Raesfeld

Glasfaserausbau: Raesfeld erhält Bestnote

Bestwerte bei der digitalen Infrastruktur stellt eine Studie der Fachhochschule Münster für die Gemeinde Raesfeld fest. Damit nehme der Ort einen Spitzenplatz unter den Kommunen des Münsterlands bei dem wichtigen Standortfaktor ein, heißt es in einer Mitteilung.

16.04.2021

Martin Tesing (links) und Daniel Knufmann, Projektverantwortlicher der Gemeinde für den Breitbandausbau, freuten sich im vorigen Frühjahr über ein komplett durch Breitband erschlossenes Raesfeld.

Martin Tesing (links) und Daniel Knufmann, Projektverantwortlicher der Gemeinde für den Breitbandausbau, freuten sich im vorigen Frühjahr über ein komplett durch Breitband erschlossenes Raesfeld.

© pd

Studie der Fachhochschule Münster

RAESFELD Die Autoren der Studie, Prof. Dr. Nico Clever von der FH Münster, Dr. Sebastian Köffer von Münsterland digital e.V. und Simon Röckinghausen, Gründer und Betreiber von flamschen² coworking, haben die Voraussetzungen und Faktoren für vernetztes Arbeiten in flexiblen Büroflächen untersucht. In Großstädten üblich, werde diese Form der digitalen Zusammenarbeit auch im ländlichen Raum zunehmend zum wichtigen Wirtschafts- und Zukunftsfaktor. Die Studie komme zu dem Ergebnis, dass es für profitables vernetztes Arbeiten weniger auf die Größe oder Besiedlungsdichte eines Ortes ankomme, sondern vielmehr auf die digitale Infrastruktur.

Gemeinde liegt weit vorne

Mit einer 96-prozentigen Verfügbarkeit von 200 Megabits pro Sekunde liege Raesfeld bei der digitalen Infrastruktur weit vorne und weit über dem Durchschnitt von 69 Prozent, stellen die Autoren fest. Dies sei ein „Bestwert für diesen mit Abstand wichtigsten Faktor“.

Bürgermeister Martin Tesing und Daniel Knufmann, Projektverantwortlicher für den Breitbandausbau, sehen sich darin bestätigt, früh und flächendeckend auf den Breitbandausbau gesetzt zu haben. Gerade die Pandemie zeige, wie entscheidend digitales Arbeiten ist.

Zur Vorgeschichte: Während von 2015 bis 2017 der Glasfaserausbau in den Ortskernen von Raesfeld und Erle durch die Deutsche Glasfaser erfolgte, hat sich die Verwaltung um eine Förderung für den Ausbau der Außenbereiche bemüht. Der Aufwand sei erheblich gewesen. Während sich in anderen Kommunen zum Teil Landwirte zusammengeschlossen hätten, um mit eigenen Maschinen Gräben zu ziehen und Leerrohre zu verlegen, habe die Gemeinde durch die Einbindung regionaler Firmen die Bauarbeiten komplett ohne Muskelhypothek der späteren Nutzer realisiert, erklärt Bürgermeister Martin Tesing.

Mittel korrekt verwendet

Nachdem Bund und Land der Verwaltung die korrekte Verwendung der öffentlichen Mittel bescheinigt haben, ist das Projekt Breitbandausbau damit für die Gemeinde Raesfeld abgeschlossen.

Der Ausbau der Außenbereiche erfolgte zwischen August 2018 und März 2020 durch die Westmünsterland Glasfaser. Dabei wurden Tiefbauarbeiten auf einer Länge von 114 Kilometern umgesetzt. 221 Kilometer Leerrohre und 406 Kilometer Glasfaser wurden verlegt.

In einer europaweiten Ausschreibung hatte die Gemeinde 2017 als Internetdienstleister die Firmen epcan und Muenet gefunden. 469 Haushalte konnten so mit Glasfaser bis ins Haus versorgt werden. Für die Förderung durch das Land NRW und den Bund war ein mehrstufiges Antragsverfahren erforderlich. Insgesamt erhielt die Gemeinde Raesfeld eine Förderung in Höhe von 4,2 Millionen Euro.