroch Herzog Albrecht II in einen Stollen, um sich von einem großen Fund bei Schneeberg zu überzeugen. Silber wurde damals als Bergeschrey bezeichnet.
Riesiger Silberfund
Der Fund war so groß, dass drei sächsische Fürsten 1500 durch die Leipziger Münzkonvention die Verwertung regelten. Die Prägung des Guldengroschens begann. Heute heißen diese Münzen Klappmützentaler, so Kirol. Sie zeigen die drei Fürsten mit spezieller Kopfbedeckung. Ein weiterer Eckstein zur Talerprägung war der Silberfund um 1510 auf den Gebieten der Grafen von Schlick. Diese lagen auf der böhmischen Seite des Erzgebirges. Der Ort St. Joachim wurde 1516 gegründet, um die Bergleute unterzubringen. Der Heilige Joachim gab dem Gebiet Joachimsthal seinen Namen.
Die Bezeichnung der Münzen wechselte vom Guldiner zum Joachimsthaler. Daraus ergab sich das Wort Thaler-Taler. Im großer Zahl begann die Prägung. Die Münze wurde zum Zahlungsmittel jener Zeit. Im Deutschen Kaiserreich ersetzte 1907 der Reichstaler eine Münze zu drei Mark.
© pd