Raesfeld

Augenärzte aus Raesfeld helfen in Uganda

Das Augenärzte-Team Gerl & Kollegen hat sein Engagement in Uganda fortgesetzt. In acht Arbeitstagen konnte das Team 164 Patienten durch Operationen zu einem besseren Sehen verhelfen. Darauf weisen die Mediziner, die auch an der Augentagesklinik in Raesfeld tätig sind, in einer Mitteilung hin. Dabei ist das Team mit einem besonderen Gefühl nach Deutschland zurückgekehrt.

06.08.2023

Das Ärzte-Team bereitet einen Patienten auf die Augen-OP vor.

Das Ärzte-Team bereitet einen Patienten auf die Augen-OP vor.

© pd

Gemeinnützige Stiftung unterstützt Operationen

RAESFELD/AHAUS Das Team blicke auf einen erfolgreichen zweiwöchigen zweiten Einsatz in Uganda zurück, heißt es weiter. Dort waren sie mit einem 16-köpfigen Team Teil des „Eye Camp 2023“ und leisteten vor Ort augenärztliche Versorgung, denn in Afrika führe Grauer Star oft zur Blindheit. Dabei trübt sich die Linse des Auges ein. „Es ist ein Wunder“ – mit diesen bewegenden Worte habe ein ugandischer Patient reagiert, als er nach erfolgreicher OP wieder sehen konnte.

Nachdem im vergangenen Jahr die von Dr. Gerl und seiner Frau Regina Gerl gegründete gemeinnützige Stiftung „Besser sehen“ erstmals mit einem Team nach Uganda reiste, um im St.-Mauritz-Health-Center in Obiya Palaro den Grundstein für die augenärztliche Versorgung zu legen, sind die Strukturen der neuen Augenklinik dank guter Zusammenarbeit und zwei folgenden Eye Camps mittlerweile so gut aufgebaut, dass das deutsche Team bereits am ersten Tag nach der Ankunft mit Untersuchungen und Operationen beginnen konnte.

Ganz andere Situation

„Die Situation hier unterscheidet sich stark“, wird Operateur Themistoklis Tsintarakis zitiert, der das Camp bereits zum zweiten Mal begleitet hatte. Der Augenarzt praktiziert auch in Raesfeld. „Da die augenärztliche Versorgung in Uganda kaum bis gar nicht vorhanden ist, gibt es viele Betroffene mit einem derart fortgeschrittenen Grauen Star, dass die massive Linsentrübung tatsächlich zur Blindheit führt“, erklärt der Arzt.

Im Gegensatz zu Deutschland, wo ein fortgeschrittener Grauer Star eher selten ist, habe diese Herausforderung während des „Eye Camps“ auf der Tagesordnung gestanden, heißt es. Daher dauerte eine Grauer-Star-OP in Uganda bis zu zwei Stunden, im Vergleich zu den üblichen zehn bis 15 Minuten in Deutschland.

Ärzte an Instrumenten geschult

Das Ärzteteam wurde von medizinischen Fachkräften, OP-Personal und Optikern begleitet. Mit den ugandischen Kollegen kümmerten sie sich um die Vor- und Nachsorge der Patienten. Während ihres Aufenthaltes hätten beide Teams Hand in Hand gearbeitet, Wissen ausgetauscht und Herausforderungen gemeistert, von Sprachbarrieren und technischen Mängeln bis hin zu Materialengpässen. Dabei seien freundschaftliche Verbindungen entstanden.

„Das Camp ist für uns in vielerlei Hinsicht bedeutsam“, wird Dr. Gerl zitiert. Neben dem Hauptziel, das Sehvermögen der Betroffenen zu verbessern, wurden die ugandischen Kollegen in der Nutzung unterschiedlicher Geräte und Untersuchungstechniken geschult, um die Patienten künftig selbst zu versorgen. Ferner stärkten intensive Erfahrungen während der Eye Camps das Teamgefühl, so Gerl.

Nach ihrem 13-tägigem Aufenthalt kehrte das Team nach Deutschland zurück. Der nächste Einsatz sei bereits in Planung, heißt es von Seiten der Augenklinik.

Das Projekt ist auf Spenden angewiesen. Von der Hilfe profitieren aber nicht nur die direkt betroffenen Blinden. Sie gibt auch zum Beispiel deren Enkeln die Chance, wieder eine Schule zu besuchen, da sie sich wegen der wiedererlangten Sehfähigkeit der Großeltern nicht mehr so intensiv um diese kümmern müssen.

www.besser-sehen.de

Augenärzte aus Raesfeld helfen in Uganda

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Operateur Themistoklis Tsintarakis bei einer Nachkontrolle.

Operateur Themistoklis Tsintarakis bei einer Nachkontrolle.

© pd