Borken

Wie ein geisterhaftes Wölkchen: Sternwarte lädt zur Betrachtung

Aus der Sternwarte in Hoxfeld können Besuchern im September ein geisterhaftes Wölkchen im Sternenmeer entdecken. Der Hantelnebel im Sternbild Füchslein wurde 1764 entdeckt und bietet einen faszinierenden Anblick - jedoch nur bei klarem Himmel.

31.08.2026

Der Hantelnebel steht auf der Beobachtungsliste der Sternfreunde im September.

Der Hantelnebel steht auf der Beobachtungsliste der Sternfreunde im September.

© ps

HOXFELD. Wer dieser Tage durch das Okular des Teleskops an der Sternwarte in Hoxfeld blickt, sieht ein geisterhaftes Wölkchen, das wie ein durchsichtiges Kissen im Sternenmeer schwebt. Einige Sternchen glitzern durch die gräuliche Nebelwolke. Die Borkener Sternfreunde erklären den Besuchern, dass sie gerade den Hantelnebel im Sternbild Füchslein betrachten. Er sei ein typischer Vertreter der als „Planetarische Nebel“ bezeichneten Gruppe von Himmelsobjekten, so die Sternfreunde.

Der Hantelnebel wurde 1764 vom französischen Astronom Charles Messier entdeckt und ist auch die Erstentdeckung dieser Nebelgruppe. Den Namen prägte aber der deutsch-britische Astronom Wilhelm Herschel, der sie wegen der Kompaktheit mit Planeten verglich. Physikalisch haben die Planetarischen Nebel aber nichts mit Planeten gemein. Sie entstehen, wenn sonnenähnliche Sterne am Ende ihrer Entwicklung instabil werden und in großen Ausbrüchen ihre äußere Gas- und Staubhülle abwerfen, erklären die Experten der Sternwarte. Das Ende dieser Phase wird mit dem Kollaps des Sterns zu einem Weißen Zwerg eingeläutet, eine rund 50 Kilometer große, ultraheiße Kugel aus Sauerstoff, Helium und Kohlenstoff.

Material bildet vielleicht neue Planeten

Der weiße Zwerg sende Röntgen- und UV-Strahlung aus und rege das umgebende Gas zum Leuchten an, erklären die Sternfreunde. Die Gas- und Staubwolke sei gespickt mit verschiedenen Elementen, die der Stern in seinem Dasein erbrütet hat. Und dieses Material verteile sich nun im Weltall mit einer Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Sekunde und bilde vielleicht neue Planeten.

Der faszinierende Hantelnebel steht unter anderem auf der Beobachtungsliste der Sternfreunde und kann bei den öffentlichen Beobachtungsabenden an der Josef Bresser-Sternwarte in Hoxfeld am 4. September und am 17. September ab 21 Uhr gesehen werden. Die Beobachtung kann nur bei klarem Himmel stattfinden, betonen die Sternfreunde. Weitere Informationen gibt es unter sternfreunde-borken.de.