Jäger warnen: Wolf könnte seine Scheu verlieren
Auf neue mögliche Wolfssichtungen reagiert die Jägerschaft im Kreis Wesel. Sei ein einzelnes Tier für die Region verkraftbar, befürchten die Jäger bei mehreren Tieren oder einem Rudel große Schäden bei Nutztieren.
Die Kreisjägerschaft erklärt, dass ein Wolf (im Bild Wölfin Gloria) das Ökosystem nicht auf den Kopf stellen werde.
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Kreisjägerschaft Wesel nimmt Stellung
RAESFELD/KREIS WESEL. Die Jägerschaft des Kreises Wesel reagiert auf neue Wolfsbeobachtungen. Sie verweist auf Berichte von Zeugen, die einen Wolf in der Nähe von Wesel gesehen haben wollen. Auch in Dorsten soll ein Wolf aufgetaucht sein.
Der Naturschutzbund (Nabu) vermute einen Jungwolf auf der Suche nach einem Revier und mache sich für dessen Schutz stark, so die Kreisjägerschaft. Von „Gloria“ sei dagegen kaum etwas zu hören. Die Nachweise für ihre Aktivität seien rückläufig. Allerdings waren Anfang März in Gahlen und Kirchhellen gerissene Tiere gefunden worden. Das Landesamt für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz hat Proben genommen.
Meinungen gehen auseinander
„Die Meinungen über den Wolf gehen sehr weit auseinander“, so die Kreisjägerschaft. Ihrer Auffassung nach würden einzelne Tiere das Ökosystem nicht auf den Kopf stellen und sich vermutlich anpassen. Mehrere Wölfe oder ein Rudel könnten problematisch werden. Die Tiere würden sich ohne natürlichen Feind schnell vermehren. Weitere Schäden an Wild- und Nutztieren seien unumgänglich, befürchten die Jäger. Ihre Sorge: Der Wolf werde auf absehbare Zeit die Scheu vor dem Menschen verlieren und dessen Nähe suchen. „Ob das funktionieren kann, scheint fraglich, insbesondere wenn es zur Begegnung mit Kindern kommt.“
Unberechenbares Raubtier
Die Jäger betonen, dass sie den Wolf nicht verdammen wollen. Sie möchten klarmachen, dass es sich bei ihm um ein unberechenbares Raubtier handelt. Seine Population sollte beobachtet und bei Bedarf reguliert werden. Die Kreisjägerschaft fordert die Politik auf zu handeln und dabei die Interessen aller (auch die der Landwirte und Schäfer) zu berücksichtigen. Das Thema sei im Bundestag, Bundesrat und Landtag angekommen. Eine Regelung sei aber noch nicht in Sicht.
Kreis Wesel lehnt Abschuss der Wölfin ab
Wölfin Gloria hat zwei weitere Schafe gerissen
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