Raesfeld

Erler Femeiche erhält vier neue Stützen

Vier marode Stützen der historischen Femeiche in Erle werden zwischen Mitte August und Anfang September 2026 erneuert. Der Kreis Borken hat die Firma Gewers Baumpflege GmbH mit den Arbeiten beauftragt und rechnet mit Kosten von 9000 Euro. Der Kreis bescheinigt dem Baum einen guten Zustand.

08.08.2026

Vier neue Stützen soll die Femeiche in Erle erhalten.

Vier neue Stützen soll die Femeiche in Erle erhalten.

© pd/Kreis Borken

ERLE. Vier Stützen der Femeiche in Erle sind marode und müssen ausgetauscht werden. Darauf weist der Kreis Borken als Untere Naturschutzbehörde hin, die sich um den Erhalt des Naturdenkmals kümmert. Der Kreis hat nun die Firma Gewers Baumpflege GmbH mit diesen Arbeiten beauftragt. Das Unternehmen wird voraussichtlich zwischen Mitte August und Anfang September 2026 vier Stützen und zwei Fundamente erneuern. Zudem werden die anderen Stützen kontrolliert und bei Bedarf ersetzt. Die voraussichtlichen Kosten beziffert der Kreis mit 9000 Euro. Die Finanzierung erfolgt zu 70 Prozent aus Fördermitteln der Förderrichtlinie Naturschutz und zu 30 Prozent aus Kreismitteln.

„Die Krone ist in einem hervorragenden Zustand.“

Hanna Lösing

„In den vergangenen Jahren hat sich die Femeiche für ihr Alter weiterhin gut entwickelt“, erklärt Hanna Lösing aus dem Fachbereich Natur und Umwelt des Kreises Borken, die die Femeiche seit fünf Jahren betreut. „Die Krone ist in einem hervorragenden Zustand. Wer genau hinsieht, erkennt, dass der Baum im Wesentlichen nur noch aus den Rindenresten des ursprünglichen Stammes besteht. Diese wachsen jedoch kontinuierlich weiter“, wird sie in der Mitteilung zitiert.

Erste Skizzen von 1911

Warum sind die Stützen notwendig? Erste Skizzen für ein Ständerwerk, das den Baum stützen sollte, stammen aus dem Jahr 1911, teilt der Kreis mit. Schon damals habe sich gezeigt, dass der Baum von innen heraus faulte und ohne Hilfe keine Überlebenschance haben würde. Aus diesem Grund werde seither alles dafür getan, die alte Eiche zu erhalten. Und passiert ist eine ganze Menge.

Um die rund 1000 Jahre alte Eiche langfristig zu erhalten, wurden in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Maßnahmen umgesetzt: In den 1960er Jahren entfernten Baumpfleger abgestorbene Baumteile und tauschten den Boden aus. 1986 wurde im Umfeld des Baumes Lavagranulat eingebracht und der Großteil der Stützen erneuert.

2011 bereits vier Stützen erneuert

Im Jahr 2011 wurden vier Stützen ausgetauscht – und Totholz vom Reststamm zurückgenommen. 2014 folgte ein neues Fundament mit einem Lagerbalken für eine Stütze. Zudem haben die Baumpfleger im Laufe der Zeit der Boden stets gelockert und mit Bodenorganismen angereichert, die den Wurzeln die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen erleichtern. Pflegeschnitte in der Krone und am Stamm konnten zudem das Wachstum lenken und den guten Zustand erhalten und fördern. Zuletzt erhielt die Femeiche, die als Naturdenkmal und „Nationalerbe-Baum“ ausgewiesen ist, mit der Eröffnung des Femeichenparks im April 2025 ein neu gestaltetes Umfeld.

Über die Femeiche

Fachleute schätzen das Alter der Eiche auf etwa 1000 Jahre. Der Kreis Borken führt den Baum in seinem Verzeichnis der Baum-Naturdenkmale. Bis ins 16. Jahrhundert tagte unter dem Baum das Femegericht, das über Schwerverbrechen wie Mord und Brandstiftung urteilte. Um den Hohlraum im Stamm ranken sich viele Geschichten. Die bekannteste berichtet vom preußischen Kronprinz Friedrich Wilhelm, der hier 1819 mit zwei Generälen gefrühstückt haben soll.