UWG in Heiden will kreative Impulse setzen
Die Kommunalwahl wirft in Heiden ihre Schatten voraus – und auch die UWG möchte in der kommenden Ratsperiode kreative Impulse setzen. Welche das sind, haben Michael Theisen und Ludger Derijck BZ-Redakteurin Gabi Kowalczik im Gespräch verraten.
UWG-Vorsitzender Michael Theisen (links) und der UWG-Fraktionsvorsitzende Ludger Derijck.
© Gabi Kowalczik
HEIDEN. Mit ihrem Ruf als „Sparfüchse“ des Heidener Gemeinderates kommen Michael Theisen und Ludger Derijck gut zurecht. Tatsächlich sei es ihnen wichtig und immer ein besonderes Anliegen, bei Planungen und Vorhaben auch die Finanzen im Auge zu behalten, sagt Theisen, der Vorsitzende der Unabhängigen Wählergruppe in Heiden. „Wir möchten keine falschen Versprechungen machen.“ Spielverderber, so Theisen weiter, wolle die UWG aber auch nicht sein. „Wir möchten vielmehr kreative Impulse setzen.“ Am liebsten auch in der kommenden Ratsperiode.
In ganzheitlichen Konzepten denken
Vier Sitze im Rat hat die UWG bei der vorigen Kommunalwahl geholt. „Das wäre auch dieses Mal ein tolles Ergebnis“, sagt der Fraktionsvorsitzende Ludger Derijck, ergänzt aber gleich: „Auch mit drei Sitzen können wir gut arbeiten.“ Mit dieser Stärke ist die Fraktion auch aktuell vertreten, nachdem ein Ratsmitglied die UWG verlassen hat.
Für die Heidener Zukunft wünscht sich die UWG ganzheitliche Entwicklungskonzepte wie ein sogenanntes ISEK (Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept). Die Gemeinde habe sich während der vergangenen Jahre an „prekären und akuten Problemen“ abgearbeitet, findet Theisen und meint damit Themen wie etwa das langwierige Ringen um Gewerbeflächen. „Die Verwaltung ist in solchen Situationen dann gelähmt“, so der UWG-Vorsitzende. Währenddessen seien „viele drumherum vorbeigezogen und haben Heiden abgehängt.“
Damit sich das ändere, sei es nötig, in ganzheitlichen Konzepten zu denken und sich vor allem auch kreativer mit dem Ort und seiner Entwicklung zu befassen, sagt Theisen. Er findet: „Ein wenig zu spinnen muss auch mal erlaubt sein.“ Das aber gekoppelt an eine „vernünftige Finanzplanung“. So manche freiwillige Leistung könne sich die Kommune nur dann erlauben, wenn dazu Geld aus Fördertöpfen da sei. Ein ISEK ist Fördergrundlage für Programme der Städtebauförderung.
Selbstständigkeit nicht verlieren
Grundsätzlich sei es wichtig, die Grundversorgung zu sichern, bevor es an „Luftschlösser“ gehe, so Theisen weiter. Das Wichtigste dabei sei, nicht in die Haushaltssicherung zu geraten, ergänzt Ludger Derijck. „Das haben wir von 1994 bis 1997 gehabt, das war nicht spaßig.“ Er wolle lieber nicht erleben, was dann alles geschlossen werden müsste. Heiden dürfe seine Selbstständigkeit nicht verlieren, betont der UWG-Fraktionsvorsitzende.
Über den Tellerrand hinaus zu blicken und Themen, wo es passt, möglicherweise auch interkommunal anzustreben, hält die UWG ebenfalls für wichtig. „Wir könnten auch enger mit der Wirtschaftsförderung des Kreises zusammenarbeiten“, findet Michael Theisen. Sich mit Bürgern mehr zu vernetzen und für mehr Partizipation zu sorgen, ist den Unabhängigen zudem ein Wunsch. „Das gilt für einen Querschnitt der Gesellschaft, von Kindern bis hin zu Senioren“, sagt Theisen. Vor allem aber Jugendliche bräuchten mehr Mitbestimmung. Wichtig sei der Fraktion dabei Transparenz. „Wir wollen keine Hinterzimmerpolitik“, sagt Theisen.

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