Borken

Mit dem Auto durch Schnee geschlichen

Manchmal ist man einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. So auch der Turmkieker, der sich am Mittwochabend bei heftigem Schneegestöber im Auto seinen Weg durch den Kreis bahnte.

08.01.2026

Mit dem Auto durch Schnee geschlichen

Mit dem Auto durch Schnee geschlichen

© Schwarze-Blanke

Am Mittwoch staunten viele Menschen im Kreis Borken nicht schlecht, als es in der Region kräftig schneite. Doch mit viel Schnee geht in Deutschland häufig auch viel Chaos einher. „In Norwegen lachen die darüber“, sagte ein Arbeitskollege vom Turmkieker dazu. Geplant war, dass der Turmkieker gegen 20 Uhr Feierabend macht und die Fahrt nach Gronau antritt. Bis dahin würden die Straßen schon frei sein. Wie schlimm sollte es schon werden? Die Antwort folgte in Form einer weiteren Schneewalze direkt gegen die Windschutzscheibe. Vom „Fahren“ über die B67 konnte deshalb kaum die Rede sein. Vielmehr war es ein Schleichen. Trotz Winterreifen fühlte sich das Auto an wie ein Stück Butter in einer heißen Pfanne. Jetzt bloß nicht schwenken! Die Autobahnauffahrt am Kreuz Borken war gesperrt, stattdessen ging es mit 30 km/h über die Landstraßen nach Gescher. Gut, dass die A31 immer geräumt ist, dachte er sich noch – doch zu früh gefreut. Auch dort war ein Tempo von mehr als 50 km/h kaum möglich. Die Aufgabe war klar: immer in den Reifenspuren der anderen Fahrzeuge bleiben. An manchen Abschnitten war außer den Reifenspuren und vereinzelten Lichtern auf der Gegenfahrbahn kaum etwas zu sehen. Als nach rund 1:45 Stunden die rettende Ausfahrt „Gronau“ auftauchte, konnte der Turmkieker durchatmen. „Das brauche ich so schnell nicht noch mal“, sagte er zu sich selbst, als das Ortsschild in Sicht kam.