Leserbrief: Unsensible Kommunikation
Leserbrief zum BZ-Bericht „Im Bestattungswald droht Unfrieden“ aus der Ausgabe vom 7. Februar.
© Peter Berger
Als Spaziergänger im nahegelegenen Waldgebiet besuche ich gelegentlich auch den Waldfriedhof und den angrenzenden Bestattungswald. Dabei sind mir die besagten grell-gelben Hinweisschilder aufgefallen, die dort unübersehbar und in großer Menge an den Bäumen hängen und irritierend wirken. Die Vermutung, es handele sich hierbei um fürsorgliche Warnhinweise für Besucherinnen und Besucher dieses Ortes, entpuppt sich schnell als Irrtum. In unmissverständlicher Amtssprache und in ultimativer Form werden die „geehrten Nutzungsberechtigten“ gebeten, bis zum 20.02.26 ihren Grabschmuck zu entfernen. Abgesehen von der möglichen sachlichen Notwendigkeit der Maßnahme, wirkt diese Art der sprachlichen Kommunikation auf die betroffenen Menschen verstörend, unsensibel und eskalierend. Auch die Vokabel „durchgreifen“ im ansonsten umsichtigen Kommentar von Peter Berger halte ich für deplatziert.
Im Folgenden eine mögliche Alternative: „Sehr geehrte Trauernde und Angehörige, aufgrund der hier geltenden Friedhofsordnung bitten wir Sie höflich und nachdrücklich, den ausgelegten Grabschmuck und die mitgebrachten Gegenstände bis zum 20. 02. 26 von der Grabstelle zu entfernen. Wir respektieren ihre Trauer, weisen aber darauf hin, dass der ursprüngliche Charakter eines naturbelassenen Bestattungswaldes erhalten bleiben muss. Haben Sie bitte Verständnis, dass nach dem o. g. Termin die Friedhofsgärtner angehalten sind, den Grabschmuck zu entfernen.“
Zum Artikel: Im Borkener Bestattungswald droht Unfrieden
© Peter Berger