Borken

Schulen in Borken platzen ab 2025 aus allen Nähten

Ein Gutachterbüro hat für die Stadt Borken die Schülerzahlen in den kommenden Jahren an den verschiedenen Schulen im Stadtgebiet prognostiziert. Laut den Zahlen wird es ab dem Jahr 2025 vor allem an den beiden Gesamtschulen und dem Remigianum voller als Platz vorhanden ist.

25.01.2024

An den drei großen städtischen weiterführenden Schulen sollen die Schülerzahlen laut Gutachterprognosen in den nächsten Jahren kontinuierlich steigen.

An den drei großen städtischen weiterführenden Schulen sollen die Schülerzahlen laut Gutachterprognosen in den nächsten Jahren kontinuierlich steigen.

© picture alliance/dpa

Prognose für weiterführende Schulen

BORKEN. Die beiden großen Gesamtschulen und das Gymnasium Remigianum stoßen spätestens ab Sommer 2025 an ihre Kapazitätsgrenzen. Das geht aus einer Prognose zur Entwicklung der Schülerzahlen hervor, die ein Gutachterbüro im Auftrag der Stadt erstellt hat. Greift die Politik nicht steuernd ein, müssten alle drei Schulen mehr Klassen pro Jahrgang bilden, als in den jeweiligen Gebäuden Platz hätten. Die Stadt kündigt bereits an, dass wohl nicht alle Kinder aufgenommen werden können.

In den nächsten beiden Jahren macht die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die in Borken eine Schule besuchen, einen deutlichen Satz nach oben. Statt 5355 in diesem Sommer sollen es laut Prognose des Gutachterbüros Garbe im Jahr 2026 bereits 5809 sein. Ein Plus von 450 Köpfen. Norbert Nießing, als Erster Beigeordneter im Rathaus auch für das Schulwesen verantwortlich, nennt dafür zwei wesentliche Faktoren: Die beiden Gymnasien kehren zur neunjährigen Schullaufbahn (G9) zurück, während parallel an der Julia-Koppers-Gesamtschule die Oberstufe „vollläuft“, erstmals also alle Jahrgänge besetzt sind. Damit blieben mehr Jugendliche länger im „System Schule“.

Hinzu kommt ein Anstieg bei den erwarteten Anmeldungen zu den fünften Klassen aus Borken und den Umlandkommunen. Zwischen 2023 und 2025 steigt ihre Zahl um 100 Kinder. „In Summe haben wir damit ein Problem“, sagt Nießing.

Denn die beiden Gesamtschulen haben Höchstgrenzen pro Jahrgang: maximal 174 an der sechszügigen Nünning- und maximal 145 an der fünfzügigen Koppers-Gesamtschule. Die Prognosen aber gehen von einer höheren Nachfrage aus. Axel Heinz, Leiter der Julia-Koppers-Gesamtschule, verfällt deshalb nicht in Aufregung: „Ob es dann auch so kommt, lässt sich jetzt seriös noch nicht sagen.“ Die Schule ist am Standort Raesfeld und – nach dem jetzigen Umbau – auch in Borken so konzipiert, dass man in einem Jahrgang auch eine Sechszügigkeit verkraften könne. „Nur auf Dauer ginge das nicht“, so Heinz.

Schulträgerbeschluss soll helfen

Wer würde im Fall der Fälle abgelehnt? Eine Regelung für Kinder aus Kommunen, die selbst über eine Gesamtschule oder Gymnasium verfügen, gibt es bereits. Beispiel: Ist die Aufnahmekapazität der Nünning-Gesamtschule erschöpft, lehnt die Schulleitung zuerst Interessenten aus Velen ab, weil es dort eine Gesamtschule gibt. Gleiches würde für Anmeldungen aus Rhade für das Gymnasium Remigianum gelten.

Gibt es trotzdem zu viele Anmeldungen, geht es ins reguläre Auswahlverfahren an den Schulen, und da könne es auch Borkener Kinder treffen, sagt Nießing. „Unser erklärtes Ziel ist natürlich, dass Borkener Kinder in Borken auch zur Schule gehen können“, so der Beigeordnete, „das ist mit den Schulleitungen auch so besprochen. Das Regelwerk für die Auswahlverfahren garantiert das aber nicht“.

Weiterer Ausbau ausgeschlossen

Im Gegensatz zu früheren Jahren setzen die Kommunen deshalb auf Kooperation statt Konkurrenz. „Wir werden alle Kapazitäten in der Region dringend benötigen“, weiß Norbert Nießing. Der Velener Standort der Gesamtschule Gescher habe für eine spürbare Entlastung gesorgt, speziell an der Nünning-Gesamtschule. „Wir haben einen regionalen Schuldialog ins Leben gerufen und schauen im Herbst auf die Zahlen an den Grundschulen und die zu erwartenden Übergangsquoten“, berichtet der Beigeordnete.

Klar ist aus Borkener Sicht: Einen weiteren baulichen Ausbau der Schullandschaft wird es nicht geben. In die beiden Gesamtschulen und in die Schönstätter Marienschule hat die Stadt hohe Millionenbeträge investiert oder tut das in Kürze. „Wir haben exzellente Voraussetzungen“, betont Nießing.

Schulen in Borken platzen ab 2025 aus allen Nähten

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