Zahl der Heidener Fahrgäste im Bürgerbus Borken steigt
Die Verkehrsverbindungen in ländlichen Kommunen wie Heiden sind mit denen in großen Städten nicht zu vergleichen. Eine Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr sind Bürgerbusse. Heiden wird vom Borkener Bürgerbus mitbedient. Die Fahrgastzahlen sind steigend. Einen eigenen Heidener Bürgerbus einzurichten, sei dennoch zurzeit kein Thema, sagt der Bürgermeister.
Georg Feldkamp ist Vereinsvorsitzender und einer der Fahrer des Borkener Bürgerbusses, der auch nach Heiden fährt.
© Gabi Kowalczik
HEIDEN. Das Landleben hat viele Vorteile. Gute Verkehrsverbindungen zählen nicht dazu. Während Städter oft einfach in die nächste Straßen- oder U-Bahn steigen können, wird es in ländlichen Kommunen wie Heiden ohne Auto so manches Mal zur Herausforderung, sein Ziel zu erreichen. Zwar fährt der Borkener Bürgerbus auch bis Heiden. Aber wäre ein eigener Heidener Bürgerbus, der auch in andere Richtungen als ausschließlich nach Borken fährt, für die Kommune eine realistische Möglichkeit, den bestehenden ÖPNV zu ergänzen und vielleicht sogar eine Alternative zum Auto zu schaffen? In vielen anderen Kommunen funktioniert das Konzept.
Zurzeit kein Thema für die Kommune
Es habe solche Diskussionen und Überlegungen immer mal wieder gegeben, sagt Bürgermeister Hans-Jürgen Benson. Zurzeit sei das aber kein Thema für die Kommune. „Wir leben in einer Zeit des Umdenkens, weg vom eigenen Auto“, weiß Benson. Planer müssten beobachten, in welche Richtung sich diese Tendenz entwickele. „Ein Bürgerbus hätte bestimmt eine Akzeptanz“, so Benson weiter. Er halte aber auch Konzepte wie Car-Sharing und ein gutes Radwegenetz für interessant und wichtig.
Die Zahl der Gäste bei Fahrten von und nach Heiden steige kontinuierlich, beobachtet Hans Kösters vom Borkener Bürgerbusverein. „Der Bedarf ist da“, sagt er. Durchschnittlich zähle der Verein rund 125 Ein- und 150 Ausstiege pro Monat in Heiden, Tendenz steigend. „Einige Schüler nutzen morgens den Schulbus und nachmittags den Bürgerbus“, erklärt er. Die am stärksten gefragten Haltestellen seien „Molkerei“ und „Alter Kirchplatz“. Fahrgäste seien neben Schülern auch viele Senioren. Der Bürgerbusverein Borken sei seinerzeit „eingesprungen“ und habe seine Fahrstrecke von Marbeck weiter bis nach Heiden erweitert, um ein entsprechendes Angebot zu schaffen, so Kösters. Die Gemeinde Heiden unterstütze das Borkener Projekt finanziell.
Vier Aspekte sind wichtig
Um einen eigenen Bürgerbusverein zu gründen, brauche es im Prinzip vier Schultern, die das Projekt gemeinsam stemmen, erklärt der Verein „Pro Bürgerbus NRW“ auf seiner Homepage:
engagierte Bürger, die den öffentlichen Nahverkehr in ihrer Kommune, der ansonsten nicht mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand zu betreiben ist, in die eigenen Hände nehmen wollen,
eine Kommune, die das Engagement unterstützt und die relativ geringen Restkosten übernimmt,
ein örtliches Verkehrsunternehmen, das den Bürgerbus in sein Angebot aufnimmt und die verkehrsrechtliche Seite des Projektes abdeckt,
das Verkehrsministerium NRW, das die Einrichtung unterstützt und einen Festbetrag für die Anschaffung des Fahrzeuges sowie eine Organisationspauschale für vereinsinterne Zwecke zur Verfügung stellt.
BZ-Umfrage in Heiden zum Thema Mobilität

© Gabi Kowalczik