Raesfeld

Raesfelder Münzfreunde erklären Geldgeschichte

Die Raesfelder Münzfreunde befassen sich in diesem Monat mit Polen und dem Besatzungsgeld im Zweiten Weltkrieg. Die Fachleute weisen auf Besonderheiten in der Geschichte des Geldes hin.

17.09.2020

Günter Kirol von den Raesfelder Münzfreunden.

Günter Kirol von den Raesfelder Münzfreunden.

© Jüttemeier

Polen und das Besatzungsgeld im Zweiten Weltkrieg

RAESFELD Günter Kirol von den Raesfelder Münzfreunden erläutert: Nach dem Feldzug gegen Polen im Jahr 1939 wurde das Land zwischen der Sowjetunion und dem Deutschen Reich aufgeteilt. Unter dem berüchtigten Gauleiter Hans Frank wurde das Generalgouvernement mit Regierungssitz in Krakau gegründet.

Dieses Gebilde hatte einen eigenen Etat, eine Zoll- und Währungsunion. Im Januar 1945 war es dann mit diesem Gouvernement vorbei.

Die geflüchtete polnische Regierung hatte 1939 neben dem Staatsschatz auch sämtliche Druckplatten für Geldscheine mit ins Exil nach England genommen.

26 Tonnen Silberbarren

Den deutschen Besatzern fielen allerdings noch 26 Tonnen Silberbarren und 55 Tonnen an Silber aus Münzen in die Hände. Diese Menge wurde nach Berlin geschickt, so Kirol.

Es war nun erforderlich, eine eigene Währung herauszugeben. Während sonst die Reichskreditkasse in Berlin dafür zuständig war, erfolgte dies durch eine eigene Emissionsbank in Krakau. Diese war nun für den Zahlungsverkehr zuständig und für die Herausgabe von Banknoten.

Geldscheine fehlten noch

Da Geldscheine noch fehlten, wurden polnische 100- Zloty-Scheine von 1932 bis 1934 mit einem Überdruck versehen. Ein roter Stempel – Generalgouvernement für die besetzten polnischen Gebiete –, gültig vom 1. Februar bis zum 20. Mai 1940, machte die Sloty-Noten zum Zahlungsmittel. Danach gab die Emissionsbank, ohne polnische Hoheitszeichen, ab März 1940 eine erste und eine weitere Serie ab dem 1. August 1941 heraus. Die Nominalen zu ein, zwei, fünf, zehn, 50 und 500 Zloty waren im Umlauf. Der Entwurf für einen Schein zu 1000 Zloty sei nicht in den Umlauf gekommen, erklärt Kirol.

Der Zwangsumtausch betrug damals zwei Zloty für eine Reichsmark. Die Münzen aus Zink zu ein, fünf, zehn, 20 und 50 Groszy wurden aber weiterhin durch die Reichskreditkasse ausgegeben.

Für die Münzfreunde ist diese Finanzpolitik und ihre wirtschaftlichen Grundlagen ein interessanter Aspekt. Diese Objekte sind noch in vielen Sammlungen zu finden, betont Günter Kirol weiter in seinem geschichtlichen Rückblick.

Raesfelder Münzfreunde erklären Geldgeschichte

© Jüttemeier