Raesfeld

Der Taler ging, und die Mark kam

Vor 150 Jahren wurde die Mark zum Zahlungsmittel: An dieses Jubiläum erinnert Michael Kleiner von den Raesfelder Münzfreunden.

09.04.2021

Die Mark wurde vor 150 Jahren zur deutschen Währung.

Die Mark wurde vor 150 Jahren zur deutschen Währung.

Raesfelder Münzfreunde erinnern an Jubiläum

RAESFELD Bevor die deutschen Staaten im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 Frankreich besiegt hatten, galten in den deutschen Ländern unterschiedliche Währungen. Im hiesigen Raum sei es seit dem Beginn der preußischen Herrschaft im Jahr 1816 der Taler gewesen, der in 30 Groschen und diese wieder in zwölf Pfennige eingeteilt wurden.

In den süddeutschen Ländern zahlten die Menschen mit Gulden, der auch die Währung in den Niederlanden war. Um einen Überblick über den Wert der eigenen im Verhältnis zur fremden Währung zu erhalten, mussten Münzvergleichs-Tabellen herangezogen werden, so Kleiner. Das heutige Dezimalsystem habe es noch nicht gegeben.

Prägung aus dem Jahr 1872

Per Gesetz wurde im Januar 1871 für das neue Deutsche Reich die Mark als Währung festgelegt. Ferner, dass aus einem Pfund Gold 139 Zehn-Mark-Stücke geprägt werden konnten. Der zehnte Teil dieser Münze war die Mark. Die ersten goldenen Zehn-Mark-Münzen wurden mit der Jahreszahl 1872 geprägt. Silbermünzen zu ein, zwei und fünf Mark sowie zu 20 und 25 Pfennig kamen hinzu. Das Geld mit dem geringeren Wert wurde aus Nickel und Kupfer angefertigt.

Ab Mai 1908 gab es auf Wunsch der Bevölkerung ein Drei-Mark-Stück, das den immer noch beliebten Taler ersetzte. Bis zum Ende der Markwährung sei gelegentlich auf Platt von älteren Menschen der Satz zu hören gewesen: „Dat häff mi duusend Daaler kost.“

Der Name blieb erhalten

Die Mark hieß in der Weimarer Republik Reichsmark. Dieser Name blieb bis zur Einführung der Deutschen Mark im Juni 1948 erhalten. In der DDR galt zunächst die Deutsche Mark, die ab 1972 in Abgrenzung zum Westen Deutschlands den Namen „Mark“ erhielt. Ab 1. Juli 1990 gab es die Mark in Gesamtdeutschland bis zum 31. Dezember 2001. Mit der Prägung eines goldenen Ein-Mark-Stücks sei die Währung verabschiedet worden, erläutert Michael Kleiner.

Ein Teil der 1871 eingeführten Prägeorte sei heute noch auf den Euro-Münzen zu finden: A für Berlin, D für München, F für Stuttgart, G für Karlsruhe und J für in Hamburg geprägte Münzen.

Der Taler ging, und die Mark kam