Raesfeld

Kirche will Erhalt des Aelkeshofs prüfen

Die letzten Zeugnisse der Vergangenheit in ihrem Dorf erhalten - das wollen die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) „Rettet Aelkes“. Jetzt trafen sie sich mit Pfarrer Michael Kenkel und Vertretern des Kirchenvorstands der Gemeinde St. Martin zu einem Gespräch.

05.09.2017

Vertreter der Kirche und der Bürgerinitiative haben sich zum Gespräch getroffen.

Vertreter der Kirche und der Bürgerinitiative haben sich zum Gespräch getroffen.

© RGN

Gespräch mit Pfarrer Kenkel und Bürgerinitiative / Einmaliges Ensemble

RAESFELD. Pfarrer Michael Kenkel, Vertreter des Kirchenvorstands der Gemeinde St. Martin und Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) „Rettet Aelkes“ haben sich zu einem Gespräch im Pfarrhaus getroffen. Im offenen Meinungsaustausch sei es der BI vor allem um die Frage gegangen, ob die Gemeinde das erklärte Ziel der BI, den Erhalt des historischen Gebäudes, teilt.

Pastor Kenkel sagte zu, dass die Option, das Gebäude zu erhalten, durch die Kirche geprüft werde. „Ich fände es auch nicht schlecht, wenn wir Aelkes retten könnten“, sagte er. Und: „Mir gefällt das Gebäude auch selber.“ Wie in der Stellungnahme der Kirche zu lesen war, gebe es aber energetische und wirtschaftliche Aspekte, die Zweifel an der Machbarkeit aufkommen ließen. Die Kirche wolle der BI keine falsche Hoffnung machen, aber sie lasse es prüfen.

„Soll das etwa heißen, dass die Würfel schon gefallen sind?“

Daraus ergäben sich Fragen, so die BI: „Wer wird beauftragt, eine solche Begutachtung durchzuführen. Ist die Objektivität gesichert?“ Zudem weist die Initiative auf ihrer Ansicht nach widersprüchliche Äußerungen hin, wonach ein Architekt entscheide, ob man mit oder ohne den alten Teil baut, dass Fachleute entscheiden sollen, ob der alte Trakt erhalten bleibt und dass letztlich der Kirchenvorstand entscheide. „Soll das etwa heißen, dass die Würfel schon gefallen sind?“, fragt die BI.

Sie weist darauf hin, dass der finanzielle Aspekt nicht das alleinige Kriterium sein dürfe, wenn es um ortsbildprägende Gebäude geht. So verwies Gisela Schwane, Architektin und in der BI aktiv, auf den Umbau des ehemaligen Schwesternhauses, wo eine energetische Sanierung durch Innenraumdämmung möglich war. „Hohe Kosten müssen dabei nicht zwangsweise entstehen.“

Annette Schulz betonte eine moralische Verpflichtung. „Wie können wir zulassen, dass die letzten Zeugnisse der Vergangenheit in unserem Dorf verschwinden?“ Die Zusage Kenkels, Architekten einzubinden, „die etwas im alten Stil bauen“, sei keine Option für die BI. Das einmalige Ensemble von Pfarrkirche und dem 120 Jahre alten Aelkeshof im historischen Kirchring gehöre zur Identität Raesfelds und dürfe keinesfalls ausgelöscht werden. Durch den Erhalt ergebe sich die Chance, etwas Einmaliges zu schaffen, das historisch und auch zukunftsweisend ist.