Die Femeiche und das Notgeld
Pfennig-Münzen, auf deren Rückseite die Femeiche zu sehen ist, haben dafür gesorgt, dass Erle in der münzkundlichen Fachliteratur verzeichnet ist. Das habe Raesfeld nicht geschafft.
Die Femeiche ist auf der Rückseite der Münzen zu sehen.
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Münzfreunde erklären Erler Geschichte
RAESFELD/ERLE Auf diese Besonderheit weisen die Raesfelder Münzfreunde hin. Die historische Erklärung reicht bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs zurück.
Damals habe es wenig Kleingeld gegeben, so die Münzfreunde. Eine große Inflation habe bevorgestanden. Durch den Einzug von Gold-, Silber und Nickel-Kupfer-Münzen sei die Ausgabe von Ersatzmünzen nötig geworden. Ein Eintausch von Papiergeld des Kaiserreichs gegen zehn oder 20 Mark in Gold sei verboten gewesen.
Hamsterkäufe und Preiserhöhungen
Hamsterkäufe und Preiserhöhungen erforderten immer mehr Geld im täglichen Umlauf. Das Wort Groschengrab komme auch aus der Zeit, erklären die Münzfreunde. In den Haushalten habe es überwiegend Gasuhren gegeben, die in bestimmten Zeitabständen mit zehn Pfennig bestückt wurden, damit sie Gas lieferten.
Diese Münzen waren auf einmal Mangelware. Aus nicht so kriegswichtigen Rohstoffen wie Aluminium, Eisen, Zink und Pappe erfolgten nun Münzausgaben.
Die kaiserliche Regierung war nicht in der Lage, für die Nachfrage eine Lösung zu bieten. Daher erhielten Gemeinden und Städte die Erlaubnis, lokale Münzen in Umlauf zu bringen. Ab 1918 wurde das erste Notgeld erforderlich, aber im großen Umfang erfolgten zwischen 1919 und 1921 viele Ausgaben. Im Jahr 1923 endeten diese Prägungen, und es begann die Zeit der Inflation. Geldscheine mit bis 100 Billionen Mark wurden ausgegeben.
Brot kostete Milliarden
Dies sei auch nötig gewesen, kostete im Dezember 1923 das Pfund Brot doch bis zu 260 Milliarden Mark. In der Zeit gehörte die Gemeinde Erle noch zu der Herrlichkeit Lembeck. Das Doppelamt Lembeck-Altschermbeck durfte Notgeld ausgeben. Das Motiv hat der Lehrer Heinrich Lammersmann aus Erle gestaltet. Er sei von 1887 bis 1930 im Schuldienst gewesen. Das markante Merkmal, die 1000-jährige Vehm-Eiche – so die alte Schreibweise – kam als Motiv auf die Rückseite der Münzen.
1919 wurden Fünf- und Zehn-Pfennig-Münzen durch die Firma Donner in Eberfeld geprägt. Das Material war Eisen. Bekannt sind zwei Varianten. Allerdings gab es Ende 1919 für zehn Pfennig nur noch einen Pfennig. Mit der Ausgaben von 50 Pfennig im Jahr 1920 wurde es nicht besser. Ende des Jahres war die Münze nur noch drei Pfennig wert.
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