Raesfeld

Münzfreunde erinnern an den „Pesttaler“

Die Raesfelder Münzfreunde erinnern an den „Pesttaler“, der vor allem im 16. Jahrhundert geprägt worden ist. Sie rechnen damit, dass es nach dem Überstehen der aktuellen Pandemie eine Gedenkmünze geben könnte.

28.04.2020

So sehen Vorder- und Rückseite eines „Pesttalers“ aus.

So sehen Vorder- und Rückseite eines „Pesttalers“ aus.

© pd

Fachleute rechnen mit einer Corona-Prägung

RAESFELD. Die Coronavirus-Pandemie ruft auch bei den Raesfelder Münzfreunden geschichtliche Ereignisse in Erinnerung, welche bei Volksseuchen zu Prägungen von Münzen und Medaillen führte.

Wenn die aktuelle Pandemie überstanden sei, werde es mit Sicherheit Erinnerungsstücke in Form von Münzen oder Medaillen geben, ist Günter Kirol von den Münzfreunden überzeugt. „Pestilentia in numis – Gedenkprägungen zu Volksseuchen“, so lautet der Titel eines Beitrags, den Kirol anlässlich der gegenwärtigen Situation verfasst hat.

Tradition beginnt in der Antike

Schon seit der Antike habe es bei großen Volksseuchen zur Erinnerung an diese Zeit Münzen oder Medaillen geben, stellt er fest. Besonders im 16. Jahrhundert seien bei der Überwindung der Pest religiös bestimmte Münzen oder Medaillen geprägt worden.

Aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts sei der „Pesttaler“, eine Münze aus Silber mit einem Gewicht von rund 29 Gramm ohne Jahreszahl, sehr verbreitet gewesen, heißt es in dem Beitrag. Hergestellt und geprägt wurden diese auch in der Münzstätte Joachimsthal in Böhmen (im heutigen Tschechien) sowie in weiteren Münzstätten des Erzgebirges. Auf der Vorderseite ist die Anbetung der ehernen Schlange des Moses zusehen.

Münze wurde als Zahlungsmittel genutzt

Die Rückseite stellt die Kreuzigung Christi dar und seine Anbetung. Diese Münze wurde auch gern als Zahlungsmittel benutzt und war eine Handelsmünze, so Kirol weiter. Von dieser Prägung gebe es auch viele Nachprägungen und Abschläge von geringem Wert. Ein echter „Pesttaler“ könne je nach Erhaltungszustand zwischen 400 und 2000 Euro kosten, ergänzt der Fachmann.

Generell finde man in der Numismatik vom Jahr 1574 bis ins 19. Jahrhundert diverse Ausgaben zu späteren Epidemien. Die Abbildung zeigt beide Seiten eines echten „Pesttalers“.

In Corona-freien Zeiten haben die Raesfelder Münzfreunde kostenlose und unverbindliche Bewertungs- und Beratungstermine angeboten. Zudem war die Gruppe in den vergangenen Jahren regelmäßig auf dem Raesfelder Büchermarkt auf dem Innenhof des Wasserschlosses vertreten.