„Die schönste Zeit des Aufenthalts“
Seit rund 20 Monaten arbeitet Eva Stenkamp aus Rhedebrügge als Ärztin auf der Insel Madagaskar. Mit Unterstützung der katholischen Organisation Fidesco und aus Raesfeld hilft die Medizinerin dort als „Volontärin für den Frieden“. Jetzt hat sie ihren vorletzten Missionsbericht von der Insel geschickt.
Die Freiwilligen der Aktion Fidesco: Der Aufenthalt von Eva Stenkamp (hintere Reihe 2. v. r.) endet allmählich. Sie berichtet zum vorletzten Mal von der Insel Madagaskar.
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Ärztin Eva Stenkamp berichtet von der Insel Madagaskar
RAESFELD/RHEDEBRÜGGE Eva Stenkamp unterrichtet im Haus für junge Mütter. Donnerstags tauche sie dort, „beladen mit Laptop und Beamer“ auf und bringe den Mädchen und Frauen etwas zur Gesundheit bei, schreibt sie. Eva Stenkamp ist zuversichtlich, dass ihre Schützlinge zumindest ein wenig vom Erlernten mitgenommen haben.
Infektionskrankheiten seien ein wichtiges Thema. Dabei habe sie etwa erklärt, dass Antibiotika nur gegen Bakterien wirksam sind und dass der Körper ein beeindruckendes Verteidigungssystem besitzt. „Ich habe noch sehr viele Sachen, die ich alle noch gerne mit ihnen besprechen würde, aber ich fürchte, die Zeit wird nicht mehr ganz reichen“, so die Ärztin.
Schwierige Verhältnisse
Einer der anderen Freiwilligen arbeitet für das Projekt „Tolo-Tanana“, das unter anderem versucht, die Lebensumstände der Häftlinge zu verbessern. Seit März bietet die Ärztin deshalb auch im Gefängnis einen Kursus zu Gesundheitsthemen an. „Inzwischen ist es eine meiner Lieblingsbeschäftigungen“, schreibt sie. Es kämen zwar nicht viele zu den Kursen, aber die Teilnehmer seien sehr interessiert. Über die Wichtigkeit einer ausgewogenen Ernährung müsse sie dort nicht sprechen. Die Häftlinge bekommen nur ein Wurzelgemüse und gelegentlich Reis zu essen.
Deshalb versuche sie, relevante Themen zu finden zu gesundheitlichen Problemen, für deren Behandlung keine Medikamente nötig sind. Eva Stenkamp: „Die schwierige Situation der Menschen im Gefängnis, die unter teils menschenunwürdigen Bedingungen leben, berührt mich sehr.“
Zudem arbeitet Eva Stenkamp für das medizinische Zentrum „Le Bon Samaritain“, der gute Samariter, in der Stadt Toamasina. Seit Beginn des Jahres gibt es auch wieder eine mobile Klinik, jedoch in abgewandelter Form. Die Sprechstunden werden nur noch zwei Mal pro Woche in vier Dörfern angeboten, die maximal 30 Minuten von Toamasina entfernt sind. Finanziert wird das Projekt von der Diözese Toamasina. Pro Vormittag gebe es etwa 15 Patienten, die aber oft nicht zu Kontroll-Untersuchungen wiederkämen. Das sei ein Problem, so die Ärztin.
Beeindruckendes Fest
Sehr beeindruckt hat sie das Pfarreifest des Ordens der Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria in Fianarantsoa, dem sie sich sehr verbunden fühlt. Obwohl diese Stadt etwa 24 Stunden mit dem Bus vom Wohnort Toamasina entfernt ist, sei es ihr wichtig gewesen, dabei zu sein, erklärt sie.
Eva Stenkamp berichtet zudem, dass es in ihrem Zuhause ständig Veränderungen gibt. So seien vier neue Volontäre angereist. Durch die neuen Mitbewohner, alle Franzosen, gebe es immer wieder neue Impulse.
„Meine Mission in Madagaskar geht inzwischen deutlich auf ihr Ende zu“, schreibt die Medizinerin. Dieser Bericht sei daher der vorletzte. „Ich freue mich wirklich sehr auf die Heimat“, versichert die Ärztin. Gleichzeitig erlebe sie aber gerade die schönste Zeit ihres Aufenthalt und habe vor allem das Gefühl, „dass das, was ich tue, sinnvoll ist“.
Weitere Infos zu den Projekten unter www.fidesco-international.org
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Der Besuch des Pfarreifestes hat die Ärztin sehr beeindruckt..
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