Borken

Vertrauen braucht Transparenz: Wie ein KI-bearbeitetes Bild den Weg in die BZ fand

Die Verwendung von KI in der Bildbearbeitung kann zu unerwarteten Veränderungen führen, wie ein kürzlich in der Borkener Zeitung veröffentlichtes Foto zeigt. Die Redaktion appelliert an Einsender, immer das Originalbild zu senden.

26.06.2026

Wenn ein Bild durch eine KI bearbeitet werden soll, dann gilt immer Vorsicht: Manchmal verändert die künstliche Inteligenz mehr als man möchte.

Wenn ein Bild durch eine KI bearbeitet werden soll, dann gilt immer Vorsicht: Manchmal verändert die künstliche Inteligenz mehr als man möchte.

© picture alliance / dpa-tmn

BORKEN. Jeden Tag erreichen die Redaktion zahlreiche E-Mails von Vereinen, Institutionen und kommunalen Verwaltungen – oft mit Fotos und Informationen zu Veranstaltungen und Aktionen. Diese Beiträge werden gesichtet, eingeordnet und nach und nach veröffentlicht. Gerade die Zusammenarbeit mit den vielen ehrenamtlich Engagierten in den Vereinen funktioniert sehr gut. Sie versorgen uns mit Informationen über Veranstaltungen, bei denen wir aus personellen Gründen nicht immer selbst vor Ort sein können. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle ausdrücklich bedanken.

In dieser Woche haben sich allerdings Leser bei uns gemeldet, weil ihnen ein Foto in unserer Berichterstattung ungewöhnlich vorkam. Es handelt sich um den Nachbericht zum Benefizkonzert „Rhedebrügge Unplugged 3.0“, in dem über die Spendensumme informiert wurde. Das Foto erschien am Donnerstag auf der dritten Lokalseite.

Der Vorwurf: Die Redaktion habe das Bild mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) bearbeitet. Den Lesern waren verfremdet wirkende Gesichter der abgebildeten Personen aufgefallen. Dieser Hinweis sorgte auch bei uns zunächst für Verwunderung. Denn in der Redaktion werden Fotos weder mit KI noch mit anderen Programmen inhaltlich verändert. Das entspricht unserem journalistischen Selbstverständnis und den Vorgaben des Pressekodex. Werden Bilder beispielsweise für eine Fotomontage bearbeitet, wird dies in der Bildunterschrift kenntlich gemacht. Zudem sieht der Deutsche Presserat vor, dass KI-generierte Bilder entsprechend gekennzeichnet werden müssen.

Nach Rücksprache mit Maik Heming, der uns das Foto zur Verfügung gestellt hat, stellte sich heraus: Das Bild war tatsächlich mithilfe einer KI bearbeitet worden. Nach seinen Angaben war die Aufnahme insgesamt zu dunkel. Um sie aufzuhellen, ließ er sie von einer KI bearbeiten. Diese passte jedoch nicht nur die Helligkeit an, sondern veränderte auch die Gesichter der Mitglieder des Chors Talimpro sowie der Dienstagssänger.

Der Vorfall zeigt, wie schwierig es inzwischen geworden ist, KI-Bearbeitungen auf Bildern zu erkennen. Da die abgebildeten Personen in der Redaktion nicht persönlich bekannt waren, fiel die Veränderung hier nicht auf. Lesern, die die Menschen auf dem Foto kennen, hingegen schon.

Deshalb unsere Bitte: Senden Sie uns Fotos möglichst immer in der höchstmöglichen Auflösung und im Originalzustand zu. In der Redaktion arbeiten wir mit Bildbearbeitungsprogrammen, mit denen sich beispielsweise die Helligkeit oder der Kontrast anpassen lassen, ohne den Inhalt eines Fotos zu verändern.

Wir freuen uns auch weiterhin auf die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen, die unsere lokale Berichterstattung unterstützen.