Borken

Ministerpräsident zeichnet Lebensretter aus Borken mit Medaille aus

Mit vereinten Kräften haben vier Polizeibeamte der Kreispolizeibehörde Borken das Leben einer Frau gerettet. Dafür, dass sie ihr Leben riskiert haben, hat sie nun Ministerpräsident Hendrik Wüst ausgezeichnet.

21.07.2026

Polizeioberkommissar Markus Kemper aus Borken (r.), Polizeikommissarin Hannah Lütfrink aus Borken (2.v.r.), Polizeikommissarin Ronja van der Heiden aus Rhede und Ministerpräsident Hendrik Wüst.

Polizeioberkommissar Markus Kemper aus Borken (r.), Polizeikommissarin Hannah Lütfrink aus Borken (2.v.r.), Polizeikommissarin Ronja van der Heiden aus Rhede und Ministerpräsident Hendrik Wüst.

© pd/Land NRW/Ralph Sondermann

BORKEN/DÜSSELDORF. Ministerpräsident Hendrik Wüst hat am Montagabend vier Polizisten der Kreispolizeibehörde Borken Rettungsmedaillen des Landes NRW verliehen. Eine Auszeichnung, die die vier Beamten für einen Rettungseinsatz in Rhede erhielten, der schon einige Jahre zurückliegt.

Im Sommer 2023 wird ein Polizeikommissar der Kreispolizei Borken zum St.-Vinzenz-Hospital in Rhede zu einem Einsatz gerufen: Eine Patientin wird vermisst. Später, nach seinem Dienstschluss, fährt der Polizeikommissar zum Sport und entdeckt auf dem Weg die vermisst gemeldete Frau. Er informiert die Dienststelle, stellt sein Auto ab und folgt der jungen Frau. Sie stoppt vor der Baustelle eines Mehrfamilienhauses.

Polizeioberkommissar Markus Kemper, Polizeikommissarin Hannah Lütfrink (beide aus Borken) und Polizeikommissarin Ronja van der Heiden aus Rhede treffen kurze Zeit später auf der Baustelle ein. Dort ist die vermisst gemeldete Frau schon auf ein Baugerüst geklettert. Sie befindet sich auf Höhe des vierten Stockwerks. Aus ihrer Jacke formt sie ein Seil – das sie sich um den Hals legt und beginnt, sich an der Außenseite des Gerüsts herabzulassen.

Hannah Lütfrink sucht das Gespräch mit ihr. Das bringt den Rettern wichtige Zeit. Zeit, die verhindert, dass die junge Frau in die Tiefe stürzt. Ronja van der Heiden klettert auf das Gerüst und klammert sich in Höhe des dritten Stockwerks um die Beine der Frau und hält sie fest.

„Das entschlossene Handeln Einzelner kann Leben retten.“


Hendrik Wüst

Markus Kemper klettert in den vierten Stock und hält mit seinen Armen und Beinen ihren Oberkörper fest. Zeitgleich klettert auch Hannah Lütfrink auf das Gerüst. Im vierten Stock löst sie das Seil, das noch um den Hals der Betroffenen geschnürt ist. Der vierte Polizeibeamte, der namentlich nicht genannt werden möchte, kommt im dritten Stock Ronja van der Heiden zur Hilfe und stützt die Frau.

Die Rettungsaktion ist schwierig und gefährlich - für alle fünf Personen. Denn die junge Frau setzt sich zusätzlich mit aller Kraft zur Wehr. Den Polizisten gelingt es schließlich gemeinsam, die Frau in der dritten Etage auf das Gerüst zu ziehen und auf dem schmalen Holzboden festzuhalten. Kurz darauf treffen Rettungsdienst und Feuerwehr mit Drehleiter und Rettungskorb ein. Die Frau wird mit dem Rettungskorb vom Gerüst geborgen. Der Notarzt und Markus Kemper begleiten sie im Korb – bis die Rettungskräfte sich um sie kümmern können.

„Durch das entschlossene, beherzte und koordinierte Handeln der beteiligten Polizistinnen und Polizisten konnte der Suizidversuch der jungen Frau verhindert werden. Für diesen vorbildlichen Einsatz verleihe ich Markus Kemper, Hannah Lütfrink und Ronja van der Heiden die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen“, so Wüst.

Ministerpräsident Hendrik Wüst lobte den Einsatz der vier Beamten und der weiteren Preisträger: „Das entschlossene Handeln Einzelner kann Leben retten. Genau das haben die Menschen, die mit der Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet werden, eindrucksvoll bewiesen. Mit ihrem mutigen und selbstlosen Einsatz haben sie Mitmenschen aus lebensgefährlichen Situationen gerettet. Sie haben hingesehen und in einem entscheidenden Moment Verantwortung übernommen und Mut bewiesen. Ihr Engagement steht beispielhaft für die Mitmenschlichkeit und die Zivilcourage, die unsere Gesellschaft zusammenhalten. Für dieses beeindruckende Handeln verdienen sie unsere höchste Anerkennung und unseren größten Respekt. Sie sind Vorbilder für uns alle.“

Die Rettungsmedaille

Die Rettungsmedaille wird seit 1951 auf der Grundlage des Gesetzes über die staatliche Anerkennung für Rettungstaten des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen. Seither wurden 1435 Bürger mit der Rettungsmedaille ausgezeichnet.