Raesfeld

Mit Geschichten auf Platt Freude bereiten

Gerade in Zeiten der Coronavirus-Pandemie sind Unterhaltung und Abwechslung wichtig. Das hat sich der Heimatverein Erle gedacht und eine Reihe vergnüglicher Plattdeutsch-Geschichten eingesprochen und auf seiner Homepage veröffentlicht.

09.04.2020

Doris Grunewald erklärt „Dat Poschläinsydrom“.

Doris Grunewald erklärt „Dat Poschläinsydrom“.

© pd

Heimatverein Erle erstellt Beiträge

ERLE „Menschen dröff den Humor un dat Lachen nich vergäten. Dat bruk den Mensch“, erklärt Ingrid Horstmann in ihrer Einführung in die Reihe vergnüglicher plattdeutscher Geschichten, die seit einigen Tagen auf der Homepage des Heimatvereins Erle zu hören sind. Diese sollen nach und nach ergänzt werden, erklärt Schriftführer Carlo Behler.

Der Verein möchte mit diesem Angebot „de Menschen en bettken to’t Lachen bringen“ während der Coronavirus-Krise, die die Menschen zwingt, zu Hause zu bleiben, Kontakte zu vermeiden und Veranstaltungen abzusagen. Seit Langem lesen Mitglieder des Vereins in Seniorenrunden plattdeutsche Geschichten vor und die Brejpottspöllers, die Kinder der Plattdeutsch-AG, spielen dort Sketche.

Hilfe der jüngeren Angehörigen erwünscht

Da das zurzeit nicht möglich ist, möchte der Heimatverein die digitalen Medien nutzen, um auf seiner Homepage (wp.heimatverein-erle.de und unter dem Menü plattdeutsch/plattdeutsch–hoeren) und bei Facebook.com/Heimatverein.erle den Plattdeutsch-Liebhabern eine Freude zu machen. Gedacht seien die vorgelesenen Geschichten vor allem für ältere Menschen, so der Verein.

Da viele Senioren mit den modernen Medien nicht so vertraut seien, sei es die Aufgabe jüngerer Angehöriger, ihnen bei der Benutzung zu helfen, so Behler. Dasselbe gelte für die Bewohner der Altenheime, die derzeit keinen Besuch empfangen dürfen und für jede Ablenkung dankbar seien.

Kleine Videos erstellt

Ingrid Horstmann, Doris Grunewald, Hedwig Rentmeister, Mia Pass, Carlo Behler, Hannes Kempken und Hermann Jünck vom Heimatverein präsentieren die Geschichten in kleinen Videos. Diese werden im Heimathaus – natürlich unter „Corona-Bedingungen“ – aufgenommen und nach und nach von Webmaster Wenzel Schierenberg veröffentlicht. Da der unterhaltsame Inhalt der Texte im Vordergrund stehe, sei die improvisierte Form und die daher nicht professionelle Aufnahmequalität mit dem Smartphone eher nebensächlich, sind die Organisatoren überzeugt.

Die Geschichten handeln von skurrilen, aber liebenswerten Eigenschaften der Menschen, etwa dem „Poschläin-Syndrom“ oder „Moders twedde Fröijahr“, von Sorgen und Malheuren der Erwachsenen und der Kinder. „Een Malheur bi’t andere“ und „Den Borksen Heefedeeg“ sind Beispiele dafür. Über frühere religiöse Gebote wie in der „Geschichte van’t Bichten“ und „Kinder häbbt uk Sorgen“ werde heute geschmunzelt. Auch Märchen und Witze auf Platt sind dabei wie der „Sterndaaler“ und „Den Fallschirmaffsprung“. Um das Gästebitter-Gedicht vorzutragen, hatte sich Hedwig Rentmeister das Hochzeitskleid ihrer Oma angezogen.

Den Akteuren machen die Aufnahmen viel Spaß und je nach Dauer des Kontakt- und Versammlungsverbotes und der Nachfrage werde die Serie fortgesetzt, verspricht der Heimatverein Erle.

Mit Geschichten auf Platt Freude bereiten

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Hedwig Rentmeister liest das Gästebitter-Gedicht im historischen Hochzeitskleid.

Hedwig Rentmeister liest das Gästebitter-Gedicht im historischen Hochzeitskleid.

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