Borken

Zwei Bäche in Marbeck kommen in Schwung

Eine ökologische Aufwertung des Wichers- und des Hornefeldbaches – das ist das Ziel der Gewässerentwicklungsmaßnahme, die derzeit in Marbeck durchgeführt wird. Bis Mitte September nimmt die Stadt Borken am Eschweg zwischen Borken und Marbeck verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur vor.

25.08.2021

Der Wichersbach in Marbeck. Die Renaturierungsmaßnahmen sollen das Gebiet ökologisch aufwerten. Der Plan (kleines Bild) zeigt, wie die ökologische Aufwertung des Wichers- und des Hornefeldbaches und deren Verläufe künftig aussehen sollen.

Der Wichersbach in Marbeck. Die Renaturierungsmaßnahmen sollen das Gebiet ökologisch aufwerten. Der Plan (kleines Bild) zeigt, wie die ökologische Aufwertung des Wichers- und des Hornefeldbaches und deren Verläufe künftig aussehen sollen.

© Bohn, WLV-Wasser und Boden GmbH

Umgestaltung soll das Gebiet an Wichers- und Hornefeldbach ökologisch aufwerten

MARBECK. Zunächst soll der Wichersbach in einer angelegten Sekundäraue zu einem mäandrierenden Gewässer – also mit einem gewundenen Verlauf – werden, teilt die Stadtverwaltung Borken mit. Insgesamt wird eine Fließwegverlängerung von knapp 155 Metern erreicht. „Wir wollen im Rahmen der Renaturierung einen natürlichen Verlauf des Gewässers realisieren“, betont Jürgen Kuhlmann, Technischer Beigeordneter der Stadt Borken. „Der Wichersbach soll sich eigendynamisch entwickeln können“, ergänzt er. Hierzu werden unterstützend zur Strömungslenkung und Strukturanreicherung fließgewässertypische Totholzelemente wie Wurzelstubben und Baumstämme gesichert im und am Gewässerverlauf eingebaut. Zudem werden Weiden im Auenbereich gepflanzt, die restliche Auenfläche soll sich nach und nach wieder so entwickeln, wie sie früher einmal war. „Dadurch wird sich hier später ein Auwald entwickeln können“, erläutert Jürgen Kuhlmann. Einbezogen in die geplante Maßnahme wird eine kleinräumige Umgestaltung des an den Planungsraum angrenzenden Hornefeldbaches.

Keine geschützten Tierarten gefährdet

Auf einer Fläche von rund 5600 Quadratmetern wird ein Gewässerentwicklungsraum für den Wichers- und den Hornefeldbach mit unterschiedlichen Breiten- und Höhenniveaus angelegt. Dazu werden knapp 4000 Kubikmeter Boden entfernt. Dies dient vor allem dem ökologischen Hochwasserschutz, so Jürgen Kuhlmann: „So kann sich das Gewässer bei Starkregen- und Hochwasserereignissen ausbreiten“, erläutert er.

Vor Beginn der Arbeiten hat ein externer Gutachter für Faunistik und Artenschutz die dortigen Flächen untersucht. So konnte die Stadt Borken sicherstellen, dass keine geschützten Tierarten gefährdet und deren Fortpflanzungs- und Ruhestätten beschädigt oder zerstört werden. Es sei davon auszugehen, dass sich in diesem Gebiet eine hohe Artenvielfalt einstellen und der ökologische Zustand des Gewässers nach Vorgabe der EU-Wasserrahmenrichtlinie noch weiter verbessert werde, betont die Stadtverwaltung weiter.

Amprion GmbH übernimmt Kosten

Bei dem Projekt arbeitet die Stadt in enger Abstimmung mit der Unteren Wasser- und Naturschutzbehörde des Kreises Borken, der Bezirksregierung Münster und dem Wasser- und Bodenverband Borkener Aa zusammen.

Die Kosten der Renaturierungsmaßnahme am Wichers- und Hornefeldbach übernimmt die Amprion GmbH aus Dortmund. Der Übertragungsnetzbetreiber kommt damit seinen Verpflichtungen nach, den Naturhaushalt – für Eingriffe durch den Netzausausbau – ökologisch aufzuwerten. Die Maßnahme dient dem naturschutzfachlichen Ersatz für den Bau der 380-kV-Höchstspannungsfreileitung von Wesel nach Meppen.

Zwei Bäche in Marbeck kommen in Schwung

© Bohn, WLV-Wasser und Boden GmbH